8. September 2011

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Wird Konsulat in Temeswar geschlossen?

Die Ankündigung des Auswärtigen Amtes in Berlin, das Deutsche Konsulat in Temeswar im Banat zu schließen und in ein Honorarkonsulat umzuwandeln, stößt auf Kritik. Vereine und Verbände protestieren gegen die geplante Sparmaßnahme, die Aufgaben des Konsulats in Temeswar auf das Generalkonsulat in Hermannstadt zu übertragen.
Die Region sei durch eine Vielzahl deutscher Wirtschaftsinvestitionen und den Anteil der deut­schen Minderheit an der Gesamtbevölkerung auf eine Vertretung vor Ort angewiesen, argumentiert Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland, in einem Brief an Außenminister Guido Westerwelle. Firmen- und Hochschulkooperationen sowie eine große Vielfalt an kulturellen Veranstaltungen und Medien in deutscher Sprache stünden im Widerspruch zum geplanten Wegfall des Konsulats.

Gegen eine Schließung protestieren auch der Deutsche Wirtschaftsclub Banat und der ehemalige Deutsche Konsul in Temeswar, Klaus-Peter Marte: Die steigende Bedeutung Temeswars durch infrastrukturelle Maßnahmen müsse in die Überlegungen zur Umstrukturierung der Auslandsvertretungen mit einbezogen werden.

Zuletzt äußerten hochrangige Bundestagsabgeordnete Bedenken am Kurs des Auswärtigen Amtes. Nachdem sich die christlich-liberale Koalition im Koalitionsvertrag zu der besonderen Verantwortung für die deutschen Minderheiten in Osteuropa bekannt habe, gingen die derzeitigen Entwicklungen in die falsche Richtung, so Klaus Brähmig, Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Philipp Mißfelder, Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in einer schriftlichen Stellungnahme an den Bundesaußenminister.

In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, veröffentlicht in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien (ADZ), bat Heinz Ferich, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, die eine Städtepartnerschaft mit Temeswar unterhält, ebenfalls um den Fortbestand des Konsulats.

In einem Interview mit der ADZ vom 1. September 2011 weist der deutsche Botschafter in Bukarest, Andreas von Mettenheim, die Vorwürfe und Befürchtungen zurück. Es werde keine Revision der Entscheidung zur Konsulatsschließung geben, da sich die Vertretung in Temeswar zuletzt im europäischen Vergleich als weniger bedeutsam herausgestellt habe. Angesichts der heutigen Kommunikations- und Reisemöglichkeiten würde die Übertragung der Aufgaben auf das Generalkonsulat Hermannstadt zu keinen Einschränkungen für Bürger und Vereine führen.

Lea Knopf

Schlagworte: Politik, deutsch-rumänische Beziehungen, Banat, Temeswar

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