Kinder sind Menschen, keine Dinge

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Marius
schrieb am 29.07.2026, 19:17 Uhr
Was sagt ihr zu dem Artikel „Kinder haben Recht auf ihre Mutter” von Birgit Kelle? Habt ihr eine Meinung darüber?

Kinder haben Recht auf ihre Mutter

Autor: Birgit Kelle

Mit dem Rücktritt von Jens Spahn als Chef der Unionsfraktion nimmt die Debatte um „Leihmütter“ erst richtig Fahrt auf. Was dabei vergessen wird: Kinder sind Menschen mit Bedürfnissen, keine Produkte. Ein Kommentar von Birgit Kelle.

Nach erfolgreicher Schlacht um die „Ehe für alle“ ist der Krieg um „Kinder für alle“ eröffnet. Hat nicht jeder das Recht auf Reproduktion? Wieso sollte der Staat jenen Menschen, die sich nicht fortpflanzen können, die Freiheit des Kinderkriegens verweigern? Fragt man aktuell die verhinderte Verfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf, attestiert sie den Gegnern der Leihmutterschaft gar ein Menschenbild, das nicht dem Grundgesetz entspräche, denn es gäbe „keine sachliche Rechtfertigung“ für ein Verbot.

Oha! Der Lebensschützer als Verfassungsfeind. Die Debatte rund um den CDU-Mann Jens Spahn, der das deutsche Leihmutterschafts-Verbot umging und diese Dienste im Ausland in Anspruch nahm, verschiebt sich nach Tagen hitziger Auseinandersetzungen auf neue Pfade.

Der Fall Spahn zeigt, wie normal Doppelmoral ist

Manche in der CDU hoffen, das Thema sei nun durch, jetzt da Spahn zum Rücktritt vom Amt des Fraktionsführers im Bundestag gedrängt wurde. Das mag parteiintern ein richtiger Schritt gewesen sein, wenn man verschweigt, dass man bewusst gegen Parteitagsbeschlüsse verstößt. Es heilt aber nicht Spahns krudes Amtsverständnis als Parlamentarier, Volksvertreter und damit Mitglied der Legislative.

Wieso behält Spahn sein Mandat? Warum hat sein CDU-Kollege Hendrik Streeck seines noch, obwohl er erst vor Monaten dasselbe tat? Wann genau wurde es in Deutschland normal, dass Parlamentarier zwar Gesetze verabschieden, sie dann aber mit Ansage umgehen und sich dafür im Boulevard feiern lassen, anstatt den Anstand aufzubringen, ihre Ämter niederzulegen nach dem Kauf eines Kindes im Ausland?

Kinder sind Menschen, keine Dinge

Apropos Kinderkauf: Kann man ein Kind verschenken? Manche liebäugeln mit einer „altruistischen“ Variante der Leihmutterschaft, um die Anmutung eines Handelsgeschäftes aus der gedanklichen Reichweite zu schaffen. Wäre die Sache denn ethisch in Ordnung, wenn alle Erwachsenen sich einig sind und die Frau freiwillig und aus lauter Herzensgüte mitmacht? Wenn kein Geld fließt, sei es ja kein Menschenhandel mehr, so die Argumentationslinie.

Und während sich nun eine ganze Nation über schwule Väter echauffiert, Homophobie-Vorwürfe getauscht und Posten in der CDU-Fraktion neu besetzt werden, schreit irgendwo auf der Welt ein Neugeborenes sich die Seele aus dem Leib, weil man es noch im Kreißsaal seiner Mutter entrissen hat, um es fremden Menschen zu überreichen, die es nun gefälligst lieben soll, schließlich war es ganz schön teuer in der Anschaffung.

Kinder sind Menschen, keine Dinge, die man kauft oder
verschenkt wie ein Buch. Sie haben ein Recht auf ihre Mutter, in deren Bauch sie neun Monate wuchsen. Hätte Jens Spahn sich einen Erwachsenen gekauft, wäre ganz Deutschland entsetzt und die Sache klar. Wieso sind Entsetzen und Klarheit geringer, nur weil wir über kleine Menschen reden?


Birgit Heike Kelle, geborene Götsch (* 31. Januar 1975 in Heltau, Rumänien), ist eine deutsche Publizistin.








lauch
schrieb am 29.07.2026, 20:42 Uhr
Hallo Marius,

Oje was für ein Fass. Es gebe sehr viel zu schreiben aber wir müssen versuchen alles kurz zu halten. Ich sage mal so, Frau Kelle ist eine rechte Journalistin. In ihrer Überzeugung, dafür hat sie sehr viel recherchiert und hat sich auch Meriten erworben, ( habe einiges von ihr gelesen) ist sie zutiefst gegen die moderne Reproduktionsmedizin. Den Oberbegriff nenne ich, weil ich das " Klein, Klein" die Detaills( Eizelle befruchten, Einfrieren usw. ) nicht mehr genau kenne.

Was sie sich mit der Verfassungsrechtlerin erlaubt ist nicht in Ordnung. Ich habe sehr wohl auch Probleme mit der Argumentation der Frau Brosius Gersdorf, das Interwiew habe ich auch gesehen. Was sagt die Frau Kelle? Das ist der entscheidende Satz: Oha, die LEBENSSCHÜTZERIN, als Verfassungsfeind!!! Nun es könnte sein, dass sich Frau Kelle also solche bezeichnet. Aber in diesem Fall gibt es und gab es nichts zu schützen, im Gegenteil uU. wäre gar kein Leben entstanden. Das ist dumpfer rechter speech. Ausserdem soweit ich mich erinnere hat die Verfassungsrechtlerin die Wählerinnen nicht in Freund und Feind eingeteilt, sie forderte nur eine " breite Debatte " zum Thema und ich wunderte mich, wie schnell eine durchgefallene Kandidatin doch noch irgendwie zum Superstar wird.

Moral/ Doppelmoral:ich bin eher dagegen mit der Herkunft zu argumentieren.In den 90gern war sie, waren wir jünger aber sie müsste wissen, dass damals ein Roma- Kind etwa 500USD gekostet hat, wenn es zB von einem Auto überfahren wurde. Über dubiose Adoptionspraktiken zwischen USA und Rumänien könnte euch der Ex- EU- Erweiterungskommissar VERHEUGEN einiges erzählen. Daneben ist aus meiner Sicht der Fall SPAHN eher eine Lappallie. Und Ro ist und war damals immerhin ein europäisches Land.
DOPPELMORAL ist doch Gang und Gebe in der Politik, aber auch in der Gesellschaft im Allgemeinen. Eine heikle Situation sagen wir mal ein Hauch von Doppelmoral,betraf doch einen unserer , vielleicht auch mehrere unserer Ex- Bundesvorsitzender. Unter Vorbehalt: einer stimmte als MdB für die "Ehe für alle " als die Kanzlerin den Fraktionzwang aufhob um das " gärende Thema" abzuräumen. ( apropos Doppelmoral, sie ließ die Abstimmung zu, um dann dagegen zu stimmen). Das war etwa um 2017.Soweit so gut. Die Vorgängerin des jetzigen Präsidenten Bundes der Vertriebenen stimmte dagegen. Der schwule Ex- Vorsitzende des Verbandes der sb. Sachsen, verabschiedete die doch sehr rechte aus meiner Sicht schwulenfeindliche Frau, mit hohen Lobeshymnen. Ob das Doppelmoral, Opportunismus, eleganter Umgang bei der Amtsübergabe ( Ehrenvorsitz soweit ich weiss ist auch dabei, das ist zuviel des Guten) soll jeder beurteilen. Namen habe ich absichtlich nicht genannt.

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