Nadescher Kulturgruppen feiern ihre Jubiläen gemeinsam

Mitteilungen der HOG

29. November 2016

https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kreisgruppen/17191-nadescher-kulturgruppen-feiern-ihre.html
Nadescher Kulturgruppen feiern ihre Jubiläen gemeinsam

Die große Familie der Nadescher Kulturgruppen, bestehend aus der „Theatertruhe Nürnberg-Nadesch“, der „Trachtentanzgruppe Nadesch e.V.“ und dem Chor „Siebenbürger Vocalis“, feierte am 22. Oktober in der ausverkauften Paul-Metz-Halle in Zirndorf ein fulminantes Jubiläum. In einer sich ständig verändernden Welt ist es vor allem die Kultur, die Halt und Identität stiftet. Sie ist auch das Band, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eng miteinander verknüpft. Seit zusammengerechnet fünfzig Jahren (20-20-10) geben die Mitglieder der Nadescher Kulturgruppen alles, um die siebenbürgisch-sächsische Kultur zu erhalten, weiterzuentwickeln und ihr auch hier in Deutschland weiterhin die Treue zu halten. Unter dem Motto „50 Jahre gelebte Kultur“ feierten die Nadescher Gruppen ein facettenreiches Jubiläum der siebenbürgisch-sächsischen Kultur. Jeder der über 600 Plätze in der Paul-Metz-Halle war besetzt, als der Chor „Siebenbürger Vocalis“ das dreifache Jubiläumsfest mit dem Lied „Dies ist ein großer Tag“ eröffnete.
Ein wahrlich großer Tag war dieser Samstag in Zirndorf. Denn neben den drei Jubilaren beteiligten sich auch die Nadescher Adjuvanten sowie der Männerchor unter der Leitung von Johann Barth am Festakt, gaben einige Stücke zum Besten und setzten die Veranstaltung somit in einen besonderen Rahmen.

Werner Henning, CSU-Stadtrat und erster Vorsitzender der HOG Nadesch, begrüßte das Publikum und ließ die prägendsten Momente aus 20-20-10-Jahren Vereinsgeschichte Revue passieren. Das sympathische Geschwisterpaar Lisa und Marc Kloos führte durch den Jubiläumsnachmittag. Zum Festtag gratulierten außerdem Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, die Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Herta Daniel, die auch die Festansprache hielt, und die Vorsitzende des Kreisverbandes Nürnberg, Inge Alzner.

Anschließend sorgten die einzelnen Kulturgruppen für einen unterhaltsamen Auftakt. Zum bunten Programm des Nachmittags zählten die Darbietungen des Chors und die ausgewählten Tänze der Trachtentanzgruppe. Danach feierte die Theatergruppe mit dem Stück „Die schöne Müllerin“ in Zirndorf Premiere.

Zehn Jahre Chor „Siebenbürger Vocalis“:
Unter der damaligen musikalischen Leitung von Wilhelm Stirner sowie der organisatorischen Leitung von Stefan Binder ging der Chor 2006 aus dem Singspiel „Bäm Brännchen“ hervor. Über die Jahre hinweg entwickelte er sich zu einem eigenständigen Verein und wuchs auch musikalisch über sich hinaus, sodass 2011 eine eigene CD mit dem Titel „Hymnus auf das Lied“ aufgenommen werden konnte. 2012 komponierte Stirner eigens für das Theaterstück „Kathrengenball“ einige Lieder, in dessen Folge der Chor großen Zuspruch erhielt. 2013 übernahm Angelika Meltzer die Leitung und sorgte für frischen Wind: „Es gibt nichts auf Erden, das bezaubernder wirkt als schöner Gesang. Er dringt in die Herzen, vertreibt alle Schmerzen, der liebliche Klang!“ Es folgten zahlreiche Auftritte, bei denen die Sängerinnen und Sänger auf ein großes musikalisches Repertoire zurückgreifen konnten. An diesem Jubiläumstag gaben diese viele festliche Stücke aus ihrem Programm zum Besten.

Zwanzig Jahre „Trachtentanzgruppe Nadesch e.V.“:
Eine wahre Pracht in Tracht: Die dargebotenen Tänze waren ein Querschnitt dessen, was die Gruppe unter der Leitung von Dieter Altstädter im Laufe der Jahre einstudiert hat. Sie brachte sowohl traditionelle Volkstänze, wie etwa „De recklich Med“, aber auch bayerische Tänze, wie „Marschierboarisch“ aufs Parkett. Dies zeigte, dass die Gruppe in der neuen Heimat Bayern angekommen ist. Darüber hinaus schmückte die Gruppe die Bühne mit verschiedenen Tanzfiguren und einer großen Anzahl junger Gesichter, welche die Tanzgruppe hinzugewinnen konnte. In zwanzig Jahren ist die Tanzgruppe viel herumgekommen, so tanzten sie in der Vergangenheit auf zahlreichen Festen und Wettbewerben und reisten bis nach Amerika, um mit dorthin ausgewanderten Siebenbürger Sachsen die Traditionen zu feiern und die Kultur zu leben. Worauf es in dieser Gruppe besonders ankommt, ist vor allem eines: „Die Gesellschaft, das Tanzen, der Zusammenhalt, der Spaß, den man gemeinsam hat und die Freundschaft, die das ausmacht, was wir sind: Eine große Familie“, sagt Jessica Roth.

Zwanzig Jahre „Theatertruhe Nürnberg-Nadesch“:
Vor allem die Lust am Spielen, das große Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe, der Gemeinschaftssinn und die siebenbürgisch-sächsische Tradition sind es, was die Theaterspieler seit zwanzig Jahren dazu motiviert, immer wieder Stücke auf die Bühne zu bringen. Zwar handelte es sich dabei in der Vergangenheit vornehmlich um ältere Volksstücke, dennoch sind die Themen stets brandaktuell. Unter der Leitung von Alida Henning brachte die Theatertruhe mit dem Stück „Die schöne Müllerin“ von Carl Siber pünktlich zum Jubiläum erstmals ein Theater ausschließlich in hochdeutscher Sprache auf die Bühne. Auch dies zeigt, dass die siebenbürgisch-sächsische Kultur in Deutschland weiterlebt und die Traditionen, Werte und Bräuche in die Gegenwart übertragen werden können. Die Laiendarsteller sind auch bei der Inszenierung in Zirndorf wieder über sich hinausgewachsen und begeisterten insbesondere durch Authentizität und große Spielfreude. Das Theater wurde vom „Männerchor“ sowie dem Chor „Siebenbürger Vocalis“ musikalisch unterstützt und auch das Publikum stimmte während der Vorstellung in die vielen Volkslieder freudig ein.

Für ein Jubiläum dieser Größenordnung ist vor allem eines gefragt: Teamgeist. Das große Engagement und das Herzblut, das die einzelnen Mitglieder auf die Bühne und in die Paul-Metz-Halle gebracht haben, waren für die Zuschauer im Saal deutlich spürbar. Der große Einsatz aller ehrenamtlicher Gruppenmitglieder und Gruppenleiter wurde im Anschluss an das Kulturprogramm gelobt. Einige Mitglieder erfuhren Ehrungen durch den Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland.

Mit zusammengerechnet 50 Jahren gelebter Kultur zeigen die Nadescher, die längst nicht mehr ausschließlich Nadescher zu den ihrigen zählen, die große Vielfalt siebenbürgisch-sächsischer Tradition sowie ihren Einsatz für den Erhalt und Fortbestand der kulturellen Identität. Das Glück und die positive Energie nun aus dem Jubiläum zu konservieren und dem kulturellen Erbe weiterhin die Treue zu halten, um Traditionen und Brauchtum auch für künftige Generationen zu erhalten, wird auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe sein, sodass altbekannte Lieder auch in den nächsten fünfzig Jahren noch fortklingen werden.

Katharina Henning

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