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Petersberger Kurzchronik dokumentiert siebenbürgische Identität
Unter dem Motto „Heimat ist unerlässlich, aber sie ist nicht an Ländereien gebunden. Heimat ist der Mensch, dessen Wesen wir vernehmen und erreichen“ (Max Frisch) erschien im Frühjahr 2002 das Gemeinschaftswerk "Petersberg im Burzenland - Kurzchronik", herausgegeben von der Heimatortsgemeinschaft Petersberg.

Ihre Heimat tragen die Älteren noch im Herzen. Sie leben dankbar und gerne manchmal in der Vergangenheit. Die Jüngeren tun sich damit schon etwas schwerer. Sie sind hier groß geworden, haben in Deutschland, Österreich oder sonst wo Arbeit und Familie. An beide Zielgruppen wurde gedacht, als begonnen wurde das Heimatbuch zu schreiben. Es hat lange gedauert, bis es zustande kam. Die meisten Gemeinden des Burzenlandes können sich seit mehreren Jahren ihrer Chronik erfreuen oder über sie ärgern. Freilich kann auch das Team, das die Petersberger Kurzchronik zusammengestellt, bearbeitet und herausgebracht hat, nicht allen Leseransprüchen gerecht werden. Schließlich gehen die Meinungen über jedes Buch auseinander, das neu auf den Markt kommt.



Titelbild der Peterberger Kurzchronik ... Titelbild der Peterberger Kurzchronik mit einer Luftbildaufnahme von Georg Gerster.

Als Autoren zeichnen Heinrich Lukesch, Klaus Nösner und Peter Lukesch. Die Fotos und Grafiken wurden mit freundlicher Unterstützung vieler Petersberger aus dem In- und Ausland sowie des Siebenbürgen-Instituts, Gundelsheim, zusammengetragen. Das Layout erstellte Hariet Mieskes. Das Buch umfasst 185 Seiten. Es ist mit über 100 Abbildungen, davon 41 in Farbe, reich bebildert, hinzu kommen fünf Ortspläne bzw. Skizzen. Der Untertitel des Buches, "Kurzchronik", wurde überlegt gewählt, da irgendwann auch eine umfangreichere Chronik über Petersberg geschrieben werden könnte.


In 15 Kapiteln werden die geschichtliche Entwicklung, Kirche und Kirchenburg, bedeutende Gemeinschaftsbauten, Brauchtum, Vereinsleben u.a. thematisiert. In den Kapiteln 12 bis 14 gehen die Verfasser auf die jüngste Vergangenheit unserer Gemeinschaft und die "neue Heimat" in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern ein.


Petersberg besaß bisher nur eine einzige Chronik aus dem 19. Jahrhundert, die nur in wenigen Exemplaren erhalten geblieben ist. Pfarrer Joseph Traugott Meschendörfer schrieb im Juni 1885 „Aus der Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde Petersberg“, ein umfassendes Zeugnis dieser siebenbürgisch-sächsischen Ortschaft des Burzenlandes. Dem Vorwort zum neuen Buch ist zu entnehmen, dass Predigerlehrer Georg Paalen, Rektor Michael Schell und andere Lehrer vieles über Petersberg gesammelt hatten, um es später zu veröffentlichen. Vieles ging jedoch in den Wirren der Nachkriegszeit verloren. Kaum jemand hatte in den darauf folgenden kommunistischen Jahren den Mut und die Zeit, Aktuelles zu schreiben. Selbst Pfarrer Michael Paulini hat von 1936 bis 1965 Schriftliches hinterlassen, was auffindbar war. Unbekannte Daten und Leistungen aus den Jahren 1842-1935 haben die Verfasser der neuen Ortschronik den handschriftlichen Aufzeichnungen der Pfarrer Franz Lassel, Joseph T. Meschendörfer und Konrad Haltrich entnommen und verwertet.


Im Vorwort heißt es weiter: „Möge diese Kurzchronik nun die geschichtliche Entwicklung aus der Vorzeit und seit der Gründung Petersbergs bis in die Gegenwart festhalten und vor allem den jüngeren Petersbergern, die ihre alte Heimat kaum gekannt haben und ihren Nachkommen Zeugnis sein über die Herkunft, Arbeit und das Kulturschaffen ihrer Ahnen. Schwierig war es, die Zeit nach 1944 zu erfassen. Außer den Eintragungen und Rechenschaftsberichten aus dem Pfarramt, gibt es wenige Lebensberichte aus diesen Jahren. Durch Erinnerungen, aus Gesprächen in der eigenen Familie, aus Telefonaten mit älteren Landsleuten und aus vielen Briefen von Hilfswilligen ist es gelungen, manches aus dieser Zeit festzuhalten. Diese Kurzchronik soll auch der interessierten Jugend und Burzenländer Landsleuten anderer Ortschaften als Information dienen. Den älteren Petersbergern möge es ein Büchlein sein, um Erinnerungen aufrecht zu erhalten. Uns allen soll es eine Hilfe sein, unsere Identität und Herkunft in der neuen Heimat, in der wir dankbar leben, zu dokumentieren.“


In einem „Ausblick“ in Kapitel 13 stellen die Autoren fest: "Jede siebenbürgisch-sächsische Familie ist im 20. Jahrhundert von Flucht, Deportation, Enteignung oder Aussiedlung betroffen. Mittlerweile leben über 90 Prozent der Petersberger Siebenbürger Sachsen nicht mehr in Siebenbürgen. Die überwiegende Mehrheit hat auf eigenen Entschluss die Heimat verlassen.“ Viele seien erst nach jahrelangem Kampf mit den rumänischen Behörden und reifer Überlegung vorwiegend nach Deutschland ausgewandert. Nach den Umwälzungen von 1989 in Rumänien haben, abgesehen von relativ wenigen, hauptsächlich älteren Landsleuten, fast alle ihre Heimat „geradezu panikartig verlassen“.


Welche Beweggründe haben Menschen, die auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurückblicken können, veranlasst, ihre seit Jahrhunderten angestammte Heimat zu verlassen? Die Hauptursachen der Auswanderung sind „jahrzehntelange Deklassierung in der alten Heimat sowie die Gefahr des Identitätsverlustes“. Zudem sei die Bundesrepublik ein Fluchtort, „wo genau diese drückenden Nachteile fehlen und eine gute Integration möglich ist“, heißt es im gleichen Kapitel weiter. Bedrückend für die Ausgesiedelten sei jedoch, dass sie in ihrem Herkunftsland "rumänische Staatsbürger deutscher Nationalität" waren, in Deutschland nun aber als "deutsche Staatsbürger deutschstämmiger Nationalität" wahrgenommen werden. Niemand hätte ihre deutsche Identität in Rumänien in Frage gestellt – trotz Deklassierung, Enteignung und Plünderung über Jahrzehnte. Diese Identität würden aber einige bundesdeutsche Politiker verschiedener politischer Couleur anzweifeln. Die Siebenbürger Sachsen werden als "Deutschstämmige oder Volksdeutsche" bezeichnet, das sind Begriffe, die in der Öffentlichkeit abwertend klingen und bei den Betroffenen als Ausgrenzung empfunden werden. "Deutsche aus Siebenbürgen/Rumänien" wäre ein angemessener Begriff.


Das früher in Siebenbürgen so gern gesungene Lied "Mir wallen bleiwen, wat mer sen" (Wir wollen bleiben, was wir sind) verliert seine Berechtigung. „Wir sind nicht mehr das, was wir waren! Wir waren nicht, was wir heute sind! Das heißt, wir sind entwurzelt. Den nachwachsenden Generationen sei eine friedliche Heimat geschenkt, in der die Lebenswurzeln so tief reichen, dass sie nicht wieder ausgerissen werden können“, so der „Ausblick“ in der Petersberger Chronik.


Gedruckt wurde das Buch in einer Auflage von 450 Stück in der Druckerei Offizin Chr. Scheufele in Stuttgart. Papier, Einband und Druck sind von guter Qualität.


Die Petersberger Kurzchronik kann zum Preis von 25 Euro, zuzüglich Versand, bei Edith Batschi, Agnesienberg 38b, 55545 Bad Kreuznach, Telefon: (0 671) 47569, bestellt werden. Der Betrag ist an Edith Batschi, Petersberger Nachbarschaft Kontonummer,17061714 Sparkasse Rhein-Nahe, Bankleitzahl 56050180,IBAN-DE23560501800017061714, BIC-MALADE51KRE Kennwort „Chronik“, zu überweisen.


K. F. N.



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