6. April 2010

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Hoch interessanter Mundart-Vortrag

In dem am 3. März in der Reihe „Verständnis füreinander“ der Kreisgruppe Augsburg gehaltenen Vortrag „Das Siebenbürgisch-Sächsische. Gestern, heute, morgen?“ hat uns Michael Markel hoch interessante und wissenswerte Informationen rund um den siebenbürgisch-sächsischen Dialekt vermittelt.
Zur Definition: „Als Dialekt bezeichnet man eine natürlich gewachsene, regionale Sprachvariante, die auf geografisch engerem Areal von einer begrenzteren Sprecherzahl vornehmlich als mündliches Verständigungsmittel gebraucht wird.“ In den Dialekt fügen sich die einzelnen Ortsmundarten ein. Die Schriftsprache ist keine „bodenständige“, sondern eine „importierte“. Im Gottesdienst etwa „wird alles in Hoch-Teutscher Sprach gesungen und geschrieben. Die Predigten aber werden in gemeiner Landsprach verrichtet“ (Zitat aus dem Jahre 1666). In der Schulordnung von 1704 Consilium de schola wurde festgelegt, dass Schüler deutsche Texte sächsisch lesen sollten. (Staunen und Schmunzeln unter den Zuhörern.)

Das Siebenbürgisch-Sächsische ist dem Moselfränkischen zuzuordnen, verfügt jedoch über eine auffällige „Buntscheckigkeit“. Es befand und befindet sich in stetigem Wandel. Das betrifft den Wortschatz wie auch die Grammatik. Allerdings resultieren aus solchem Wandel mitunter recht eigenartige, nicht unbedingt gelungene Wortgebilde. Diese ordnet Markel sinnigerweise – in Anlehnung an „Denglisch“ – ins neue „Dächsisch“ ein. Gewiss gibt es noch zahlreiche Siebenbürger Sachsen, die ein unverfälschtes Sächsisch sprechen, doch ist die Dialekt-Erosion wohl nicht aufzuhalten.

Frage an die Zukunft: Wie übersetzt man ins Dächsische die altvertrauten Wörter: gomern und schemmern? Nach Herrn Markels Vortrag hieß es: „Man hätte ihm noch stundenlang zuhören können!“ Gibt es ein höheres, überzeugenderes Lob?

Imma Pelger

Schlagworte: Mundart, Augsburg

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