11. August 2007
Gert & Uwe Tobias: Ohne Titel, 2007. Farbiger Holzschnitt auf Papier, 210 x 160 cm.
„Die Bildwelt von Gert und Uwe Tobias“, schreibt der renommierte Kunsthistoriker Georg Elben (anlässlich einer Werkschau 2004 in Köln), „bezieht sich auf Siebenbürgen, (...) Erinnerungen an Brauchtum, Folklore und Tradition: Ornamente von alten Trachten, ein Maibaum mit bunten Bändern, eine Glocke, eine Kirche, Sterne, fantastische Wappen, Trompeten für die Blasmusik und die historisch-mythische Figur Dracula stammen aus einem medial transformierten Transsylvanien. Ihre Kindheit am Rande der Karpaten in einer Gegend von Rumänien, wo ein auf deutsche Ursprünge zurück gehender Dialekt gesprochen wird, bildet den langsam schwächer werdenden Hintergrund für ihre Arbeit. In ihren Zeichnungen beschäftigen sich die Künstler mit historischen Bildtraditionen, sie entwickeln Objekte, die Assoziationen zum Beispiel an eine Lampe oder einen Lüster auslösen, jedoch bei der ausprobierenden Suche nach einer neuen Form für einen Maibaum entstanden. Auch bei den bildhaften Zeichnungen wie bei der vielteiligen und sehr großformatigen Serie von Holzschnitten (bis 150 x 280 cm) sind folkloristische Motive Auslöser für ihr Interesse, inhaltlich und formal zu einem erweiterten Themenkreis vorzustoßen.“
In Kronstadt geborene Künstlerzwillinge: Gert und Uwe Tobias
Bis 2002 studierten die Brüder an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig bei Walter Dahn. Ihre Werke präsentierten sie in Einzelausstellungen in Köln, Brüssel, in Los Angeles und Athen. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums in Hermannstadt zeigte im Juli diesen Jahres im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms Holzschnitte und Schreibmaschinenarbeiten von Gert und Uwe Tobias.Christian Schoger
Schlagworte: Künstler, Kronstadt, Preis
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29. Februar 2012
11:00 Uhr