Gesucht : ehemalige Reiseleiter beim ONT in Rumänien, am Schwarzen Meer

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Bernd1946
schrieb am 10.09.2020, 12:56 Uhr
Ist jemand hier dabei der seinerzeit am Schwarzen Meer als Reiseleiter tätig war, mit den damals recht vielen westdeutschen Touristen? Meistens waren es Studenten in ihren Sommerferien, oder auch Lehrer im Sommerurlaub. Es dürften am Schwarzen Meer, für die Badeorte Mamaia, Eforie Nord und Eforie Süd, Mangalia- Nord (wie die damals neu entstandenen Badeorte Neptun etc. damals, anfangs, genannt wurden) , als Hotel- Reiseleiter, Reiseleiter für Ausflüge ins Inland oder ins Donaudelta, wohl mindestens 100 Leute gewesen sein, allein für die deutsche Sprache. Hinzu kamen noch weitere "colaboratori externi", die an den Geld- Umtauschschaltern tätig waren, etc.
Es waren schöne Monate, es wurde gut verdient (inkl. die kleinen diversen "Geschäfte" mehr, als später als fertiger Akademiker).
Leider kannte man sich recht wenig- man traf sich ca. einmal pro Woche bei einer Versammlung mit den Chefs, ggf. mal am Flughafen oder im Restaurant, wo man Dienst hatte- sonst recht wenig. Ja, natürlich traf man sich auch in der Disko, am Strand etc.
Ich selbst war von ca. 1966- 1970 dabei, zuerst in Eforie Süd und dann in Eforie Nord , als Hotel- und Flughafen- Reiseleiter. Leider erinnere ich mich nur an so 2-3 Namen von den vielen Kollegen, die ich damals kennengelernt habe. Sie dürften alle im Rentenalter sein, vermutlich manche auch schon verstorben.
bankban
schrieb am 10.09.2020, 20:00 Uhr
Walter-Georg Kauntz war doch Reiseleiter; er war hier jahrelang dabei.
Hugo L.
schrieb am 11.09.2020, 09:37 Uhr
Bekanntlich hatte jeder, der als Reiseleiter oder aufgrund einer anderen Position regelmäßig mit Ausländern zu tun hatte, gewisse Verpflichtungen gegenüber gewisser Machtstrukturen. In Abwandlung eines von Heinrich Böll (Billiard um halb zehn) geprägten Begriffes hat also jeder Beteiligte "vom Sakrament des Büffels" gegessen.
Wer in diesem Zusammenhang so schön freimütig erwähnt: "es wurde gut verdient (inkl. die kleinen diversen "Geschäfte" mehr", nun ja, der hat wohl einen anderen moralischen Kompass als die meisten hier.
Und warum wundert es mich nicht, dass der Kauntz da auch dazugehört haben soll?
Leute, der Apparat, der dafür gesorgt hat, dass gut verdient wurde, trägt die Hauptschuld daran, dass das Land, dass unsere Heimat vor die Hunde gegangen ist. Dass wir dort nicht mehr leben wollten. Dass wir uns gewissermaßen selbst aufgegeben haben!
Bernd1946
schrieb am 12.09.2020, 14:17 Uhr (am 12.09.2020, 14:19 Uhr geändert).
Ach, Leute!
Offenbar wird via Mundfunk wieder mal viel Mist verbreitet, auch zu diesem Thema!
Was man nicht genau weiß, das weiß man nicht!- ist doch so, oder?
Sicherlich wurde auch da geschnüffelt, es waren auch wohl Securitate- Leute z.T. dabei- aber da wir Reiseleiter tagtäglich mit massenhaft Ausländern zu tun hatten, da das und nur das nun mal unser Job war, wurde da mit anderen Maßstäben gemessen, vermutlich, als im Inland!

-... Leute, der Apparat, der dafür gesorgt hat, dass gut verdient wurde, ...
Dafür gesorgt haben wir, jeder einzelne hat sich um seine eigene TASCHE gekümmert- und war so vorsichtig wie nur irgend möglich!
OK, das langt wohl!
Hugo L.
schrieb am 13.09.2020, 22:32 Uhr (am 13.09.2020, 22:35 Uhr geändert).
Bernd, Sie machen es sich zu einfach. Was heißt hier Mundfunk?
1969 hat Vasile Patilineţ, eines der ZK-Mitglieder, die Ceauşescu ziemlich nahe standen, und der in dieser Zeit für die Securitate-Strukturen zuständig war, angeordnet, dass alle Reiseleiter sich als IM verpflichten mussten. Wer nicht mitmachte/nicht unterschrieb, durfte nicht mehr als "ghid" arbeiten. Dies ist historisch belegt und allgemein bekannt, also können Sie es nicht mit Mundfunk oder sonstigen Verniedlichungen abtun, oder mit einem Satz wie "Was man nicht genau weiß, das weiß man nicht!" verharmlosen. Man weiß es nämlich genau.
Dies, zusammen mit dem erbärmlichen Satz "jeder einzelne hat sich um seine eigene TASCHE gekümmert" entlarvt hier eine Einstellung, die nicht einfach nur moralisch fragwürdig, sondern eine Schande ist.
Ich wünsche jedem, der auf irgend eine Art der Secu zugearbeitet hat, dass er zumindest bloßgestellt und auf diese Weise Buße tun muss. Dass man mit dem Finger auf ihn zeigt und ihn gesellschaftlich ächtet, denn der dadurch angerichtete Schaden - auch im Inneren der sächsischen Gemeinschaft - war immens.
War ich klar genug, Bernd?

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