Heldsdorf - Informationen

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Zur Geschichte des Ortes

Die Gemarkung ist ganz eben und ohne Wald, weshalb die Gemeinde den Winden aus allen Himmelsrichtungen ausgesetzt ist und so zu den kältesten Ortschaften des Burzenlandes gehört.

Über die Gründung von Heldsdorf ist nichts bekannt, vermutlich erfolgte sie zwischen 1225 und 1241. Erstmals 1377 urkundlich erwähnt, entwickelt sich Heldsdorf zu einer stattlichen Gemeinde trotz der zahlreichen feindlichen Einfälle, Brände und Seuchenepidemien. Wegen des zu kleinen Hatterts waren die Heldsdörfer gezwungen andere Erwerbsquellen zu erschließen. Sie verrichteten dabei insbesondere Fuhrdienste für Kronstädter Kaufleute.
Von der ersten Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist nur noch das spätromanische Westportal übriggeblieben. Diese wich im 15. Jh. einer gotischen Hallenkirche, die 1802 durch ein Erdbeben zerstört und zwischen 1804-1807 neu aufgebaut wurde. Der wertvolle Doppelflügelaltar blieb beim Erdbeben unbeschadet. Die Kirchenburg mit viereckigem Zwinger wurde 1895 abgetragen.
Bedeutende Gemeinschaftsbauten: Das evangelische Pfarrhaus (1826), Rathaus (1849), Kaserne (1865), evangelische Schule und Schulsaal (1896), Gemeindegasthaus (1904), Elektrizitätswerk (1909), Schlachthaus (1911), rumänische Schule (1934), Kindergarten (1935).
Andere Einrichtungen: evangelischer Friedhof (1833), Freizeitpark mit Sportplatz (1904) und das Volksbad (1909).
Vereinsleben: Neben den vier Quartalen (Nachbarschaften) entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Bruderschaft und Schwesternschaft, der evangelische Frauenverein (1881), Feuerwehrverein, Musikvereine (Männerchor seit 1863), Kasinoverein (Theater und Bibliothek) und Sportvereine. Nach 1945 wurde Heldsdorf zu einer Handballhochburg Rumäniens.
Bedeutende Persönlichkeiten: Johann Lukas Hedwig (1802-1849), General Dumitru Eremia (1910-1976), Dr. Wilhelm Depner (1873-1950), Paul Richter (1875-1950).
Heldsdörfer Besonderheiten: Der Hattert ist ganz eben und Ackerboden bester Qualität. Weil die Heldsdörfer den Boden nicht hergeben wollten, erhielten sie keinen Eisenbahnanschluß. Das ?Herumkutschieren in aller Welt? öffnete die Bereitschaft der Heldsdörfer für Neuerungen, erweiterte ihre Anpassungsfähigkeit und stärkte das Selbstbewußtsein. Heldsdorf hat die einzige Kirchenburg des Burzenlandes mit viereckigem Zwinger und die letzte Siebenbürgens, die die Erlaubnis zur Abtragung erhielt. Im Kirchturm hängt die älteste Glocke (1434) des Burzenlandes. In der Kirche steht der größte Flügelaltar Siebenbürgens. 1909 war Heldsdorf bereits elektrifiziert.

Monografien

  • Ernst Rothbächer

    Heldsdorf.

    Monographie einer Burzenländer Gemeinde; Kriterion Verlag, Bukarest 1977.
  • Hans Mooser

    Heldsdorf.

    Chronik einer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinde des Burzenlandes aus 700 Jahren. Herausgegeben von der Heimatgemeinschaft der Heldsdörfer, Reutlingen 1967.

Vollständige Literaturliste (Ortsmonografien, Belletristik etc.) anzeigen

Heimatgemeinschaft Heldsdorf in Deutschland

Die Heimatgemeinschaft (HG) Heldsdorf wird 1952 durch Dr. Hans Mooser gegründet. Seit 1953 jährliche Treffen in Dinkelsbühl. Seit 1955 ist das Stammlokal ?Der Rote Hahn?. Zum zehnjährigen Bestehen der Heimatgemeinschaft 1962 kommen über 200 Personen zusammen.
"Wir Heldsdörfer" - Brief unserer Heimatgemeinschaft erreicht zu Weihnachten 1959 zum erstenmal die Mitglieder und wird begeistert aufgenommen. Seither erscheinen jeweils vor Pfingsten und Weihnachten immer umfangreichere und niveauvollere Heimatbriefe; seit Weihnachten 1967 in Offsetdruck.
1964 erscheint eine Sammlung von Anekdoten und lustigen Begebenheiten aus Heldsdorf unter dem Titel: ?Heldsdorf lacht?. 1967 wird die Heldsdorf-Chronik von Dr. Hans Mooser veröffentlicht. Des weiteren sind sechs Heldsdörfer Heimatkalender, die Broschüre ?Die sächsischen Höfe in Heldsdorf? und zwei Adressenverzeichnisse der Mitglieder der Heimatgemeinschaft erschienen. 1997 wird eine Kurzchronik von Heldsdorf herausgegeben.
Seit 1980 werden die Großen Heldsdörfer Treffen im Dreijahres-Zyklus organisiert. Seitdem die großen Treffen organisiert werden, hat das Interesse für den siebenbürgischen Heimattag in Dinkelsbühl nachgelassen.
Die Heimatgemeinschaft (HG) zeichnet sich durch einen besonders engen Zusammenhalt und Motivation der Mitglieder aus. So konnten die Handballmannschaften, der Männerchor, Kirchenchor und die Blaskapelle in Deutschland wiederbelebt werden.
Die Vorsitzenden der Heimatgemeinschaft: Dr. Hans Mooser (1952-1977), Georg Gross (1977-1992), Karl-Heinz Brenndörfer (1992-?), Hartfried Depner (? - heute)
Die Heimatgemeinschaft hat die bei der Gründung gesteckten Ziele weitgehend erreicht. Damals lebte der überwältigende Teil der Heldsdörfer in Heldsdorf und nur ein geringer Teil im Westen. Heute ist das Verhältnis umgekehrt, und damit haben sich auch die Aufgaben und Zielsetzungen der Heimatgemeinschaft geändert. Diesen gewandelten Anforderungen versucht unsere Heimatgemeinschaft heute gerecht zu werden.

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