16. September 2007

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Grete Menning-Gierer: "De Flutter"

Den ganzen Sommer über waren sie liebe Gäs­te in unseren Blumengärten: die Schmetterlinge. Doch nun, da der Herbst beginnt, heißt es langsam Abschied nehmen von den bunten Freun­den. Im Siebenbürgisch-Sächsischen werden sie meistens als „Flutter“ bezeichnet. Daneben gibt es aber in den lokalen Dialekten eine Menge wei­terer Bezeichnungen. Einige davon hat Grete Menning-Gierer in einem humorvollen Gedicht zusammengetragen.
Ängde wonn det Frähjohr kit
uch de Sånn de Schnie mätnit,
fet det Woßen un, det Blähn.
Iwerål kån em se sähn,
åll dä Blommen. Wä se rächen!
Kiëwercher aus Rätze krächen,
frå sich un dem Sånneschenj.
Fluttercher åf Blomme senj.
Ålle Fårwen, ållen Oorten
sejt em fläjen durch de Goorten:
Den „Admiral“, de „Schwalbenschwanz“,
det klie weiß „C“ – sejt em net gånz.
Uch weiße, giële, bloe sätzen
åf de Blommen und benätzen
änär Rüsselcher, dä lånken.
Gånz def änne sä se teanken:
det „Pfauenauge“, „Fuchs“ – die grieß
end uch die klien. E jeder wieß,
dått sä geschätzt senj guer zesummen!

Doch wie, wie kännt se, åll är Nummen?
En poor, dä mecht ich hä erwehnen,
em kån en iwerål begenen:
Flutter, Flitter – son net ållen,
net em jeden dä gefållen.
Uch Ruppescheißer son är noch:
Fuer sä kit nor derr ien ä Froch.
Mät Pillengo do hu mer na
uch noch en ånj´reschen derza.
Vum Splitterholz hun ech gehihrt –
derr Nummen äs erwehnenswiërt.
Åldär sä Fliggelmäsch noch hießen,
dä klennen glatt wä uch dä grießen.
De åndern Spechhulz ke se son –
woräm? Dåt mess em net verstohn,
se hießen iefåch nor esi!
Gånz åndern åwer, dä se frih,
wo sä se Spajel hieße kennen.
Noch åndern wedder sich bekennen
zem Spajelhilzken, dåt äs klor,
äst åndert äs jo schär net wohr!
Åls Sommervijeltcher se fläjen
bä ånderen vu Blomm ze Blomm.
Und et äs wärlich e Vergnäjen,
wo sä är Flijeltcher åfschlon.
Munchenen sejt em sich bemähn,
är Fårwepruecht vunn noh ze sähn.

Und glått nemmest mess sich schummen,
dått hie gewiëhlt hot senje Nummen,
dänn, ’si verschiedä wä är Oort,
hoot uch är Numme sich bewohrt.

Eine Biographie von Grete Menning, geb. Gierer, geboren 1937 in Denn­dorf, finden Sie in der Siebenbürgischen Zeitung vom 15. November 2005. Die Mundart ist dem Schäßburgerischen angenähert – man beachte z.B. das lange O: „Oort“ (= Art).

Schlagworte: Mundart, Gedicht

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