9. Februar 2012
Das Skariatin-Denkmal. Archivbild (Archiv Walter Lingner, Düsseldorf)
Wenn man Jahrzehnte nicht mehr dort war, ist es nicht leicht, sich in der Weißkircher Aue zurecht zu finden. Alles sieht anders aus. Ich ging von der Weißkircher Straße, aus Schäßburg kommend, in Richtung Wald und bog unmittelbar vor der ehemaligen Nicovala (das Werk ist nur noch Schutt und Asche) in einen Waldweg und hielt mich danach unmittelbar rechts. Nach etwa 400 m und einigem hartnäckigen Nachfragen fand ich den „alten General“ verloren und vergessen zwischen unpersönlichen Neubauten (für diejenigen, die die Stätte besuchen möchten: Etwa 200 m vor der Nicovala, gegenüber einen Wohnblock, der blau angestrichen ist und an einen Bau grenzt, in dem Fliesen verkauft werden, liegt eine Straße namens Dumbravei; der Weg führt geradeaus bergauf zum Denkmal).
Das Skariatin-Denkmal im November 2011. Foto: Arpad Bako
Am nächsten Tag hatte ich einen Termin beim Bürgermeister von Schäßburg, Ing. Dorin Dăneşan. Dabei erläuterte ich ihm den Sachverhalt und bat ihn zu überprüfen, ob eine Verlegung in die Stadt aus Gründen der Sicherheit sowie als Touristenattraktion möglich sei. Hinzugerufen wurde der Chefarchitekt des Bürgermeisteramtes. Er teilte mit, dass bereits 1996 ein Antrag auf Verlegung des Denkmals bei der Russischen Botschaft gestellt worden sei, jedoch ohne Erfolg. Die Skulptur gehört zwar dem rumänischen Staat, jedoch bei Persönlichkeiten eines anderen Landes hat das betreffende Land ein Mitspracherecht. Anfang November wurde ein neuer Anlauf gemacht und die Botschaft soll ihr Einverständnis nun telefonisch gegeben haben, nachdem der Beschädigungsgrad weiter fortgeschritten ist. Man wartet noch auf die schriftliche Zusage. Danach wird ein Projekt in die Wege geleitet, das den Umfang der Restaurationsarbeiten definiert und deren Kosten ermitteln soll. Der Antrag inklusive Dokumentation geht an das Amt für Kulturerbe (Patrimoniul National) nach Bukarest zur Genehmigung. Es muss auch die Finanzierung des Vorhabens gesichert sein. Laut Dăneşan ist als neuer Standort der russische Heldenfriedhof in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Schwimmbades/Eisstadions auf dem Weg in Richtung Bahnhof vorgesehen. Dies hat die Russische Botschaft so entschieden. Ich hatte den Park im Zentrum der Stadt oder den Vorgarten des Bürgermeisteramtes vorgeschlagen, da hier für erheblich mehr Attraktion gesorgt wäre und auch die Sicherheit vor weiteren Beschädigungen besser gewährleistet wäre. Wir warten die weitere Entwicklung ab und hoffen auf einen guten Ausgang.
Arpad Bako
Schlagworte: Schäßburg, Kulturerbe
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