13. August 2009

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Kulturstraße Kirchenburgen in Siebenbürgen geplant

Ab 2010 soll in Siebenbürgen eine europäische Kulturstraße entstehen, die auf die eindrucksvollen Kirchenburgen und andere Kulturstätten in Siebenbürgen (Rumänien) aufmerksam macht.
Ein Abkommen über die Verwirklichung einer ersten Kulturstraße in Siebenbürgen haben Michel Thomas-Penette, Direktor des Instituts für Kulturstraßen in Luxemburg, und Mihai Dragomir, Projektkoordinator das Verbandes „Mioritics“, kürzlich unterzeichnet. Die nötige Akkreditierung durch den Europarat erhofft man sich im nächsten Jahr zu erhalten, ein Büro des Instituts der Kulturstraßen des Europarates soll schon im September 2009 im Luxemburg-Haus in Hermannstadt eröffnet werden, wie die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien berichtet.

Gestaltet wird die Kulturstraße Kirchenburgen von „Mioritics“, die schon mit ihrem „Photo-Raid“ 2004 Schlagzeilen machten. Bei diesem Projekt, das unter UNESCO-Schirmherrschaft stand, legten Vereinsmitglieder 1 200 Kilometer durch 62 Dörfer zwischen Schäßburg, Agnetheln, Mediasch und Hermannstadt zurück und schossen dabei tausende von Fotos und führten Interviews. Aus diesem Material entstand eine CD mit einer interaktiven Landkarte, Beschreibungen und Fotos der Region, die auf 38 Ausstellungen im In- und Ausland ausgestellt wurden und großen Anklang fanden (diese Zeitung berichtete).

Die wesentlichen Ziele des gesamten europäischen Kulturstraßen-Programms sind die Zusammenarbeit beim Schutz der kulturellen Werte Europas und der Austausch von Informationen und Erfahrungen. Die Kulturstraße Kirchenburgen wird vorerst die Kreise Alba, Hermannstadt, Kronstadt und Muresch umfassen. Hier werden Ausschilderungen verbessert und neu angebracht, um auf das Kulturerbe hinzuweisen. Informationszentren werden sowohl Karten und Informationsmaterial anbieten, als auch über das gesamte Programm des Europarates informieren. In den Orten selbst werden Initiativen unterstützt, die Traditionen bewahren, aber auch eine Infrastruktur für sanften Tourismus aufbauen.

Viele der etwa 150 noch erhaltenen Kirchenburgen, die von den siebenbürgisch-sächsischen Siedlern zur Verteidigung vor den einfallenden Türken errichtet wurden, sind, seitdem viele Siebenbürger Sachsen nach Deutschland zurücksiedelten, leider dem Verfall preisgegeben. Sieben der wuchtigen, archaischen Bauten, die der „Schlichtheit und Kargheit der Lebensführung ihrer Erbauer, ja auch der Strenge und Geradlinigkeit ihres Charakters“ entsprechen, wie der Bukarester Architektur-Dozent Augustin Ioan meinte, gehören heute zum Weltkulturerbe. Die weiteren Kirchenburgen werden durch Spenden deutscher Stiftungen, der Heimatortsgemeinschaften, Fördergelder der EU und natürlich die verbliebenen Gemeindemitglieder sowie „Sommersachsen“, die in Deutschland leben, jedoch in ihrer Heimat Urlaub machen, so gut wie möglich erhalten. Trotzdem reichte das Geld in den letzten Jahren nicht aus, um eine flächendeckende Erhaltung der Kirchenburgen zu gewährleisten. Deshalb sind die Hoffnungen, die in die Kulturstraße gesetzt werden, groß.

Barbara Eggers

Schlagworte: Kirchenburgen, Tourismus

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