Ukrainer dessertieren nach Rumänien

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lauch
schrieb am 05.10.2026, 10:05 Uhr
Hallo Herr Wolff,

Zu Ihrem letzten Beitrag.

Das ist wieder ein gutes Beispiel, das zeigt, wie festgefahren Ihr Gedankengut ist, eine Kombination aus Vorurteilen, Halbwahrheiten und mündlichen unpräzisen Überlieferungen. Im Prinzip kann man durchaus sagen: kein Opa, der in Siebenbürgen/ Banat usw. geboren wurde, Mitglied der SS war und höchstwahrscheinlich auch Ihr SCHWIEGERVATER nicht. Aus Siebenbürgen dürften es gerade eine handvoll Leute gewesen sein die es in die SS geschafft haben. Prominentes Beispiel ist der Sturmbannführer Viktor Capesius. Die SS genannt Schutzstaffel war eine völlig andere Organisation, die viel früher gegründet wurde. Die WAFFEN SS, das waren sozusagen von der SS rekrutierte Kampfverbände, auch bei den sogenannten Volksdeutschen oder ausländischen NS Sympatthiesanten, das letzte Aufgebot um " Deutschland zu retten", einige sagen, unnötiges Kanonenfutter. Einige Führer von damals in Siebenbürgen die eher eine unrühmliche Rolle spielten, wurden in Deutschland mehr oder weniger zu Helden. Die Unterschiede zwischen SS und WAFFEN SS lassen sich aber heute recht leicht erklären abfragen. An Graden und Kommandostrukturen Herr WOLFF, bin ich auch nie interessiert gewesen. Ich will hier nicht auf absolute Präzision pochen- es ist ein DISKUSSIONSFORUM- aber es gibt Fakten die unverückbar sind. Und wenigstens daran sollten wir uns halten.
Hansi_42
schrieb am 05.10.2026, 11:45 Uhr (am 05.10.2026, 11:58 Uhr geändert).
Hallo an alle,

obwohl hier für einige nützliche Informationen ausgetauscht wurden, hat der Chat m.E. die Spur des Threads verlassen und sich mehr der Vergangenheit statt der Gegenwart gewidmet.

Hallo Roehl,

In Deiner beschriebenen Unterhaltung mit ukrainische Männer im Zug hast Du denen die Frage "Чому ти не на фронті?" warum bist Du nicht an der Front? gestellt.
Auch ich hatte Russisch als Fremdsprache bis zur 12-ten Klasse. In Russisch lautet die Frage eigentlich "Почему ты не на фронте?". Das ist doch ein Hinweis, dass unkrainisch und russisch zwei unterschiedliche Sprachen und somit auch unterschiedliche Völker sind. Da entspricht doch eine der Begründungen für die "Spezialoperation" nicht der Wahrheit.

Ein Blick in die Vergangenheit des 19-ten Jahrhundert kann vielleicht eine Erklärung geben. Hier der finale Ausschnitt aus der Erzählung "Wofür?" von Lew N.Tolstoi aus der Zeit der Polenaufstände 1863-1864 die blutig niedergeschlagen wurden und derer Anführer lebenslang als Ansiedler nach Sibirien gebracht wurden.

Zar Nikolaus aber freute sich, daß er die Hydra der Revolution nicht nur in Polen, sondern in ganz Europa erwürgt hatte, und war stolz, daß er den Traditionen der russischen Selbstherrschaft treu geblieben war und zum Heil des russischen Volkes Polen in russischer Gewalt behalten hatte. Und die Herren in goldgestickten Röcken mit Ordenssternen auf der Brust priesen ihn dafür so hoch, daß er ehrlich glaubte, er sei ein großer Mann und sein Leben sei ein großer Segen für die ganze Menschheit, vor allem aber für die Russen, die zu betören und sittlich zu verderben er aus allen Kräften bemüht war, ohne sich dessen bewußt zu sein.

Ein Schelm der eine Parallele zu den heutigen Auseinandersetzungen darin sieht.😉
lauch
schrieb am 05.10.2026, 13:30 Uhr
Hallo Hansi_42,

Dein Beitrag gefällt mir sehr gut. Die Frage ist ob solche Parallelen in der Geschichte noch zeitgemäss sind? Ich habe zB. einen Vergleich zwischen einer Putin und einer Hitler- Rede gesehen, natürlich zusammengeschnitten auf Youtube, aber, es war so als ob es keine 70- 80 Jahre Unterschied zwischen ihnen gewesen wäre. Es ist auch immer so, wie weit geht man in die Geschichte zurück? Die Serben machen aus dem Mladic einen Märtyrer ( aktuell), die Rumänen träumen von der Vereinigung mit der Moldau, die Ungarn sind Orban dankbar, dass sie über " Trianon reden dürfen" unsere Nazis träumen von Deutschland in den Grenzen von 1937. Und so holt sich politisch im Moment gerade jeder etwas für sich heraus, was oppotun scheint. Was einem Recht ist, ist dem anderen nur billig. Deswegen muss man allen Anfängen, Einhalt gebieten.

Ich kann leider nicht beurteilen inwieweit ukrainisch sich mit russisch ähneln obwohl ich auch ein bisschen russisch gelernt habe. Es gibt aber einen Spruch in Russland der auf die " O"- lustige Sprache in der Ukraine hinweist. Dass es in der Gegend und damit meine ich auch das Baltikum es ein Sprachproblem gibt, das ist eindeutig. Man muss doch nur das sehen, das merken wenige: wie hiess der ukrainische Präsident in den Medien noch vor Beginn des Krieges mit Vornamen? Antwort: WLADIMIR. Heute WOLODIMIR.Neuerdings wird auch KIEW, irgendwie anders ausgesprochen.

Wenn ich die ungarischen Ukrainer anhöre ( Doppelbürger) wie wenig Empathie sie für die ethnischen Ukrainer empfinde,glaube ich schon, dass viele Nationalisten das Sagen in der Ukraine haben. Diese Leute haben mit Ach und Krach russisch gelernt und jetzt wird ukrainisch von ihnen verlangt. Also die Ukrainer sind auch kein Kind von Traurigkeit. All dies darf aber auf gar keine Weise, ein Grund dafür sein, den Angriff Russlands zu relativieren bzw. zu rechtfertigen.
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joachimroehl
schrieb am 05.10.2026, 14:33 Uhr (am 05.10.2026, 14:57 Uhr geändert).
Du bist ein Fuchs, natürlich spreche ich unbekannte Ukrainer nach Möglichkeit in ihrem Dialekt an. Du würdest ja auch freundlicher reagieren, wenn Dich ein Fremder auf sächsisch anspricht. Hätte ich russisch verwandt, wäre die Möglichkeit groß gar keinen Kontakt zu bekommen. Lustig natürlich, daß der Präsident und auch Klitschko erst nach 2014 angefangen haben ukrainisch zu erlernen.

Im Land selbst wird der Dialekt in der extrem nationalistischen Westukraine fast zwingend eingefordert. Ab Kiew und dem Dnjepr ost- bzw. südwärts spricht man durchweg russisch, es sei denn man muss zu irgendwelchen Behörden. Natalia war letztes Jahr zu einem zivilrechtlichen Termin beim Amtsgericht in Lviv geladen und mußte einen Übersetzter (!) mitbringen, da sie durch die lange Abwesenheit in der Bundesrepublik nicht fließend ukrainisch antworten konnte. Russisch wird nicht akzeptiert! ist alles verrückt, aber die echten Sachsen werden das sicher verstehen und sind als Auslandsdeutsche genauso Deutsche, wie die Deutschen in der alten Heimat. Nur Trottel sprechen von "Rumäniendeutschen" und so sind auch die Ukrainer Teil des russischen Volkes und betiteln sich gegenseitig augenzwinkernd als Hachli, die in den Bergen Lebenden und Kazap für die Altrussen.

Klar scheint es heute unvorstellbar, daß nach Kriegsende auch wirklich Herzensfrieden einziehen kann, aber auch wir haben es geschaft mit den Franzosen, dem "ewigen Erbfeind" wieder klarzukommen und auch der Pole ist kein "Polacke" mehr, sondern meist der nette Handwerker Marek oder die hübsche Verkäuferin Malgorzeta beim Bäcker.
Nimrod
schrieb am 05.10.2026, 18:33 Uhr
Hallo lauch, was „Kriegsliteratur“ anbelangt, muß ich dich enttäuschen. In meinen jüngeren Jahren als „junger Erwachsener“ habe ich einige, mir zufälligerweise untergekommene, „Lanzer“-Hefte gelesen. Wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätten wir aber den Krieg haushoch gewonnen. Bei diesen Romanen waren unsere deutschen Soldaten immer siegreich und meistens von einem Ordensregen überschüttet. Was die traurige und leidvolle Realität anbelangt, habe ich viel über Kriegserlebnisse als unbeteiligter Zuhörer im Kindesalter von meinem Vater gehört. Wenn er sich mit Bekannten oder Verwandten bei uns im Haus getroffen hat und das Gespräch dann auf den Krieg kam, hat er viel von seinen Erlebnissen erzählt. So hat er dieses „Trauma“ aufgearbeitet. Dadurch war für mich dann auch „Kriegsliteratur“ kein Lesestoff mehr. Wie ich hier auch schon berichtet habe, hat meine Mitgliedschaft beim „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ eine eher traurige Vorgeschichte. Im Februar 1945 ist der einzige Bruder meines Vaters schwerverwundet in einem US-Lazarett in Frankreich verstorben und dort auf einem US-Soldatenfriedhof beigesetzt worden. Meine Großeltern haben dann über das Rote-Kreuz und den Volksbund weitere Informationen über seinen Tod erfahren und erhalten. Durch die Kriegsgräberfürsorge wurde dann Ende der 1950er- Jahre in Frankreich bei dem kleinen Dorf Andilly ein sehr großer Soldatenfriedhof für deutsche Kriegstote errichtet ( mit 33.085 beigesetzten Toten die größte deutsche Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs in Frankreich). An der Einweihung im Sept. 1962 konnten meine Großeltern mit Hilfe guter Bekannter aus dem Saarland teilnehmen und damit ihrem fern der Heimat gefallenen Sohn die letzte Ehre erweisen. Meine Großmutter war zu diesem Zeitpunkt schon Mitglied des Volksbundes und auch noch bis zu ihrem Tod. Aus Respekt und Anerkennung für diesen Verein und seine Arbeit, habe ich dann die Mitgliedschaft übernommen und bis heute fortgesetzt.
Nimrod
schrieb am 05.10.2026, 18:48 Uhr
Liebe Forenteilnehmer Hansi_42, lauch und Röhl,
Respekt für eure heutigen Beiträge (auch in der Reihe der Namen). Hier wurde sehr sachlich und informativ berichtet. Da liest man gerne mit und es tut gut, daß es in einem anständigen Ton gehalten wurde. Ich bin zwar hier kein „Tutor“, weiß aber aus eigener, kurzer Erfahrung hier, daß es ein solcher Umgang leider nicht die Regel ist. Deshalb hat es mich hingerissen, dies hier auch mal lobend zu erwähnen. Es wäre wahrscheinlich im Sinne „fast aller“ hier schreibender, wenn es so weiterginge. Gruß Nimrod
joachimroehl
schrieb am 05.10.2026, 19:12 Uhr (am 05.10.2026, 19:30 Uhr geändert).
Danke Nimrod, zur Wahrheit gehört allerdings dazu, daß ich einen chronischen Troll komplett ausgeblendet habe und wie hier beschrieben seine Beiträge gar nicht mehr angezeigt bekomme. Technisch geht das folgendermaßen, man lade einfach aus dem Netz das uBlock Origin in seinen Browser Store und gebe dann nach Aktivierung zum Beispiel folgenden Text ein:

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www.siebenbuerger.de##tr:has-text(/blauchb/i)
www.siebenbuerger.de##div:has-text(/blauchb/i)


Das klappt sofort, wirkt wie ARIEL weiss dauerhaft, nachhaltig und umweltschonend. Falls jedoch morgen einer mit dem Namen Schnittlauch, Bad Lauchstädt oder gar Lauchröden auftauchen sollte, könnte ich dessen Beiträge auch nicht mehr lesen. Nun ja, man kann nicht alles haben und noch eine Bitte an Nimrod und viele andere, gebt Nachricht, falls unser Troll sich aklimatisiert haben sollte oder nach einiger Zeit das Forum verlassen hat. Danke an alle.
lauch
schrieb am 05.10.2026, 20:37 Uhr
Den Troll weise ich entschieden zurück. Wenn die Zuschreibung Troll auf jemanden zutrifft ist es der Röhl.
Hansi_42
schrieb am 06.10.2026, 10:10 Uhr
Danke Nimrod für den Lob! Wer hört oder liest so etwas nicht gerne, wenn es sich auf seine Person bezieht.😉

In dem Thread von Kosmopolit geht es in den letzten beiden Tagen leider nicht so harmonisch zu. Leider, leider!😒

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