9. Oktober 2008
Die Trauner beim Trachtenumzug in Wels. Foto: Josef Napokoj
Der eine halbe Stunde später beginnende Festgottesdienst in der eleganten Welser Stadthalle beeindruckte vor allem durch die große Zahl der teilnehmenden Trachtenträger aller Jahrgänge. Sie vermittelten, wie auch der mit einer kostbaren sächsischen Stickereien dekorierte Altar und die ebenso geschmückte Kanzel, eine feierliche, heimatliche Stimmung, der sich niemand entziehen konnte. Die Liturgie gestaltete Pfarrer Gerhard Grager, die Choräle führte die Blasmusikkapelle Laakirchen, das Graduale und Liedbeiträge nach der Predigt wurden vom Chor der Siebenbürger Sachsen der Kreisgruppe Schwäbisch Gmünd (Leitung Wilhelm Ehrlich) vorgetragen. Auf der Grundlage des Textes aus dem Markus-Evangelium, Kapitel 12, Verse 28-34, behandelte Dr. Gerold Lehner, Superintendent von Oberösterreich, in einer tiefschürfenden Predigt den Heimatbegriff aus biblischer Sicht.
Die Blaskapelle Landshut beim Trachtenumzug in Wels. Foto: Josef Napokoj
Treue zum sächsischen Brauchtum beherrschten in der Folge an diesem Sonntag den gesamten Bereich der Stadthallenanlage im Messegelände Wels. Über 400 Trachtenträger aus Öster- reich und Deutschland versammelten sich zu dem vom Bundesjugendreferenten Manfred Schuller organisierten Trachtenzug, der ein optisches und seelisches Erlebnis bot. Angeführt von der Blasmusikkapelle Landshut und in weiteren Marschblöcken von den Musikkapellen Munderfing, Traun, Rosenau und Laakirchen im Schritt gehalten, zogen die Ehrengäste und die Gruppen aus Salzburg, Nürnberg, Schwäbisch Gmünd, Ingolstadt, Hermannstadt und die Nachbarschaften Traun, Bad Hall, Vöcklabruck, Rosenau und Wels mit ihren Volkstanzgruppen in einer bunten Reihe in ihren wunderschönen sächsischen Trachten in einem kurzen Rundgang durch die Stadt und nach Querung des Stadtplatzes wieder zur Stadthalle.
Beim Heimattag in Wels: Brautpaar aus Waltersdorf in Originaltracht, dargestellt von Ingrid und Max von der Siebenbürger Jugend Traun. Foto: Josef Napokoj
Mit dieser gedanklichen Ausrichtung folgten im Programm weitere Höhepunkte: Während 107 Blasmusiker mit ihren Instrumenten auf der Bühne der Stadthalle „eingeordnet“ wurden, traten vor der Halle im herbstlichen Sonnenschein die Volkstänzer in Aktion: Die Gastgruppen führten mit 38 Trachtenpaaren den Neppendorfer Landler vor und die österreichische Volkstanzgruppe (acht Paare) gab zwei anspruchsvolle Reigen zum Besten. In der Halle sammelten sich inzwischen Gäste und Ehrengäste zu einem Frühschoppen-Konzert. Die Kapellmeister E. Arz (Landshut), W. Zilles (Rosenau), Ph. Harant (Munderfing), S. Weber (Laakirchen), G. Schädl und W. Krebelder (Traun) unterhielten unter der Ansage von Siegfried Weber, der auch die Organisation dieses Programmpunktes innehatte, das Publikum in höchstem Maße. Ihre Vorträge reichten von der Europahymne über alte österreichische Märsche zu zeitgemäßen Liedern und endeten nach einer Stunde mit der Bundeshymne. Diese Darbietung beeindruckte durch die Sicherheit der zum Teil recht jungen Musiker und durch die Routine der Verantwortlichen, bei denen dieser Teil des sächsischen Brauchtums in guten Händen ist.Dr. Fritz Frank
Schlagworte: Heimattag, Verbandspolitik, Föderation
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