TV-Tipp: Gipfel der Genüsse(4/5): Das Hochplateau Luncanilor in Transsilvanien

(07.08.2010) 14:00 - 14:25 Uhr

Deutschland

ARTE, Samstag, 7. August, 14:00 bis 14:25
ARTE, Donnerstag, 12. August, 16:25 bis 16:55
Gipfel der Genüsse(4/5): Das Hochplateau Luncanilor in Transsilvanien
Auf der Hochebene Luncanilor(rumänisch: Podişul Luncanilor) in den rumänischen Karpaten lebt eine kleine Gemeinschaft von circa 70 Menschen. Durch ihre Abgeschiedenheit haben sie alle politischen Wirren schadlos überstanden.
Bis heute führt keine Autostraße nach Luncanilor, es gibt dort Wölfe und Bären. Ab Juni muss jeder beim Heumachen helfen, die Wiesen werden noch immer mit der Sense gemäht. Beim Schafehüten wechselt man sich ab. Ein Auto besitzt keiner dort, der elektrische Strom kam erst vor ein paar Jahren.
Milch, Käse, Fleisch, Mais, Kartoffeln, alle Lebensmittel produzieren die Menschen der Hochebene selbst, und diese Produkte sind von überragender Qualität. Legendär ist der selbstgebrannte Obstler von Onu Susan: "Es gibt mehrere Aspekte, warum unser Obstbrand so gut wird: Erstens leben wir hier in einer ökologischen Bergregion, über 900 Meter hoch. Hier wächst eine sehr gute Zwetschgenart, die reich an Zucker ist. Ein zweiter Aspekt ist unsere lange Erfahrung beim Brennen und dann haben wir ein wunderbares Gebirgswasser, mit dem wir den Obstbrand versetzen und das wir auch beim Waschen der Fässer und Kessel verwenden."
Balmosch, ein Maisbrei, gekocht in purer Schafssahne, kommt traditionell fast täglich auf den Tisch. Ein Sprichwort sagt: "Ein Mädchen darf erst dann heiraten, wenn es guten Balmosch zubereiten kann." Livia Tătulea ist schon einige Jahre verheiratet: "Man darf immer nur ein bisschen Mehl zugeben und muss dauernd rühren, dann bleibt der Balmosch locker und sämig, sonst wird er fest und zäh und schmeckt nicht. Als ich den ersten Balmosch machte, als junges Mädchen, ist er nicht besonders gelungen. Man braucht Zeit, bis man es wirklich beherrscht. Aber mittlerweile kann ich es."
Auf dem Hochplateau existiert eine intakte bäuerliche Welt, wie es sie so kaum noch gibt in Europa, nahe an den Ursprüngen - eine Welt, die schon viele Epochen unbeschadet überlebt hat. Doch die ersten Vorboten europäischer Lebensmittelgesetze werden auch in Rumänien spürbar. Bald dürfen die nicht normgerecht produzierten Waren nicht mehr in den Verkauf. Das kleine Paradies ist also in Gefahr.
Pressetext: ARTE

Ort: Karpaten/Rumänien

Veranstalter: ARTE

Schlagwörter: TV, Medien, Doku

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