31. Mai 2010
Verbundenheit mit der deutschen Minderheit – Horst Seehofer (2. von links) mit Bernd Fabritius, Klaus Johannis, Bischof Christoph Klein (v. l.) vor dem Sitz des Forums und der Zweigstelle der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen in Hermannstadt. Foto: ADZ
Eingeladen zu dem zweitägigen Besuch hatte Premierminister Emil Boc (PDL). Bei Gesprächen mit diesem, Präsident Traian Băsescu und dem Vorsitzenden des Senats Mircea Geoană (PSD) ging es um die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit bei Strukturpolitik, Energie, Bildung und Tourismus. Es sei auch über die Sparbemühungen in beiden Ländern und die deutsche Minderheit gesprochen worden, zitiert die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien Ovidiu Ganţ, den Abgeordneten des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, der an den Treffen teilgenommen hatte. Unterstützung sicherte Seehofer Rumänien bei der Erfüllung der Kriterien zum Beitritt in den Schengen-Raum zu. Dieser werde für den März 2011 angestrebt.
Im Hermannstädter Rathaus wurde Ministerpräsident Horst Seehofer von Bürgermeister Klaus Johannis (Mitte) empfangen, auf dem Bild mit Bernd Fabritius und Generalkonsul Thomas Gerlach (von rechts).
Der Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis empfing den bayerischen Ministerpräsidenten am 27. Mai. „Die Stadt ist sehr dynamisch, sehr ansprechend und sie ist die Hauptstadt der deutschen Minderheit“, fasste Seehofer seine Eindrücke zusammen. Hermannstadt sei in Bayern ein großer Begriff. Bei einem Gespräch im Rathaus informierte Johannis über die Entwicklung der Stadt in den vergangenen 20 Jahren. An dem Gespräch nahmen der Forumsabgeordnete Ovidiu Ganţ, der Vorsitzende des Hermannstädter Kreisrates Martin Bottesch und Präfekt Constantin Trihenea teil. Im Anschluss äußerte Seehofer seinen Respekt für das bisher Geleistete. „Es gibt eine Arbeitslosenquote in der Stadt, die an bayerische Verhältnisse erinnert, nämlich praktisch Vollbeschäftigung.“ Die siebenbürgisch-sächsische Vergangenheit Hermannstadts erklärte Bürgermeister Johannis Seehofer bei einem Spaziergang durch das historische Zentrum. Einen Einblick in sächsische Bräuche bekam der Politiker am Abend bei einem Auftritt der Jugendtanzgruppe des Hermannstädter Forums.
Der Stadtrundgang in Hermannstadt endete in der orthodoxen Kathedrale, wo Horst Seehofer von Mitropolit Serafin und Mitropolit Laurenţiu (1. und 2. von links) begrüßt wurde.
Während des Besuches wurden mehrere für den Verband der Siebenbürger Sachsen wichtige Themen besprochen, erklärte Bernd Fabritius gegenüber der Siebenbürgischen Zeitung. Der rumänische Innenminister Vasile Blaga bekräftigte im Gespräch mit Boc und Seehofer seine in Dinkelsbühl zugesagte Absicht, „die vom Verband bemängelten Unzulänglichkeiten in Restitutionsverfahren genau zu analysieren und kritisierte Punkte durch eine Gesetzesänderung zu verbessern“. Mit der Ministerin für Regionalentwicklung und Tourismus Elena Udrea (PDL) wurden am Rande des Besuches von der deutschen Minderheit gestellte Projektanträge (z.B. der Antrag der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien zur Renovierung von 18 Kirchenburgen) besprochen. Udrea sagte zu, die Genehmigungsverfahren rasch voranzubringen, und begrüße die angekündigte Bekanntmachung des Projektes nach dessen Realisierung über die Internetplattform www.siebenbuerger.de, von deren Verbreitungsgrad die Ministerin sich beeindruckt zeigte.
hw
Externe Links:Schlagworte: Politik, deutsch-rumänische Beziehungen, Bayern, Fabritius
30 Bewertungen: ![]()
Artikel wurde bis jetzt noch nicht kommentiert.
Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich.
Schmökern und recherchieren im Archiv der SbZ von 1950-2010.
29. Februar 2012
11:00 Uhr