Legale und bezahlbare Betreuung/Pflege durch osteuropäische Betreuungskräfte

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uwe2682
schrieb am 24.01.2023, 00:43 Uhr
Hallo, liebe Siebenbürger/innen,

von "moderner Sklaverei" liest man häufig in den Medien, wenn es um den Einsatz osteuropäischer Pflegekräfte in Deutschland geht. Wenn der Sohn die Mutter mit Pflegegrad 4 neben dem Vollzeitjob (Home-Office mit Gleitzeit) pflegt, nennt man es viel sachlicher: "Pflege durch Angehörige".
Sozialamt und Pflegekasse sind bei einer Heimunterbringung bereit, trotz mangelhafter Pflege, bis zu 4.700 EUR/Monat zu zahlen, Angehörige werden für eine liebevolle und menschenwürdige Pflege mit 728 EUR/Monat abgespeist.

Sie werden es schon herausgehört haben, dass ich ein wenig frustriert bin. Die Erfahrungen, die ich mit ambulanten Pflegediensten oder mit Pflegeheimen während der Kurzzeitpflege gemacht habe, sind eher schlecht. Bei 4.500 EUR/Monat ist das Zähneputzen (wenigstens 1 x abends) nicht inklusive. Es stimmt schon, dass Pflegestationen aufgrund der realitätsfremden Personalschlüssel chronisch unterbelegt sind (2 Pfleger in der Abendschicht für 33 Bewohner). Andere Mängel haben aber nichts mit Zeitmangel zu tun, sondern eher mit Gedankenlosigkeit (z. B. Rollator weit weg vom Bett abgestellt und Decke darüber geworfen, obwohl bekannt war, dass die Mutter keinen Schritt ohne den Rollator macht. Funk-Steckdose für Nachtlicht aus der Steckdose herausgezogen, statt das Licht über den Funk-Schalter am Nachtschrank auszuschalten, und das trotz entsprechender Hinweis-Zettel. Mittagessen serviert, ohne zu prüfen, ob die Prothese im Mund eingesetzt wurde (Prothese befand sich im Bad in einer mit einfachem Wasser und diversen Speiseresten gefüllten Glasschale). 2 Flaschen mit Mundspülung wurden während der 3-wöchigen Kurzzeitpflege nicht geöffnet/verwendet.)

Ich würde sehr gerne die Unterstützung einer zuverlässigen Pflegerin/Betreuerin aus Siebenbürgen in Anspruch nehmen, muss aber feststellen, dass die Agenturen für eine 24 h-Betreuerin ca. 2.500 - 3.000 EUR/Monat verlangen. Im Kleingedruckten ließt man, dass eine 24 h-Betreuung nicht bedeutet, dass die Betreuerin rund um die Uhr für die zu pflegende Person da ist, sondern dass die Nachtpflege sowie die ganztägige Pflege für einen Tag pro Woche durch Angehörige gewährleistet werden muss. Für die Vertretung im Urlaub ist das also keine Lösung.
Es bleiben noch selbständige Pflegerinnen/Betreuerinnen übrig, für die die deutschen Arbeitszeitgesetzte und Mindestlöhne nicht gelten. Hier besteht aber die Gefahr, dass die Tätigkeit u. U. als Scheinselbständigkeit gewertet wird und zur Zahlung diverser Strafen/Beiträge führen kann.

Gibt es überhaupt eine legale und bezahlbare Lösung für eine menschenwürdige Pflege/Betreuung in den eigenen 4 Wänden?

Was ich in ca. 4 Stunden täglich neben meinem Vollzeitjob schaffe, müsste auch eine selbständige Betreuerin ohne große Anstrengungen schaffen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Kennen Sie vielleicht eine zuverlässige selbständige Betreuerin aus Siebenbürgen, die gerne für mehrere Monate im Ruhrgebiet arbeiten würde?
Deutschkenntnisse sind nicht erforderlich, wir sprechen auch rumänisch.

Für Hinweise, Tipps, Empfehlungen bin ich Ihnen sehr dankbar.

Schöne Grüße

Uwe


Sascha Z.
schrieb am 24.01.2023, 13:47 Uhr
Hallo,

diese Beschreibungen kenne ich auch, wobei es sicher Fälle gibt, in denen das mit der Ausbeutung zutrifft.

Die Fälle, die ich persönlich kenne und auch bei unserer eigenen Pflegekraft kann ich keine Ausbeutung erkennen. Ich denke das sind extreme Einzelfälle die immer mal wieder durch die Medien gehen.

Wir sind aktuell bei dieser 24-Stunden-Pflege Agentur, wobei es sicher verschiedene gute Anbieter gibt.

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