6. Juli 2007

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Siebenbürger Sachsen planen große genealogische Datenbank

Eine Tagung zum Thema „Siebenbürgisch-sächsische Genealogie“ veranstaltete die Sektion Genealogie des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde fand in Gundelsheim vom 4. bis 6. Mai statt. Die Zielvorgabe lautete, vorhandene Daten vieler einzelner Genealogen zusammenzufassen, die Datenstruktur zu vereinheitlichen, zu vernetzen und in einer großen genealogischen Datenbank allgemein zugänglich zu machen. Die Arbeiten zur Vereinheitlichung galt es zu definieren und zu organisieren.
Gisbert Berwe versprach das GEDCOM-Modul seines Genealogieprogramms Gen_Plus in Zukunft so zu programmieren, dass die Identität aller erfassten Mitarbeiter festgehalten werden kann. Die zusammengeführten genealogischen Daten ergeben gewiss Überschneidungen, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch unterschiedliche Daten enthalten, die nicht miteinander abgeglichen werden können. Für solche Fälle ist die Angabe der Quellen und ihrer Bearbeiter besonders wichtig. Jedem Genealogen wird empfohlen, seine Quellen von Anfang an genau anzugeben, damit die Richtigkeit unserer Quelleninterpretationen nachprüfbar ist.

Ein wichtiges Anliegen ist es, jeder Person ausreichend viele Lebensdaten zuzuordnen. Bilder und Anekdoten sind besonders geeignet, Typisches zu übermitteln. Jede zur Verfügung gestellte Datenbank bleibt in Gundelsheim im Original erhalten.

Nach der Mittagspause referierte Dr. Werner Klemm über Hilfsmittel und Sekundärquellen des Genealogen. In einem zweiten Beitrag gab er Empfehlungen für den Umgang mit Nachlässen. Diese gehören grundsätzlich in Archive. Es sei sinnvoll, selbst Nachlässe noch zu Lebzeiten vorzubereiten (Originale und Kopien mit Inhaltsverzeichnis, auf haltbarem Papier, nicht mit Metall oder Plastik geheftet). Archivar Christian Reinerth wies darauf hin, dass Nachlässe auch als Vorlass im Siebenbürgischen Archiv abgegeben werden können.

Herr Reinerth berichtete über den Stand der Digitalisierung der Hermannstädter Matrikeldatei: Von den 26 500 Familienbögen sind etwa 10 % digitalisiert, von den 150 000 Karteikarten nur ein kleiner Teil. Die Kopien der Karteikarten und Familienbögen stehen in Gundelsheim zur Einsicht zur Verfügung. Zurzeit ist Reinerth der einzige Bearbeiter der Hermannstädter Matrikeldatei. Mitarbeiter werden dringend gesucht.

Grundsätzlich erklärten sich alle Teilnehmer einverstanden, auf eine siebenbürgisch-sächsische Datenbank hinzuarbeiten. Um weitere Mitarbeiter soll geworben werden, vor allem für die Ortschaften, für die noch keine Daten erfasst wurden. Der Vorschlag, ein Glossar oder eine alphabetisch geordnete Liste mit gebräuchlichen genealogischen Begriffen und Wörtern aus siebenbürgischen Kirchenbucheintragungen zu erstellen, wurde erörtert. Es soll eine offene Datei eingerichtet werden, die jeder Interessierte nach dem Muster von WIKIPEDIA ergänzen kann. Herr Klemm soll den Entwurf einer Strukturdatei vorlegen.

Christian Weiss gab im Anschluss noch einige Hinweise zum Umgang mit Matrikeln, Karteikarten und Familienblättern: Bei Arbeitsbeginn müssen in der Quellenverwaltung die Quellen genau angegeben werden. Ähnlich ist mit der Ortsverwaltung umzugehen, wobei die Adressen nach Möglichkeit mit Hausnummer und Datum zu versehen sind. Bearbeiter übersehen häufig, dass Wohnortangaben vorliegen, noch häufiger, dass dazu auch ein Jahr bekannt ist. Matrikel sind im ersten Arbeitsgang möglichst voll auszuschöpfen, wobei der Anmerkungsrubrik ein besonderes Augenmerk gilt. Angesichts der Größe des Vorhabens „Siebenbürgisch-sächsische Genealogie“ werden Mitarbeiter gesucht. Es gibt viele Möglichkeiten zur Mithilfe, auch für Personen, die nicht mit einem Computer umgehen können.

Bernd Eichhorn

Schlagworte: Genealogie, Gundelsheim, AKSL

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