24. Januar 2016

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Facettenreiche Familienforschung

Das Warten auf das neue Jahresheft der „Siebenbürgischen Familienforschung“ hat sich gelohnt, auch wenn es diesmal länger als sonst gedauert hat, bis die „Mitteilungen der Sektion Genealogie“ des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) im Briefkasten lagen. Das weitere Erscheinen der für die Kommunikation zur Genealogie Siebenbürgens so wichtigen Veröffentlichung war – aus finanziellen Gründen – insgesamt in Frage gestellt und wurde erst durch die Zuwendungen von familienkundlich interessierten Spendern möglich gemacht. Das kleinformatige Heft enthält eine Vielzahl sehr gehaltvoller Beiträge, die nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen.
Das Heft eröffnet mit einem Dank des Schriftleiters und Leiters der AKSL-Sektion Genealogie, Dr. Christian Weiss, in dem er unter anderem hervorhebt, dass kommende Ausgaben der Siebenbürgischen Familienforschung nur erscheinen können, wenn geneigte Leser einen über die Abo-Kosten hinausgehenden finanziellen Beitrag leisten. Programmatische Beiträge desselben Autors („Alle Geheimnisse dieser Welt…“) sowie von Ulrich A. Wien („Zu erwartende Früchte genealogischer Vernetzung und Transparenz“) zeigen den aktuellen Stand und die mögliche Entwicklung der siebenbürgischen Familienforschung und insbesondere des Projektes „Genealogie der Siebenbürger Sachsen“ auf.

Über wichtige Quellen für diese genealogische Forschung informiert Martin Armgart in seinem Werkstattbericht, indem er die Digitalisierung des Urkundenbuchs der Siebenbürger Sachsen, die Erschließung der evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts sowie die Vorarbeiten zur Erschließung der Synodalprotokolle des 17. und 18. Jahrhunderts vorstellt. Eine Arbeitsgruppe von Genealogen hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Register der Personennamen jener Teile des Urkundenbuches zu erstellen, das digital bereits vorliegt. Eine ebenfalls sehr hilfreiche Quelle für Familienforscher sind Behörden-Schematismen und Stadtadressbücher, die Werner Klemm vorstellt. Sehr detailliert sowie mit Fotos und Skizzen veranschaulicht sind die Ausführungen von Michael Hihn über den Hof der Familie Hihn in Reußen, das gilt ebenso für die Genealogie des Schulmanns, Pfarrers und Botanikers Michael Fuss, die Lukas Gross beschreibt. Das erst kürzlich wiederentdeckte Ehrenbuch der Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkriegs aus der evangelischen Kirchengemeinde Mediasch stellt Albert Klingenspohr vor.

Dass man auch in der Familienforschung gelegentlich falschen Informationen „aufsitzt“ und dass es realistische Möglichkeiten gibt, diese zu korrigieren, zeigen Werner Klemm und Thomas Albrich in ihrem Beitrag „Bergleiter-Forschung auf falscher Fährte. Richtigen Herkunftsort entdeckt“. Kostproben aus der Matrikel von Deutsch Budak liefert Christian Weiss. Vom selben Autor stammt der Beitrag über Pfarrerverwandtschaften am Beispiel Georg Henrichs (1745-1798). Aus dem Nachlass von Horst Klusch stammt sein Beitrag über die Herkunft des Namens Klusch. Als Beispiel einer mit Gen_Plus erstellten Ahnenliste liefert Christian Weiss jene von Helmut Artur Arnold Arz von Straussenburg und seinem älteren Bruder Herbert Georg Albert Arnold. Leider bleibt der Autor die Erklärung schuldig, warum manche Vornamen in Anführungsstriche gesetzt sind. Der Beitragsteil schließt mit Ausführungen von Volker Wollmann zu bergmännischen Motiven und Emblemen auf Standes- und Gemeinschaftswappen aus Siebenbürgen sowie aus den im Jahre 1918 an Rumänien angegliederten Gebieten.

Ein Jubiläum kann die Bibliographie „Siebenbürgische Genealogie“ feiern, deren Folge 50 in diesem Heft erschienen ist. Von Balduin Herter initiiert und bis zu seinem Tod gepflegt, wird diese Rubrik nunmehr von Werner Klemm betreut. Sie leistet wertvolle Forscherhilfe, indem sie Literatur zur siebenbürgischen Familienforschung älteren und neueren Datums auflistet. Ebenfalls von Werner Kremm verfasst ist der Nachruf auf den Genealogen Friedrich Töpfer (1937-2014); die darin integrierte Liste von Veröffentlichungen belegt die umfangreiche Forschertätigkeit des Verstorbenen. Die Rubrik „Mitteilungen“ enthält eine größere Zahl von Tagungsberichten; diese untermauern die Vitalität der siebenbürgischen Familienforschung. Doris Reuter erläutert jene zehn Dinge, die jeder Genealoge getan haben sollte. Der nicht ganz ernst gemeinte Beitrag „Der Neandertaler, unser Verwandter“ von Christian Weiss beschließt das kleinformatige, aber inhaltsreiche Jahresheft.

Das jährlich erscheinende Heft Siebenbürgische Familienforschung, Böhlau Verlag, Köln u. a., hat einen Gesamtumfang von etwa 100 Seiten und kann zum Preis von 18,50 Euro (für AKSL-Mitglieder: 9 Euro) beim Siebenbürgen-Institut, Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar, www.siebenbuergen-institut.de, Fax: (0 62 69) 42 10 10, bezogen werden. Bei derselben Adresse sind auch Informationen über die Sektion Genealogie des Arbeitskreises erhältlich.

uk

Schlagwörter: Familienforschung, Heft, Siebenbürgen-Institut

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