18. September 2011
Patriarch Daniel zelebriert den Gottesdienst. Foto: Peter Mario Kreuter
Von deutscher Seite wird dieses Anliegen, wie bei den Reden zur Grundsteinlegung betont wurde, finanziell und politisch ohne Vorbehalte gefördert. Im Vorstand des Kuratoriums zum Kirchenbau engagiert sich Barbara Stamm (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags. Die Stadt München stellte das Grundstück zum Kauf zur Verfügung, die Katholische Erzdiözese von München und Freising als auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern beteiligen sich daran finanziell, Letztere mit einem Betrag von 300.000 Euro, was mehr als einem Viertel des Grundstückspreises entspricht.
Modell der Kirche, das auf dem 2600 qm großen Areal entstehen soll. Im Untergeschoss wird ein Gemeindesaal eingerichtet werden. Foto: Peter Mario Kreuter
Die Gründung des Rumänisch-Orthodoxen Kirchenzentrums steht für eine Erfolgsgeschichte der letzten Jahre: München wird neben Nürnberg zu einem wichtigen Zentrum der rumänischen Orthodoxie in Deutschland, da das bisherige Wirken ihrer Vertreter von den Schwesterkirchen ausgesprochen positiv wahrgenommen und somit tatkräftig unterstützt wird. Ihre Annäherung an westeuropäische Vorstellungsmuster und ihre ökumenische Offenheit wird bei der durchaus westlichen Konzipierung des Kirchenzentrums deutlich. Diese Anpassungsbereitschaft wird von der deutschen Politik honoriert, die an einem Musterbeispiel ihrer Integrationspolitik arbeitet: Die gewährte Unterstützung wird von den rumänischen Gläubigen angesichts der für sie hohen kulturellen Bedeutung der Orthodoxie als respektvolle Anerkennung ihrer rumänischen Identität dankbar angenommen. Ein Heimischwerden im bisweilen recht fremden Deutschland wird damit erleichtert. Die Förderung des Kirchenzentrums könnte dabei wichtiger sein als etwa der Aufbau einer weiteren rumänischen Kulturinstitution.
Patriarch Daniel im Gespräch mit dem katholischen Weihbischof Engelbert Siebler. Foto: Albert Weber
Mit dem Bau wurde der seit 2004 in München residierende Weihbischof Sofian von Kronstadt beauftragt. Die Arbeiten werden schätzungsweise drei bis vier Jahre dauern und sind, da traditionell auf eine Kirchensteuererhebung verzichtet wird, abhängig von der Höhe der eingegangenen Spenden. Weitere Informationen über das geplante Zentrum sowie über künftige Veranstaltungen, zu denen auch nicht-orthodoxe Besucher herzlich eingeladen sind, sind stets aktualisiert auf www.cbrom.de nachzulesen.
Albert Weber
Schlagworte: München, Kirche, Rumänien, Grundsteinlegung
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Schmökern und recherchieren im Archiv der SbZ von 1950-2010.
13. Juni 2012
11:00 Uhr