8. Juni 2011

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Mit den Siebenbürgern im Geiste verbunden: Bistritzer Delegation in Wiehl

Von Herzlichkeit und Freude geprägt war die Begrüßung zwischen Wiehls Bürgermeister Werner Becker-Blonigen und Teodor Ovidiu Creţu, Bürgermeister aus Bistritz, beim Empfang der rumänischen Folklore-Gruppe „Cununa de pe Someş“ (Kranz vom Somesch) auf dem Wiehler Rathausvorplatz, die im Rahmen der Europawoche zu Gast in Wiehl und Drabenderhöhe war.
Dieser Besuch sei ein „bisschen mehr als Unterhaltung“, erklärte Becker-Blonigen in seinen Grußworten. Die Brücke zwischen Wiehl, Bistritz und den Siebenbürger Sachsen sei in erster Linie Dr. Hans Georg Franchy aus Drabenderhöhe zu verdanken. Der Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Bistritz-Nösen ist für seine Verdienste zum Ehrenbürger von Bistritz ernannt worden. Über den Zugang zu Rumänien über die Siebenbürger Sachsen solle man dankbar sein, den Menschen dort die Hand reichen und die Chance wahrnehmen, dieses große traditionsreiche Land kennen zu lernen und an der Seite zu haben, so Becker-Bloningen. V.l.: Dr. Hans Georg Franchy, Bürgermeister ...V.l.: Dr. Hans Georg Franchy, Bürgermeister Werner Becker-Blonigen, Bodo Löttgen MdL, Enni Janesch, Bürgermeister Teodor Ovidiu Creţu, Landrat Hagen Jobi und Generalkonsul Dr. Vlad Vasiliu. Foto: Christian Melzer Bürgermeister Creţu betonte, dass „auch wir bemüht sind, diese Beziehungen, die durch die Siebenbürger Sachsen zustande gekommen sind, zu pflegen.“ Die Siebenbürger Sachsen, die vor über 800 Jahren nach Siebenbürgen gekommen seien, hätten Materielles und Kulturelles aufgebaut und hinterlassen. Auch wenn man nicht verwandt sei, fühle man sich als Nachkomme und dem siebenbürgischen Erbe verpflichtet, und man freue sich über jeden, der seine Heimat besuchen komme. Creţu lud Wiehls Bürgermeister und die Stadtverordneten für Juli zu einem Gegenbesuch nach Bistritz ein.

Mit dem „Graf Zeppelin Marsch“ eröffnete das Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe unter Heinz Rehring den Abend der Begegnung im Kulturhaus. Eine Augenweide waren die Auftritte der Folkloregruppe mit ihren temperamentvollen Liedern, Tänzen und Trachten aus dem Tal des Somesch, von Sieu und der Moldau. Stürmischen Beifall gab es für die Solisten Marioara Sigharteu und Petru Petruse.

Enni Janesch begrüßte in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe des Verbandes der Siebenbürger Sachsen die Gäste im Kulturhaus und drückte ihre Freude über die intensiven Kontakte zwischen Drabenderhöhe und Bistritz aus. Janesch zeigte sich erfreut über die große Zahl der anwesenden Wiehler Stadträte und Mitglieder des Kulturausschusses, der seine Sitzung wegen der Kulturveranstaltung vorher in Drabenderhöhe abgehalten hatte. Ein besonderer Gruß galt neben den beiden Bürgermeistern dem rumänischen Generalkonsul aus Bonn, Dr. Vlad Vasiliu, dem CDU-Landtagsabgeordneten Bodo Löttgen, dem Landrat des Oberbergischen Kreises, Hagen Jobi, sowie dem Landesvorsitzenden der Siebenbürger Sachsen, Rainer Lehni. Folklore-Gruppe \"Cununa de pe Somes\" (Kranz von ...Folklore-Gruppe "Cununa de pe Somes" (Kranz von Somesch) in Aktion. Foto: Werner Klein Bürgermeister Becker-Blonigen plädierte für ein „neues Miteinander im Bewusstsein einer gemeinsamen Geschichte zum Wohle unserer Kinder und unseres europäischen Hauses“. Mit „Bine aţi venit“ (Herzlich willkommen) begrüßte Landrat Hagen Jobi die rumänische Delegation zum Deutsch-Rumänischen Kulturtag, der seit Jahren in vielen Städten als Beitrag zur Völkerverständigung in einem geeinten Europa begangen werde. Jobi zeigte sich überzeugt davon, dass man viele Bürger dafür gewinnen könne, insbesondere hier in der großen Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen in Drabenderhöhe. Der Dank des CDU-Landtagsabgeordneten Bodo Löttgen ging an Bürgermeister Creţu, der nach dem Brand der Kirche in Bistritz für den Wiederaufbau 1300000 Euro zur Verfügung gestellt hatte. Das sei eine „tolle Tat“ gewesen. Für den rumänischen Konsul war es eine Freude, „hier in diesem Haus einen Kulturabend erleben zu dürfen“. Bürgermeister Creţu bedankte sich abschließend für die „Herzlichkeit und Wärme, mit der wir empfangen wurden“. Noch einmal betonte er, dass man sich mit den Siebenbürgern im Geiste verbunden fühle und sich bewusst sei, dass deren Erbe gepflegt werden müsse.

Ulla Schenker

Schlagworte: Bistritz, Drabenderhöhe

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