Im Liebesgedicht "Menjer Frā zem Krastdōch", das in burzenländer Mundart geschrieben wurde, tröstet Heinrich Schlandt (1858-1935) seine Frau mit der tiefen Zuneigung, die er ihr gegenüber hegt. Zu einem Haus in sächsischer Nachbarschaft, von dem beide träumten, haben die Ersparnisse nicht gereicht, doch Armut gepaart mit Zufriedenheit, überlegt der Autor, schaffen inneren Reichtum.
Heinrich Schlandt
Menjer Frā zem Krastdōch
Ech hun nast, dā huest nast,
Mir hun es garn;
Awer ous zwemōl nast
Kō nōch ast war’n.
Dat dōt en Wohrhīt as,
Hu mir gesëinj,
Sonst wēr’t am Kändjer
Uch Inkeln geschëinj.
Fōr en hīsch Hëisken af
Saxeschem Grangd
Huet et es fralich nōch
Netch gōnz gelangd.
Awer mir zwē sëinj īnt,
Mōcht, wad ir walt –
Nor de Zefridenhīt
Blëif as Gehalt.
Und wō īn Uermer dem
Ondern ast schinkt,
Dō huet uch Rechtum
Sich af se gesinkt.
Liëfte mir īfach uch,
Mir wōr’n gesangd –
Gott dem Harrn soi gedonkt –
Bäs af dis Stangd.
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