Um die Schmalspurbahn in Betrieb zu nehmen, mussten die Mitglieder des Vereins „Prietenii Mocăniţei” erst die Gleise bis zum Nachbardorf Käbisch/Coves vom Schmutz befreien. Leider sehen die übrigen 60 Kilometer bis Hermannstadt genau so schlecht aus, erklärte Vereinsleiter Mihai Blotor. Unterstützung erhielten die Freunde der Wusch von einer Gruppe von Eisenbahn-Fans aus Großbritannien, die den freiwilligen Helfern Schaufeln, Kettensägen und andere Werkzeuge geschenkt hatten. „Wir haben mit den Schienen angefangen. Es bestand die Gefahr, dass diese als Alteisen verkauft werden“, sagte Radu Curcean, Bürgermeister von Agnetheln. Die Strecke wurde 2008 unter Denkmalschutz gestellt. Die Gleisanlagen befinden sich im Besitz der CFR-Tochter SAAF SA (Societatea de Administrare Active Feroviare) und die noch erhaltenen Waggons und Loks gehören der SFT-CFR (Societatea Feroviară de Turism) und sind zum Teil im Hermannstädter Lokdepot abgestellt. Auch um das „Wusch“-Projekt zu realisieren, haben die Orte Agnetheln, Alzen, Kirchberg, Leschkirch und Marpod einen interkommunalen Verein gegründet. Noch ist die Bahn jedoch aus finanziellen Gründen weit davon entfernt, die dreieinhalb Stunden bis Hermannstadt zu fahren. Mindestens 100 000 Euro sind notwendig, um den Bahnhof und die Strecke zu reparieren sowie ein Depot für Waggons zu bauen. Ohne staatliche finanzielle Unterstützung bleibt das Wusch-Projekt ein Traum. Die Bahn könnte aber zu einem wichtigen Faktor für den Tourismus im Harbachtal werden.
RS
Artikel wurde bis jetzt noch nicht kommentiert.