Spurensuche

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Schwundgeld
Erstellt am 04.10.2016, 07:51 Uhr
Hallo, ich bin auf der Suche nach Informationen ueber einen Hr. Paul Klemm, Holzfabrikant aus Siebenbuergen, ungefaehr 1930iger Jahr - so jedenfalls wird er beschrieben. Er war offenbar ein unterstuetzer von S. Gesell. Ich weiss auch, dass es zumindest eine Schwundgeldausgabe in Siebenbuergen gegeben hat. Die Mediascher Depotscheine der Sparkasse. Wer immer Hinweise hat, bitte schreiben! Auch wenn irgendwer Nachfahren von Paul Klemm kennt, die mir weiterhelfen koennten! Vielen Dank!

Machtnichts
Erstellt am 12.11.2016, 14:39 Uhr
Hallo,
Wie lauten denn Ihre Fragen?
Mfg

Buecherwurm
Erstellt am 25.07.2017, 18:29 Uhr
Hallo,
da Paul Klemm, Holzunternehmer in Klausenburg, der Bruder meines Urgroßvaters war, kann ich einige bruchstückhafte Familienauskünfte geben, aber wenig Angaben zu Schwundgeldaktionen machen.

Mit wem habe ich die Ehre?

W. Klemm

e.h.
Erstellt am 25.07.2017, 22:11 Uhr
Sehr interessantes Thema!

Zu den von Ihnen gewünschten Daten kann ich leider mit keinen Informationen beitragen.

Mit Ihrer Erwähnung der Ausgabe von Freigeld machen Sie mich neugierig. Ich vernehme erstmalig von einer Wiederholung (eine bloße Mutmaßung, vielleicht kopierten die Tiroler von den Siebenbuergern?) des Wörgler Freigeldexperimentes im Rumänien der Zwischenkriegszeit.

In Österreich wurde die Sache bekanntlich mit einem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes aus 1933 unter der Begründung abgedreht, dass damit das Notenbankgesetz verletzt und immense Gefahr von Inflation heraufbeschworen werde.

Wissen Sie wie die hochlöbliche königliche rumänische Obrigkeit auf die Herausgabe von Freigeld in Rumänien ganz konkret reagierte?

Gibt es irgendwelche Urteile, Erkenntnisse, etc.?

Buecherwurm
Erstellt am 26.07.2017, 21:56 Uhr
Zum Thema Frei- oder Schwundgeld in Siebenbürgen, zwei Fundstellen aus den "Kirchlichen Blättern", Hermannstadt.
Bisher bekam ich noch kein Exemplar dieser Kirchengeld- oder Schekscheine zu Gesicht.
Vielleicht bei Sammlern oder in Archiven auffindbar.

KiBll 23 (1931) S. 253:
Aus dem Leben der Stadtpfarrgemeinde Kronstadt:
…..
Angeregt durch die Vorträge des Herrn Fritz Oberth, Groß-Kaufmann in Mediasch, über die Vorteile des Schwundgeldes hatte das Presbyterium einen Ausschuß zur Vorbereitung der praktischen Durchführung dieses Gedankens eingesetzt. Es ergaben sich bei den Besprechungen dieses Ausschusses Schwierigkeiten, die die volle Anwendung des Schwundgeldes nicht zuließen. Vor allem war der Einspruch des Staates gegen die Einführung einer neuen Währung (Hort) zu befürchten. Deshalb einigte man sich auf die versuchsweise Einführung eines Schekverkehrs, der, das Prinzip des Schwundgeldes zwar verlassend für die Kirchengemeinde doch einen beträchtlichen Zinsengewinn ergeben hätte. (Die Hälfte des Gehaltes der Angestellten sollte in Umlaufscheks ausgezahlt werden und der für die Scheks in der Bank eingelegte Gegenwert hätte während der Umlaufszeit bis zum Tag der Einlösung für die Kirchengemeinde den Gewinn ergeben). Aber selbst in dieser bescheidenen Form erwies sich der Vorschlag dann zuletzt doch als undurchführbar. Die Kommission hatte zwar ihren Antrag auf Durchführung des bargeldlosen Verkehrs in der oben angegebenen Weise bereits ausgearbeitet; aber noch bevor der entscheidenden Sitzung des Presbyteriums am 8. Juni 1931 erfolgte die Verordnung des Staates über den verpflichtenden Gebrauch der „Fliegermarke“, die auch für jedweden Schekverkehr gilt. Infolgedessen musste der Referent Generaldirektor Heinrich Teutsch den Antrag des Ausschusses dahin umändern, dass in Anbetracht dieser neuen unvorhergesehenen Besteuerung auch von der Einführung des Schekverkehrs leider abgesehen werden müsse, weil die Fliegermarke fast den ganzen herausgerechneten Vorteil zu Gunsten der kriegerischen Aufrüstung des Staates verschlinge. Es ist sehr zu bedauern, dass wieder einmal eine kluge und aussichtsreiche Aktion unserer Eigenhilfe durch die dekretale Verordnung des omnipotenten Staates plötzlich durchquert und vereitelt worden ist.

KiBll 24 (1932) S. 135: Die Sitzung der Schäßburger Gemeindevertretung vom 6. und 13. März [1932]. …… Bemerkenswert ist auch, dass die Gemeinde für die Abwicklung des geldlichen Innenverkehres ein eigenes „Kirchengeld“ eingeführt hat, das von ihren Angestellten und andererseits von den Gewerbetreibenden bereitwillig angenommen wird. Kaufleute und Fabrikanten befördern die Regelmäßigkeit des Geldverkehres auch dadurch, daß sie die Taxenraten ihrer Angestellten allmonatlich an die kirchliche Kasse abführen.

Auch
HOCHSTRASSER, Gerhardt: Zur Zeit des Notgeldes. Gutscheine der Hermannstädter Stadtbahn und der Bodenkreditanstalt.
In: Die Woche, Jg. 22, Nr. 1138, v. 6. Okt. 1989, S. 6.


Machtnichts
Erstellt am 01.05.2019, 22:25 Uhr
ist das Thema noch aktuell, als ur,ur Enkel von Paul Klemm kann ich eventuell auch etwas zur Lösung beitragen.

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