Entschädigungszahlung für Kinder von Russlanddeportierten

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Winfried J
schrieb am 17.10.2021, 12:45 Uhr
Hallo liebe Landsleute,
ich helfe aktuell meiner Mutter und meiner Tante den Antrag für Entschädigungszahlungen für Kinder von Opfern politischer Verfolgung in Rumänien and AJPIS vorzubereiten.

Meine Großmutter wurde für mehrere Jahre nach Russland deportiert, mein Vater ist im Krieg verstorben und damint sind meine damals minderjährige (Süuglingsalter) Mutter und Tante bei den Großeltern aufgewachsen. Ich habe zwei Fragen, auf die ich mir von euch eine Antwort erhoffe:

1. Meine Großmutter ist nach der Deportation nach Deutschland gezogen, weil die Famile verarmt war und sie daruch die finanzielle Unterstützung sicherstellen wollte. Sie ist dann erst nach einigen Jahren wieder nach Rumänien zurückgekehrt. Hat dies einen Einfluss auf den Anspruch auf Entschädigungszahlung?

2. Meine Mutter und Tante hatten vor Ausreise nach Deutschland jeweils einen anderen Wohnsitz. Ist es richtig, dass jeweils die Behörde AJPIS des letzten Wohnsitzes des Antragstellers zuständig ist?

Danke für eure Hilfe! Winfried
joachimroehl
schrieb am 17.10.2021, 14:19 Uhr (am 17.10.2021, 14:22 Uhr geändert).
Zu 1) auf dem Staatsgebiet der damaligen Sowjetunion wurde sie doch sicher nicht entlassen? vermutlich wie die meisten 1947 in Frankfurt/Oder im Lager Nr.69 und hat dann wie Du schreibst in der SBZ, der späteren DDR oder der Bundesrepublik gelebt und für ihren Lebensunterhalt gearbeitet. Somit gilt die einzuholende Auskunft des DRK, welche den Erhalt der Entlassungsbescheinigung taggleich wie in den sowjetischen NKWD Akten vermerkt bescheinigt. Zu 2) der letzte rumänische Wohnsitz ist maßgebend
Peter Otto Wolff
schrieb am 17.10.2021, 14:33 Uhr (am 17.10.2021, 14:37 Uhr geändert).
Hallo Winfried, es ist sicher sinnvoller für Mutter und Tante die Entschädigung nach der Großmutter zu beantragen. Sowohl Mutter wie Tante haben Anspruch auf 100% der Entschädigung der Großmutter. Entscheidend ist die Beweisführung der Zeit der Deportation. U.U. wirst Du auf die geschilderte Problematik der in die Sowjetzone Entlassene stoßen. Vielleicht gibt es auch dazu noch Neues. Zu empfehlen ist die Expertise des DRK aber auch Zentralarchiv der Ev. Kirche Hermannstadt. Auch die rum. Botschaft in Moskau hat oft geholfen. Es stimmt, dass die Anträge, wenn auch auf die gleichen Beweise basierend, SEPARAT, gestellt werden müssen, an jeweils den letzten Wohnort in RO. An beide AJPIS und CJP müssen auch Kopien der Nachweise beigefügt werden. Da der Anspruch erst ab Antragstellung + 1 Monat entsteht, ist es sinnvoll die Anträge baldmöglichst formal zu stellen, auch wenn noch nicht alle Nachweise vorliegen. Aus den Erfahrungen im Forum kannst Du das Meiste nachvollziehen, wie es geht. Wünsche gutes Gelingen!
Winfried J
schrieb am 26.10.2021, 14:30 Uhr
Lieber Peter, besten Dank für Deine hilfreiche Antwort. Wir werden die Tips im Verlauf der Antragstellung berücksichtigen. LG, Winfried
Winfried J
schrieb am 26.10.2021, 14:31 Uhr
Lieber Herr Roehl, vielenn Dank für Ihre Rückantwort. Das hat weitegeholfen! Viele Grüße, Winfried

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