14. September 2008
Frau Erika „Eri“ Messner mit dem neuen Bildband „Der Attersee. Die Kultur der Sommerfrische“ auf der Terrasse ihrer Künstler-Villa in Seewalchen am Attersee. Foto: der Verfasser
Eine merkwürdige Reihe von Zufällen brachte es mit sich, dass die Villa mehrfache Bezüge zu Rumänien besitzt. Zum einen gilt mittlerweile als erwiesen, dass die Villa Paulick mit ihrem „Turm-Villen“-Stil dem Architekten Johannes von Schulz beim Bau des Schlosses Pelesch als stilistisches Vorbild diente (Schulz hatte die von Architekt Wilhelm von Doderer begonnene Arbeit am rumänischen Königsschloss 1876 übernommen; siehe hierzu Ruxanda Beldimans Beitrag in „Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie“, Wien 2007); zum anderen waren es der gleiche Gustav Klimt und sein Bruder Ernst Klimt, die sich zusammen mit Franz Matsch (das Trio hatte sich um 1880 unter dem Namen „Die Künstler-Compagnie“ zusammengeschlossen) an der Ausmalung des rumänischen Königsschlosses 1883-1886 beteiligten. Die Villa Paulick am Attersee mit ihrem deutschen Neo-Renaissance-Stil sollte Gustav Klimt freilich erst viel später über Emilie Flöge kennenlernen.
„Eri Messner, unserer stets liebenswürdigen ‚Hochzeits-Wirtin‘ herzlich zugeeignet. Bernhard Barta, diesmal im Bootshaus am Freitag, den 13. Juli 2007“. Widmung mit einer Zeichnung Dr. Bartas in dessen Buch „Das Malerschiff. Österreichische Künstlerkreise der Zwischenkriegszeit (2007). Die Zeichnung zeigt den Blick von der Terrasse auf das Bootshaus der Villa Paulick. Foto: der Verfasser
Alles, was Rang und Namen in der österreichischen Kunstszene hat, war schon mal da und zu vielen hat sich auch ein sehr persönliches Verhältnis entwickelt, etwa zu Dr. Walter Koschatzky (langjähriger Direktor der Albertina), dem Kunstbuchverleger Dr. Christan Brandstätter („noch ein Kavalier der alten Schule“) oder dem Kunstsammler Dr. Rudolf Leopold, dessen Privatsammlung von Malern wie Schiele, Klimt und Kokoschka den Grundstock für ein Museum zur Kunst der frühen Moderne bildet („Stiftung Leopold“). Zur Zeit geht häufig eine Doktorandin ein und aus, weil sie eine Dissertation über Richard Teschner, Klimts Künstlerkollegen, schreibt („die beiden konnten sich überhaupt nicht leiden“), mit dessen Graphiken und Stabpuppenentwürfen Frau Messner ein ganzes Museum füllen könnte. So ist es auch kein Wunder, dass derzeit Exponate aus ihrem Besitz in St. Wolfgang unter dem Motto „Maler, Musiker und Dichter auf Sommerfrische“ zu sehen sind – darunter das alte Gästebuch und der von Teschner gefertigte Hausgott der Villa Paulick (die Ausstellung „Salzkammergut – OÖ. Landesausstellung 2008“ wird noch bis zum 2. November nach Schwerpunktthemen geordnet an 14 Ausstellungsorten „dezentral“ gezeigt). Die eigentliche, höchst sehenswerte „Leitausstellung“ befindet sich in Schloss Orth in Gmunden.Konrad Klein
Schlagworte: Kunst, Kunstgeschichte
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