27. Dezember 2011
Ausgezeichnete Reproduktionen von Blumenbildern, aber auch von Landschaften, Stadtwinkeln, Stillleben und Alltagszenen finden sich in dem vor Jahreswechsel herausgebrachten Barner-Kunstkalender. Da keine Wochentage eingetragen sind, behält der Kalender über die Jahre seine Gültigkeit. Mit drucktechnischer Sorgfalt und informativer Dichte herausgebracht von der HOG Agnetheln unter Beratung und fotografischer Unterstützung durch Marius Joachim Tătaru vom Siebenbürgischen Museum Gundelsheim. Die informative Dichte meint die rund fünfzig zusätzlichen Bilder, Zeichnungen, illustrierten Manuskriptblätter und Partituren auf den Rückseiten und Zusatzblättern des Kalenders, der auf diese Weise das Gewicht eines Erstkatalogs voller Überraschungen erreicht. Diese Leistung war möglich durch den besonderen lokal- und kunstpatriotischen Einsatz von Helga Lutsch, die – auch unterstützt vom Harbachtalmuseum in Agnetheln – reiche Schaustücke für eine virtuelle Ausstellung zusammentrug. So haben die Agnethler und die siebenbürgischen Kunstfreunde in diesem Jahr (130 Jahre seit Barners Geburt, 50 Jahre seit seinem Tod) einen ganz besonderen Kalender: indem sie Barner ehren, ehren sie sich selbst. Die Hälfte der reproduzierten Bilder zeigt Blumen: Margeriten, Zinnien, Ringelblumen, Astern, Chrysanthemen, Pfingstrosen. Diese Bilder stammen vornehmlich aus Privatbesitz. Keine Exoten an Farbe und Form; es sind übersichtliche Sträuße mit Blumen aus dem Hausgarten. Sie mögen als unpolemische Replik auf die Sträuße der Schreinermaler gelten. Handwerk und Kunstwerk als Freunde. Ein Leben mit Originalen, selbst mit reproduzierten Originalen kann schön sein.
Horst Schuller
Schlagworte: Agnetheln, Kalender, Kunst
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