Heldendenkmal für die gefallenen deutschen Soldaten des ersten Weltkriegs

Allgemeiner Bericht

22. Dezember 2010

1930 wurde auf der östlichen Seite des Friedhofs in Brenndorf ein Denkmal der Kriegsgräberfürsorge errichtet, das ausschließlich den deutschen Soldaten gewidmet ist, die 1916 im ersten Weltkrieg auf der Brenndörfer Gemarkung gefallen sind. Diese Erkenntnisse hat Otto Gliebe nach Durchsicht der Presbyterialprotokolle und der spärlich vorhandenen Korrespondenz der siebenbürgisch-sächsischen Kriegsgräberfürsorge mit der evangelischen Kirchengemeinde Brenndorf gewonnen.
Das von der Kriegsgräberfürsorge angeregte Heldendenkmal wurde in die Planung des neuen Friedhofs in Brenndorf mit einbezogen. Entwürfe und Kostenvoranschläge wurden von den beiden Bauunternehmen Ing. Jessnitzer und Ing. Strecker eingeholt. Streckers Bewerbung lief über Auguste Schnell, Leiterin der Kriegsgräberfürsorge in Siebenbürgen, in Zusammenarbeit mit der deutschen Kriegsgräberfürsorge. Den Zuschlag für das Denkmal erhielt jedoch Ing. Jessnitzer aus Hermannstadt. Im Folgenden werden Auszüge aus der Korrespondenz und den Presbyterialprotokollen veröffentlicht.

Sitzung des Presbyteriums vom 6. November 1927, 78/1927 (Presbyterialzahl 392/1927): Heldenfriedhof – Übernahme in ewige Pflege

Da die Gefahr besteht, dass staatlicherseits der Heldenfriedhof enteignet oder die Gebeine der deutschen Gefallenen ausgegraben werden, ist die Kirchengemeinde von der deutschen Kriegsgräberfürsorge gebeten worden, diese Heldengräber in ewige Pflege zu übernehmen und dies in geeigneter Zuschrift dem Staat bekannt zu geben. Der Vorsitzer hat diese Zuschrift abgefasst und verliest sie. Das Presbyterium beschließt einstimmig in ihrem Sinn. Auf dem Friedhof in Brenndorf (vom Eingang aus ...Auf dem Friedhof in Brenndorf (vom Eingang aus links gesehen ) befindet sich das Heldengrab für die bei den Kämpfen um Brenndorf 1916 gefallenen deutschen Soldaten. Nach dessen Fertigstellung, 1930, wurden die in einem (Massengrab) beerdigten Soldaten in das neue Heldengrab umgebettet, andere in ihre Heimat überführt. Sitzung vom 22. Juli 1928, 43/1928 (keine Presbyterialzahl):

Heldenfriedhof - Vorsitzer teilt mit, dass vom Landesausschuss für Kriegsgräber unser Heldenfriedhof für ewige Zeiten in Pflege und Besorgung unserer Kirchengemeinde überlassen worden ist. Dient zur Kenntnis.

Sitzung vom 26. April 1930, 28/1930 (Presbyterialzahl 105/1930): Exhumierung der Heldengräber

Der Vorsitzer teilt noch mit, dass die Kriegsgräber-Fürsorge die Exhumierungs-Bewilligung besorgen will, mit der Beaufsichtigung der Exhumierung ist Hauptmann Schulz aus Hermannstadt betraut worden. Die Kriegsgräber-Fürsorge hat für die Exhumierung und für das zu errichtende Denkmal den Betrag von 10 000 Lei gespendet. Die Stolakosten sollen von der Gemeinde Brenndorf aufgebracht werden.

Sitzung vom 1. November 1930, 33/1930 (Presbyterialzahlen 105, 224, und 246/1930):

Angelegenheiten neuer Friedhof Bezüglich der Kriegergräber, ihrem endgültigen Zustand und der bisherigen Pflege wird berichtet, dass die bayrische Kriegsfürsorge und die siebenbürgische Kriegsgräberfürsorge, warme Dankschreiben an uns gerichtet haben, die besonders dem Frauenverein gelten. Sitzung vom 17. Januar 1936, 14/1936 (Presbyterialzahl 23/1936): Kriegsgräber - Für die würdige Instandhaltung der Kriegsgräber am Friedhof, die im vorigen Jahr von einem deutschen Vertreter besichtigt wurden, ist von der deutschen Zentrale der Kriegsgräberfürsorge ein Anerkennungsschreiben eingelangt.

Aus der Korrespondenz

In einem Brief an das Pfarramt in Brenndorf schreibt Auguste Schnell von der Kriegsgräberfürsorge in Siebenbürgen unter Presbyterialzahl 127/1930 vom 5. Juni 1930.

In der Beilage erlaube ich mir, Ihnen den Entwurf des Ing. Herrn W. Strecker für das auf Ihrem Friedhof zu errichtende deutsche Heldendenkmal, den dazugehörigen Kostenvoranschlag und eine Zuschrift des Herrn Ing. Streckers zu übersenden. Der Entwurf gefällt mir sehr gut und ich glaube, er wird auch die Zustimmung des Kunstbeirates des Volksbundes Deutsche Kriegsgräbefürsorge erhalten. Zur Deckung der Kosten der Umbettung und der Aufstellung des Grabmals bin ich bereit, aus den mir zur Verfügung stehenden Mitteln, einen einmaligen Beitrag von 10.000 Lei zur Verfügung zu stellen.

Der Auftrag für den Bau des Heldendenkmals wurde laut Korrespondenz des Presbyteriums an Ing. Carl Jessnitzer, Ingenieur – Technisches Büro und Bauunternehmen, vergeben, der an das Pfarrhaus in Brenndorf schreibt:

Bezugnehmend auf Ihre mit Herrn Hauptmann Schulz gehabte Unterredung erlaube ich mir, Ihnen ein Projekt und Kostenanschlag über das von Ihnen geplante Heldendenkmal zu unterbreiten, welcher sich architektonisch ihrem Friedhof anpassen wird. Es entspricht den Vorschriften des Cultul Eroilor und es kann die Lieferung baldigst erfolgen.

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