Die Kaserne in Brenndorf

Allgemeiner Bericht

1. Oktober 2008

Die vielen Einquartierungen der im 19. Jahrhundert in den Burzenländer Gemeinden stationierten k.u.k. Armee waren für die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Brenndorf eine große Belastung. Deshalb beschloss das Presbyterium 1865, am Ende der Brückengasse eine Kaserne für eine Kavallerie-Eskadron samt großen Wohnungen für Offiziere und Stallungen für Pferde zu errichten. Die Kaserne wurde dem ungarischen „Ärar“ verpachtet.
Die Gemeindeglieder hatten nun die erhoffte Ruhe, aber das Presbyterium hatte immer wieder Ärger mit den ständig wechselnden Eskadronen und ihren Führungsleuten. Es gab Feuer in den Ställen, nach einer Pferderotz-Epidemie mussten alle Ställe desinfiziert und frisch geweißelt werden usw.

Um die Jahrhundertwende wollte das „Ärar“ die Kaserne vergrößern und zu einer Kaserne der ersten Kategorie ausbauen lassen. Das Presbyterium war auch dazu geneigt, diesen Ausbau vorzunehmen, um die Kaserne langfristig vermieten zu können. Aufgrund eines Befehls des Ministeriums wurden jedoch die Kavallerie-Eskadronen aus Brenndorf und Petersberg nach Kronstadt verlegt. Die Kaserne in Brenndorf auf einer Postkarte am ...Die Kaserne in Brenndorf auf einer Postkarte am Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach dem Abzug der Soldaten wurde die Kaserne in Brenndorf an die politische Gemeinde verpachtet, die in den Ställen die Zuchttiere, Hengste, Stiere und Eber unterbrachte. 1913 übergab die Kirchengemeinde die Kaserne in einem Tauschgeschäft gegen 70 Hektar Weidegrund an die politische Gemeinde.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne zuerst als Quartier und Küche für die Arbeiter des Weidenbachkanals (Șantier) genützt und dann von der Securitate übernommen, die hier ihre Hunde trainierte. Damals gab es auch zum Teil tödliche Zwischenfälle mit der zivilen Bevölkerung. Die Securitate übergab sie dann an die Feuerwehr, welche sie auch heute noch benutzt.

Der schöne Gemeindepark gegenüber der Kaserne wurde früher von der evangelischen sächsischen Jugend gepflegt und instand gehalten. An schönen Sonntagnachmittagen im Sommer durfte die Jugend im Rondell an der Kantine, zu den Klängen der Brenndörfer Blasmusik, das Tanzbein schwingen. In der kommunistischen Zeit wurden die Linden aus dem um die Jahrhundertwende angelegten Park nach und nach abgeholzt und die Anlage verwüstet. Die noch einzeln stehen gebliebenen Bäume werden voraussichtlich dasselbe Schicksal erleiden und eines Tages ein Opfer der Verantwortungslosigkeit werden.

Otto Gliebe

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