Bukarest. – Für ihren unermüdlichen Einsatz gegen die Zwangsprostitution von jungen Frauen und Kindern aus Südosteuropa wurde die Rumänin Iana Matei von Reader’s Digest am 20. Januar als „Europäerin des Jahres 2010“ ausgezeichnet. Im Februar wurde die Preisträgerin in allen 21 europäischen Ausgaben des Magazins Reader’s Digest vorgestellt.
Iana Matei, die aus Angst vor Racheaktionen der Menschenhändler und Zuhälter ihren Aufenthaltsort geheim hält, schaffte es, in elf Jahren 420 Opfer aus der Zwangsprostitution zu befreien. „Ich danke dem Magazin
Reader’s Digest – auch im Namen vieler Opfer, mit denen wir zusammenarbeiten – dafür, dass es Menschenhandel und Zwangsprostitution als wichtige Problemstellung betrachtet”, kommentierte die 50-jährige Rumänin ihre Auszeichnung. Neben dem Preisgeld in Höhe von 5 000 Euro kommen Mateis Organisation jährlich 55 000 Euro von der christlich orientierten US-Organisation
Make Way Partners zugute.
Einer EU-Studie zufolge kommt eine von acht ausländischen Prostituierten in Westeuropa aus Rumänien. Jedoch kommen längst nicht alle Prostituierten aus Rumänien und dem übrigen Osteuropa aus freien Stücken in den Westen. Die meisten Zwangsprostituierten stammen aus den neuen EU-Ländern Rumänien, Bulgarien, Ungarn u.a., so eine Studie der Kampagne
Stoppt Zwangsprostitution. Die Mädchen werden von Menschenschleppern mit Jobangeboten in den Westen gelockt.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation
Terre des Hommes werden jährlich allein 6 000 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren aus Osteuropa in die Prostitution verkauft.
RS
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