6. November 2010
Trauner Kinder in der Backstube, von links: Kerstin, Carina, Janine, Melanie und Vanessa.
Während wir nun warten mussten, erzählte Dieter von einer seltsamen Geschichte: Angeblich soll es in dem alten Ofen der Bäckerei spuken. Seit Jahrzehnten berichteten die Bäcker von seltsamen Dingen, die hier bis heute noch passieren. Immer wieder einmal verschwindet auf geheimnisvoller Weise Gebäck aus dem Ofen. Manchmal fehlt auch ein Stück von einem Brot, wenn es aus dem Ofen herausgezogen wird, so als hätte jemand oder etwas mit einem besonders großen Mund davon abgebissen. Und während wir gespannt der Geschichte lauschten, hörten wir plötzlich ein sehr seltsames Geräusch: „Huuuhhhhh“. Gleich darauf noch einmal. Es schien aus dem Ofen zu kommen oder aus dem Gärschrank. Wir waren wie erstarrt. Ein paar mutige Mädchen wagten es, langsam die Tür zum Gärschrank zu öffnen. Was wir da dahinter entdeckten, ließ uns erschaudern: Es war ein … „Huuuhhhhh“! Es endete in ausgelassenem Gelächter der Mädchen. Die Muttis atmeten erleichtert auf. Es duftete herrlich, als Dieter die heißen Bleche aus dem Ofen holte. Es war ein Genuss. Die Kinder durften sich alle ihre Gebäckstücke einpacken und mitnehmen, damit sie auch ihren Eltern zu Hause zeigen konnten, was sie an diesem Nachmittag Tolles geleistet haben. Natürlich bedienten sich die Kinder gleich mal selbst, weil es ganz frisch, warm und vor allem selbstgebacken doch am besten schmeckt. An diesem Nachmittag hatten die Kinder viel erlebt. Sie hatten viel Spaß, haben dabei auch etwas gelernt und spannend war es auch. In der Nacht jedoch, als die ersten Bäcker mit ihrer Arbeit begannen, entdeckten sie ganz hinten im Gärschrank einen schönen Brotschmetterling mit seltsamen Bissspuren. Wieder ertönte ein „Huuuhhhh“ aus dem Ofen.
Irmgard Hofmann
Schlagworte: Oberösterreich, Traun, Kinder
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