Wer kennt den Geheimbund Freimaurer?

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Marius
schrieb am 23.03.2026, 17:21 Uhr
Wer kennt den Geheimbund Freimaurer und kann auch mir etwa erzählen?
lauch
schrieb am 23.03.2026, 20:06 Uhr
Hallo Marius,

Ich gebe dir 2 Antworten. Die erste ist eine allgemeine Einführung, denn es bedarf schon einiger Erklärungen.

Zuerst aber das hier: du fängst für meinen Geschmack zu viele Threads an. Dann solltest du diese gewissermaßen auch " pflegen". Das als Feststellung.

Zum Thema:
Wo es um Freimaurer, Illuminati , Rotary- Klub, Scientology, Pius- Brüder usw. geht, sind die Verschwörungstheoretiker nicht weit. Deswegen geht es darum - ich bin kein Freund dieser Argumentation- Haltung zu zeigen. Ich gebe zu, vor etwa 30 Jahren war ich anfällig für solche Theorien. Die Klassiker würde ich nennen, die Ermordung Kennedys bzw. die Mondlandung. Erlaube mir einen Satz zur Kennedy- Ermordung. Warum nicht EINFACH wenn es auch kompliziert geht? Der LH. Oswald war in Westpoint und er hätte durchaus in der Zeit ich weiss nicht mehr genau 4- 5 Schüsse abgeben können.
Wie erkennt man einen dumpfen Verschwörungstheoretiker?
Meine Erfahrung zwei Punkte:
1) Sie fühlen sich " über den Dingen", sie meinen mehr zu wissen als die Masse, die Mehrheit, ein wahrlich erhabenes Gefühl.
2) Schnell kann man sie erkennen wenn sie Fragen mit weiteren Suggestivfragen beantworten. ( was glaubst du? was denkst du ? Oder hätten sie nicht das oder jenes gemacht? usw.)
Ich bin der Meinung, dass diese Organisationen weit überschätzt sind. Und heute "pfeift" doch jeder irgendwo, geheim ist eher nichts. Historisch gesehen gibt es natürlich viele bekannte Prominente in den Logen, Goethe fällt mir spontan ein. Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass diese die Welt großartig verändert hätten. Über Marx einer der grössten und einflussreichsten Philosophen weiss ich in dieser Hinsicht nichts.
lauch
schrieb am 23.03.2026, 20:57 Uhr
So Marius und jetzt eine konkrete Antwort auf deine Frage.
Ich gehe davon aus, dass es in Deutschland schwer ist als Aussiedler wahrscheinlich bis in die 3. Generation in so einen Geheimbund zu gelangen.
Anders in Ro: nach der Wende in den 99gern, hatten einige Leute die kommunistische Partei mit anderen Organisationen, Gemeinschaften ersetzt. ZB wurden sie religös aber oft nicht in den grossen Kirchen sondern in kleineren Gemeinschaften zB. die Sabbatisten oder die Zeugen Yehovas. Und so entstanden auch die Logen der Freimaurer.
Nach meiner Auffassung schon damals, heute sowieso kann ich sie nicht ernst nehmen und die in Ro schon gar nicht. Eine verquirlte Scheisse würde ich das Ganze nennen. Ziemlich gebildete Leute die sozusagen Beobachter waren, fingen an aus meiner Sicht Dummheiten zu glauben. Einer erzählte mir zB. Stell dir vor er hat mich gefragt ob ich nicht das oder das ( genaue Position vergessen) bei der Schwarzen Kirche werden will. Kurzum es geht eher darum was die Umgebung von diesen Geheimbünden hält.
Natürlich habe ich eine Räumlichkeit besichtigen dürfen. Es war aber nicht eine Loge wie man sie im TV sieht. Die Brüder so nennen sie sich untereinander trafen sich turnusmässig bei einem jeweils anderem Mitglied. An die Säbel, Schwerte wie auch immer kann ich mich erinnern. Der Raum war aber schon irgendwie festlich und wirkte schon etwas magisch. Aus meiner Sicht dumme Texte über den Belzebub, hatte ich auch gelesen in rumänischer Sprache. Wenn ich mich recht entsinne war der Schlusssatz immer " ich sagte es". ( am zis o)
Es ist lange her Marius, ich hoffe, dass ich dir damit dienen konnte. Ja noch das, sie hatten Verbindungen ins Ausland, aber mE. war das eher eine irgendwie auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehung, damit man Kosten spart. Und auffällig, die Verbindung ging nicht etwa nach Ungarn oder Russland, nein, nein es war der Westen.
Hansi_42
schrieb am 23.03.2026, 22:24 Uhr
Hallo Marius, geheim sind bei den Typen lediglich einige Ritualen. Z.B., bei der Aufnahme von neuen Mitglieder. Viele der Logen, das sind lokale Gruppen, sind als gemeinnütziger Verein eingetragen.
Vor Jahren hatte ich einen Tenniskollegen, der war Mitglied in so einer Loge und ist ausgetreten. Er hatte Stress mit dem Großmeister. Er berichtete, dass man sich dessen Meinungen nicht entgegenstellen durfte. Also, recht undemokratisch. Und man musste trinkfest sein.

Ist vielleicht nicht überall so, aber das waren seine Geschichten.
lauch
schrieb am 23.03.2026, 22:39 Uhr
Hallo Hansi 42,

Hoffentlich bleibst du auch bei anderen Themen dabei. Ich bin froh wenn du und andere mitmachen.

Meinst du nicht, dass du über Burschenschaften oder neutraler wie man heute sagt " studentischer Verbindung" sprichst? Und so unter uns: kennst du geheime Organisationen in der Demokratie herrscht? Ich nicht.

Man müsste mal forschen wieviele Führungskräfte bei der NPD, AFD, oder in Österreich bei der FPÖ sind, aber insgesamt im Konservativen Lager. Da kann man sehen warum oft geschrien wird, und wie diese Reaktionäre, den etwas Unterbeleuchteten verbal einpeitschen.
Kosmopolit
schrieb am 24.03.2026, 11:49 Uhr (am 24.03.2026, 11:52 Uhr geändert).
Guten Tag, die Mitgliedschaft in einer Freimaurer Loge zählt zu den natürlichsten Sachen der Welt, vergleichbar mit einer ernsthaften und aktiven Kirchenmitgliedschaft. Geheim waren solche Aktivitäten beispielsweise in Zeiten streng wirkender Kirchengesetzte, die zur Abwehr neuer "Glaubenstheorien" dienten. Natürlich auch in Zeiten undemokratischer Staatsformen, die schlichtweg Angst vor befreienden Ideen hatten. Die Zusammenkunft in einer Loge und die dort rituell ablaufenden Tempelarbeiten sind auf eine besondere Art vergleichbar der christlichen Liturgie, während eines Gottesdienstes. Es ist hinlänglich dokumentiert, dass Gelehrte, Adlige und auch Könige Freimaurer waren, genauso wie Zehntausende freie Männer "gewöhnlicher" Herkunft. Jedermann kann um Aufnahme in eine Loge bitten, sofern er Interesse daran hat sich der Freiheit, Gleichheit und Humanität ernsthaft zuzuwenden. Ich kenne einen Siebenbürger Sachsen, der im Februar erst sein 25. Jubiläum feiern konnte im Kreise freier Lehrlinge, Gesellen und Meister, die ihn in ihrer Loge als Freimaurer anerkennen.
Hier eine Seite für tiefere Recherchen und Fragen:null
( https://www.freimaurerei.de/ )
lauch
schrieb am 24.03.2026, 13:01 Uhr
Hallo Kosmopolit,

Wenn wir über Geheimbünde reden,meine ich behaupten zu dürfen, dass wir eigentlich wenig bis nichts wissen. Und wenn Menschen nur darüber reden würden , worüber sie Kenntnis haben,wäre es sehr still in der Welt.
Mit der Aussage, dass die Mitgliedschaft die natürlichste Sache der Welt ist kann ich nicht mitgehen. Des Weiteren ist bekannt, dass in der Historie zwar Handwerker die Gründer und Mitglieder waren, aber heute, nach all dem was ich gelesen habe, die Logen doch akademisch dominiert sind. Dass die eine oder andere Loge im Internet präsent ist, ist zwar ein Zeichen der Liberalität, aber ich kann mir vorstellen, dass das bei vielen nicht auf Gegenliebe stößt. Ich bin jedoch positiv überrascht, dass ein sb. Sachse dabei ist. Mich würde interessieren " wieviel Sachse ist er" sprich wie alt war er als er nach D ausgewandert ist.
Wenn nun die Logen aber eine gewisse Kontinuität der schlagenden Burschenschaften sind, dann kann man diese Leute schon mit Rechtsextremismus in Verbindung bringen.
Nimrod
schrieb am 24.03.2026, 13:59 Uhr
Hallo lauch! Freimaurer-Logen und Burschenschaften sind schon zwei paar unterschiedliche Einrichtungen. Sie mögen zwar in ihren Strukturen und Zielen einiges gemeinsam haben, aber eine Mitgliedschaft ist z.B. bei den Burschenschaften schon vom Ursprung her nur Studierenden bzw. Studierten möglich. Mittlerweile gibt es das auch für Frauen (Bundesschwestern). Bei den Freimaurer-Logen spielen andere Faktoren die entscheidende Rolle für eine Mitgliedschaft. Nach wie vor zählen aber diese Vereinigungen in der Gesellschaft immer noch zu den „Geheimbünden“, auch wenn es vielleicht in dieser Zeit nicht mehr so „geheim“ zugeht. Gestern Abend (23. März 2026 21.00 Uhr) wurde auf ZDF-Info ein 45-minütiger Beitrag gesendet (Wiederholung vom 4.08.2023) mit dem Titel: Geheimbünde, Illuminaten und neue Weltordnung. Da wurde u.a. auch über die ältesten Freimaurer-Logen aus England, aber auch zu deutschen Logen, berichtet. Den Beitrag kann man noch über die Mediathek ansehen
Kosmopolit
schrieb am 24.03.2026, 14:04 Uhr
Ich Grüße Dich lauch,
auch wenn es Dir schwer fällt es zuzulassen, darf ich Dich guten Gewissens beruhigen. Da schlummert nichts Geheimnisvolles hinter der Freimaurerei! Das ganze „mystisch Unbekannte“ hängt mit dem Gebot zusammen, sich in früheren und für Freigeister, Demokraten und Humanisten gefährlicheren Zeiten im Verborgenen halten zu müssen, konkret: zum Selbstschutz vor undemokratischen Institutionen und dem Staat.
Melde Dich doch bitte zu einem Gästeabend an, in einer der Logen Deines Bezirks. Dort kannst Du aktive Freimaurer im kulturell, geselligen Beisammensein erleben und mit ihnen sprechen. Glaube mir, sofort erlebst Du eine Entzauberung, des Dich derzeit noch beunruhigenden Gefühls bezogen auf „Geheimnisse“, die es in der vermuteten Form nicht gibt.

Nun, der Siebenbürger Sachse siedelte als Kind, in den siebziger Jahren, nach Deutschland herüber. Er spricht leidenschaftlich gerne seinen im Heimatdorf erlernten siebenbürgisch sächsischen Dialekt und dürfte Dir zumindest namentlich bekannt sein, durch seine Aktivitäten in einem Landesverband, wie auch auf Bundesebene für den Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. Auch die Anliegen aktueller Entwicklungen in Siebenbürgen interessieren ihn sehr, ja er begleitet vieles aktiv.
Mit Burschenschaften hat die Freimaurerei nichts am Hut. Das darfst Du mir so glauben. Und davon auszugehen, dass Freimaurer der rechten Gesinnung anhängen schmerzt.
Bedenke, wie viele von der Ausbildung und dem Berufsumfeld her dem musisch-künstlerischen Spektrum angehören. Und wie stark der Einsatz aller für Freiheit, Gleichheit und Humanität ist. In vielen Logen arbeiten Christen, Juden, Muslime und Atheisten miteinander und sicherlich werden alle demokratischen Parteien querbeet und frei jeder politischen Doktrin gewählt.
lauch
schrieb am 24.03.2026, 16:52 Uhr
Hallo Kosmopolit,

Ich will hier kein Fass öffnen bzw. eine never ending Story starten. Bei dir hört es sich so an, als ob es sich um einen Karnevalsverein handele. Obwohl in Köln die Voraussetzung katholisch sein dürfte.
Beide Vereine müssen sich wohl öffnen, wegen des drückenden demographischen Wandels. Ich glaube aber schon, dass zumindest die Rituale sich zwischen Burschenschaft und Loge sich ähneln. Und vielleicht ist es nicht toll was weiss ich " alle in einen Topf" zu schmeißen, aber die in Ro schienen sie mir zumindest nationalistisch. Entspricht es den Tatsachen, dass kein Burschenschaftler Freimaurer wird, bevor ich jetzt KI frage? Denn Rechtextremismus bringe ich nur dann in die Diskussion wenn Mitglieder schlagender Verbindungen in die Logen gehen.
Dass die Leute den Bünden geheim oder nicht zu viel Beachtung schenken, liegt aber schon an den eher " geschlossenen Gesellschaften "! Den Mythos rundum finde ich maßlos übertrieben.
Regine ( Jini )
schrieb am 25.03.2026, 15:58 Uhr
Ende der 70-er lernte ich in Hannover eine Familie kennen, die meine Neugierde weckte: Der Mann, Familienoberhaupt und Alleinernährer (damals keine Seltenheit!) war Handwerksmeister mit eigenem Unternehmen.
Und er war: Freimaurer. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutete, und stellte Fragen, erfuhr aber nur Oberflächliches/Allgemeines:
-Die Aufnahme des Antragstellers erfolgte ausnahmslos dank der Bürgschaft eines oder mehrerer Mitglieder.
-Der Leumund und das Polizeiliche Führungszeugnis mußten einwandfrei sein.
-Der Antragsteller mußte nachweislich gutsituiert/vermögend sein (* s. dazu weiter unten).
-Die Mitgliedschaft galt lebenslang; nur bei einem gravierenden Vergehen (Details erfuhr ich nicht) wurde das Mitglied aus der Loge ausgeschlossen.
-Die Verpflichtung zur Geheimhaltung war zwingend.

Auch die Ehefrau und die -erwachsenen- Kinder kannten keine Interna; über den Hokuspokus, der bei den Treffen ablief, wußten sie nichts zu berichten.

* Ich erfuhr, daß sich das Mitglied verpflichtete, regelmäßig große Geldsummen in humanitäre Aktionen zu investieren. Und genau darum ging es hauptsächlich: Die Logenmitglieder kümmerten sich um Kindergärten, Schulen, Altenheime, etc.

Der allseits bekannte Satz: "Tue Gutes, und rede darüber" ist für die Freimaurer ein absolutes Tabu.
Lions-Club-Mitglieder und Rotarier tauchen regelmäßig in den Medien auf. Freimaurer-Logen gewiß nicht!
Und mit Burschenschaften und Schlagenden Verbindungen haben sie nichts zu tun.
Ich habe den Mann auch niemals Alkohol trinken gesehen; das bedeutet allerdings nicht viel, denn was während der Treffen ablief: Who knows...

Nimrod, die Reportage kenne ich. Aber auch da wird nur angedeutet, also weckt sie meine Neugierde auf Interna ungemein:-)))))

Ich gehe davon aus, daß in den letzten Jahrzehnten sich auch in der Welt der Freimaurer Einiges verändert hat, s. Frauen-Logen!
Nimrod
schrieb am 26.03.2026, 12:27 Uhr
Hallo Regine!
Danke daß du uns an deinem bemerkenswerten Wissen über die Freimaurer teilhaben lässt. Jetzt sollte unser lieber Marius aber „aufgeklärt“ sein. Mit vereinten Kräften hat das Forum jetzt seine Frage doch ziemlich umfassend beantwortet. Schade, wie auch lauch schon festgestellt hat, ist jetzt die Tatsache, daß er (Marius) sich nicht mehr zu diesen Beiträgen äußert. Ob er jetzt Bescheid weiß oder ob ihn noch etwas Spezielles interessiert? Deinem letzten Satz kann man sehr wahrscheinlich voll zustimmen. Das war aber vor 50 und mehr Jahren noch nicht so. Vermutlich waren da die internen Regeln noch etwas strenger durch einen entsprechenden „Ehrencodex“. In meiner Erinnerung habe ich da Vorfälle,die mit der Mitgliedschaft in einer Loge in Zusammenhang gebracht wurden, die es anscheinend in dieser Zeit aber nicht mehr gibt. Weil ich darüber aber zu wenig Konkretes weiß, möchte ich das hier nicht beschreiben.
Die Vereinigungen der Rotarier- und der Lions-Clubs wurden erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also 1905 – 1920 in USA (Rotarier-Chicago) gegründet und Windsor, Ontario (Lions-Kanada). Damit deutlich später als die Freimaurer und aus anderen Beweggründen und mit anderen Zielen und Schwerpunkten. Deshalb auch andere Statuten und Regeln.

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