Frauenreferat

Frauentagung in Frankfurt am Main


Worte wirken – die Macht der Sprache

Am 28.September 2019 begrüßte Karin Scheiner, die Frauenreferentin des Landes Hessen, 23 siebenbürgische und nichtsiebenbürgische Frauen im Ev. Gemeindehaus der Kirche St. Katharina in Frankfurt am Main.

Bereits beim morgendlichen Empfang rätselten die Teilnehmerinnen gespannt, mit welchen Eindrücken sie dieser Tagung beiwohnen werden. Wirken Worte tatsächlich? Welche Macht nimmt unsere Sprache ein? Wie reagiere ich elegant schlagfertig? Maria Rampelt referierte am Vormittag sehr anschaulich zu diesem Thema.

In Arbeitsgruppen (Workshops) fanden die Frauen erstaunliche Antworten auf ihre Fragen. So können Worte als Energiespender oder Energiekiller wirken. „Ja, aber…“ - raubt Energie, „Noch…“ – schafft Energie, „Müssen…..“ - macht uns klein. Die Worte, die wir benutzen, verändern unsere Denkweise – wortwörtlich. So können positive Wörter die Motivation, die Denkleistung und das Mitgefühl stärken. Negative Wörter schränken das Denken ein.

zum Thema: Die Macht der Sprache ...
zum Thema: Die Macht der Sprache
In der Feedbackrunde waren alle Teilnehmerinnen überzeugt: Worte formen Beziehungen, Worte kann man wörtlich nehmen, Worte phantasieren, dirigieren, schwadronieren, kontrollieren, insistieren, faszinieren, aktivieren. Deshalb: ACHTE AUF DEINE WORTE !!!

Karin Scheiner bedankte sich bei der Referentin Maria Rampelt für die gelungenen Einblicke in das Thema sowie bei den Frauen für ihr zahlreiches Kommen und für die gespendeten Kuchen. Ein besonderer Dank gilt auch Ursula Tobias für die Organisation der Räumlichkeiten.

Mit einer Themenauswahl für das Jahr 2020 und einem leckeren Pizzaessen endete der sehr interessante Vormittag.

"Neue" Altstadt Frankfurt ...
"Neue" Altstadt Frankfurt
Der Nachmittag der Frauentagung verlief nicht weniger spannend. Nach einem halbstündigen Spaziergang in die Stadtmitte begrüßte Anne-Kathrin Schreiner die Teilnehmerinnen am Römer in Frankfurt.
Dank ihrer fachmännischen Führung lernten die Frauen die „neue“ Altstadt Frankfurt kennen. In der Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Ereignissen der Stadt Frankfurt hat Anne-Kathrin Schreiner durch ihre treffende Wortwahl erreicht, dass die Zuhörerinnen motiviert, bewegt und aktiv die Führung erlebt haben.

FAZIT: Ja, Worte wirken tatsächlich !!!!
Haus zur Goldenen Waage, Fotos: Karin Scheiner ...
Haus zur Goldenen Waage, Fotos: Karin Scheiner
Mit vielen neu gewonnenen Eindrücken verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und freuen sich auf die Tagung im Jahr 2020.
Hertha Tezel, 09.10.2019

Siebenbürgische Frauen erleben das größte Naturschutzgebiet in Hessen


..die Kühkopf/Knobloch Aue
Bis zum Vorabend des geplanten Erkundunggangs auf der Kühkopf Insel hielt die Spannung an. Werden uns die Beschlüsse der Ministerkonferenz bezüglich der Pandemie drei Tage vor dem festgesetzten Termin einen Strich durch die Rechnung machen? Wird die Exkursion der siebenbürgischen Frauen stattfinden können oder nicht?

Dr. Erika Schneider, Biologin und Expertin für Vegetationsökologie in Auen sowie langjährige Betreuerin von Projekten im Naturschutzgebiet und die Organisatorin, Frauenreferentin Karin Scheiner, hielten an dieser Idee fest. Darin bestärkt wurden sie von vierzehn Frauen, welche von dieser Idee begeistert waren und sich darauf freuten, einen Tag in der Natur verbringen zu können und sich dabei auszutauschen.

Einen weiteren Unsicherheitsfaktor stellte zusätzlich das Wetter dar. Es war ganz klar, dass das Gelingen der Exkursion sehr Wetter abhängig war. Die Regen reiche Witterung im Oktober war nicht die beste Voraussetzung für einen Lehrgang im Naturschutzgebiet. Allerdings sagten die Wetterfrösche für diesen letzten Samstag im Oktober Sonnenschein und warme Temperaturen voraus. Unsere Entschlossenheit wurde mit einem goldenen Herbsttag belohnt.

Der Mundschutz konnte den frohen Ausdruck auf den Gesichtern nur erahnen lassen, als Karin Scheiner die Teilnehmer/innen mit vorgeschriebenem Abstand am Parkplatz begrüßte. Nach einer kurzen Bekanntgabe über den Ablauf des Tages und der Vorstellung von Dr. Erika Schneider, Biologin und Kennerin des Naturschutzgebiets, setzte sich die Gruppe in Bewegung.

Das Forsthaus im Kühkopf ...
Das Forsthaus im Kühkopf
Wir überquerten den südlichen Teil des alten Rheinarms, wanderten am Informationszentrum auf dem Hofgut Guntershausen vorbei, und schlugen den Weg zum nördlichen Teil der alten Rheinschlinge ein.
Das bunte Laub raschelte unter unseren Füßen, während die goldgelben Blätter der Schwarz- und Silberpappeln und das bunte Blattwerk von Hartriegel und Weißdorn uns entgegen leuchteten. Erika Schneider, welche über zwanzig Jahre lang im Naturschutzgebiet tätig war, arbeitet immer noch an einem Langzeitprojekt mit. Jeder Winkel der Rhein Aue ist ihr vertraut. Mit anschaulichen Begriffen erklärte sie den Zuhörern den Aufbau der Rheinaue, welche zahlreichen spezifischen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bietet. Wir erfuhren von dem tiefsten und feuchtesten Teil, den Röhrichtstreifen an sumpfigen Stellen, sowie von der Anordnung des Auwaldes von dem tiefer gelegenen Weichholzwald mit Schwarzpappeln und Weiden zu dem höher gelegenen Hartholzwald.

Im herbstlichen Auwald ...
Im herbstlichen Auwald
Der Hartholzwald mit Eichen, Eschen und Ulmen, welcher die höchstgelegene Stufe darstellt, ist in Mitteleuropa die artenreichste natürliche Lebensgemeinschaft. Die erwähnten Baumarten können in Hochwasser Perioden den Überschwemmungen bis zu 40 Tagen standhalten. An einer Dammbruchstelle von 1983 hatte eine natürlich aufgeschüttete, größere Sandfläche die Entstehung eines neuen Auwaldes begünstigt und dadurch die Möglichkeit geboten dessen Entwicklung im Laufe vieler Jahre zu untersuchen. Ausgedehnte Auenwiesen liegen auf Flächen, auf denen sich ohne menschliche Eingriffe durch Mahd auch Auenwälder entwickeln würden. Ein kurzer Exkurs in die Bestimmung der verschiedenen Baumarten lehrte uns, die Ulme zu erkennen oder den Berg- vom Spitzahorn zu unterscheiden. Erika Schneider erzählte, dass der Klimawandel vor dem 2400 ha großen Naturschutzgebiet auf der Rheininsel Kühkopf nicht Halt macht und auch hier Spuren hinterlässt.

Hat der Name dieser Flusslandschaft etwas mit Kühen zu tun? Mitnichten. „Küh“ soll eine Verballhornung des Wortes „künic“, König, sein. Mit Kopf oder Wörth wie in der Bezeichnung Schlappes Wörth oder Karls Wörth, wird das Festland bezeichnet, welches in der Aue aus dem Wasser herausragt. An der Aussichtshütte Schlappes Wörth angekommen, konnten wir uns ein Bild von diesem Abschnitt des Altrheins machen; ein ruhiges Wasser an dessen Ufern Gräser und Röhricht wuchs. Danach wanderten wir aus dem Weichholzwald hinaus durch die noch grünen Wiesen, welche von Apfelbäumen gesäumt waren. Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer kreuzten unsere Wege oder überholten unsere Gruppe. Familien picknickten im Gras. Nach dreieinhalb Stunden, vergangen wie im Flug, näherten wir uns dem Parkplatz und stellten fest, dass wir einen Rundweg gegangen sind. Da die Schutzhütte am Ufer des Rheins wenig einladend wirkte, stärkten wir uns mit Kaffee, Tee, Brezeln und Kuchen in der wärmenden Sonne stehend.

Es war Dank Erika Schneider nicht nur ein lehrreicher, interessanter Ausflug sondern auch ein Durchatmen für die Seele. Zwei Teilnehmerinnen erlebten eine große Überraschung: Sie trafen sich nach vierzig Jahren wieder. Hier am Rhein in der Frauengruppe aus Hessen.

Karin Scheiner, Schlierbach, 04.11.2020