Brenndörfer feierten einen würdigen und gelungenen Nachbarschaftstag

Mitteilungen der HOG

15. Oktober 2009

Der zehnte Nachbarschaftstag der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf), ein Jubiläumstreffen, fand am 26. und 27. September 2009 im Bürgerzentrum in Brackenheim statt. Rund 360 Gäste nahmen daran teil. Das sind zwar um 60 Personen weniger als 2006, aber die mittlere und jüngere Generation rückte nach und machte voller Begeisterung mit.
Die Veranstaltung begann mit einem bewegenden Gottesdienst in der evangelischen Jakobus-Stadtkirche. Die Predigt hielt Pfarrer Helmut Kramer zusammen mit Pfarrer Dr. Peter Klein zur Losung des Tages („Bis hierher hat uns der HERR geholfen“ aus dem ersten Buch Samuel, Kapitel 7, Vers 12) aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Pfarrer Kramer aus der Sicht eines Auswanderers, Pfarrer Klein aus der Sicht des heute für Brenndorf zuständigen Seelsorgers. Im Rückblick auf erfahrene Hilfe könne es gut tun, eine neue Positionsbestimmung zu wagen, sich zu fragen: „Was heißt das, unser ganzes Vertrauen auf den Herrn setzen?“ und die Konsequenzen daraus zu ziehen.

„Wie aber geht es weiter? Quo vadis, wohin gehst du, Brenndorf?“ Und „Wird uns Gott weiter helfen?“ fragte Pfarrer Dr. Peter Klein im zweiten Teil der Predigt. Für Samuel sei die Zukunft die Freiheit des israelischen Volkes. Pfarrer Dr. Klein hinterfragte den heimlichen Wunsch der Ausgewanderten, „wieder in Brenndorf zu leben und dort zu lieben und zu wohnen“. Dr. Klein wünschte sich eine Zukunft für Brenndorf, er wünschte sich, dass sich bald auch für uns ein Samuel finde: „Jemand, der zu Gott schreit, bis dieser Gott das Ruder herumreißt und uns eine neue Zukunft gibt.“ Er denke dabei nicht an Geld oder Ratschläge, „sondern an Leute vor Ort, die mit ihrem ganzen Wesen, mit ihrer ganzen Person für Brenndorf da sind. Der Brenndörfer Kirchenchor gestaltete den ...Der Brenndörfer Kirchenchor gestaltete den Gottesdienst in Brackenheim musiklalisch mit. Foto: Siegbert Bruss Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Organistin Melitta Wonner, Leiterin des Liederkranzes in Heilbronn. Sie dirigierte erstmals auch den Kirchenchor Brenndorf. Detlef Copony, der den Kirchenchor weiterhin betreut (siehe Titelbild dieses Heftes), ruft die Brenndörfer auf, zahlreicher im Kirchenchor mitzumachen, damit uns diese wichtige Einrichtung auch in Zukunft erhalten bleibt.

Beim anschließenden Treffen im Bürgerzentrum hieß Bürgermeister Rolf Kieser alle willkommen. Er sprach über aktuelle Vorhaben der größten Weinbaugemeinde Württembergs und über den berühmtesten Sohn Brackenheims: Theodor Heuss wurde vor 125 Jahren geboren und 1949 zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Grußworte seitens der Landsleute aus Brenndorf überbrachten Pfarrer Dr. Peter Klein und Kuratorin Rosi Rusu, die sich für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit mit der HOG bedankten.

Karl-Heinz Brenndörfer, stellvertretender Vorsitzender des HOG-Verbandes und Leiter der HOG-Regionalgruppe Burzenland, wies auf die intensiven Verbindungen hin, die in den HOGs gepflegt werden und die die früheren Nachbarschaften in abgewandelter Form fortführen. Die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ bringe sich mit vielen Initiativen in die HOG-Regionalgruppe ein und habe eine aktive Jugend.

Der Vorsitzende der HOG Brenndorf, Siegbert Bruss, legte Rechenschaft ab über die Tätigkeit des Vorstandes in der Amtszeit seit 2006. „Wir versuchen, die Gemeinschaft in der neuen Heimat fortzuführen, unsere siebenbürgisch-sächsische Kultur zu dokumentieren und zu pflegen und sind dabei stets bedacht, auf die Bedürfnisse unserer Landsleute einzugehen.“ So habe sich die HOG im letzten Jahr an den Vorbereitungen eines ARD-Filmes über Peter Maffay beteiligt und ein Familienbuch von dessen Brenndörfer Vorfahren erstellt. Ein weiterer Höhepunkt des Kulturlebens war die Teilnahme mit einer eigenen Trachtengruppe bei den Heimattagen 2008 und 2009 in Dinkelsbühl. Seit kurzem verfügt Brenndorf über eine für Siebenbürgen einmalige geschichtliche Dokumentation: 200 Jahre evangelische Kirchengeschichte von 1807-2006 auf CD-ROM. Otto Gliebe hat die Transkription von sechs der acht Bände der Presbyterialprotokolle abgeschlossen und sie dem Initiator dieser Arbeit, Hermann Schmidts, gewidmet.

„Wir sind nach Brackenheim gekommen nicht nur um zu feiern, sondern auch um uns auf unsere siebenbürgischen Wurzeln zu besinnen und uns gegenseitig Mut zu machen. Wir dürfen uns gegenseitig bestärken, dass unser früheres Leben in Brenndorf einen Sinn hatte und wertvoll war.“ Er ermunterte alle, unsere Gemeinschaft zu pflegen und unsere Werte an die Kinder weiterzugeben.

Mit der Silbernen Ehrennadel des HOG-Verbandes wurde Uta Martini für ihren außerordentlichen Einsatz geehrt. Seit 1982 hat sie als Vorstandsmitglied über 2.500 Fotos im Bildarchiv der HOG Brenndorf zusammengetragen und in sorgfältig dokumentierten Ausstellungen präsentiert (siehe separater Artikel).

Mit der Ehrenurkunde des HOG-Verbandes wurde Manfred Copony ausgezeichnet. Er war von 2003 bis 2009 als Referent für die Beziehung zur Heimatgemeinde im HOG-Vorstand aktiv. Er setzt sich für den Zusammenhalt der Sachsen in Brenndorf ein, organisiert Gemeinschaftsfeste, betreut die Heimathilfe und Friedhofspflege. Das renovierte Pfarrhaus, in dem vier Gästezimmer eingerichtet wurden, hat sich zu einem Zentrum sächsischen Lebens entwickelt. Der neue Vorstand der „Dorfgemeinschaft der ...Der neue Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) mit Ehrengästen, von links nach rechts: Norbert Thiess, Gert Mechel, Siegbert Bruss, Rosi Rusu, Karl-Heinz Brenndörfer, Pfarrer Dr. Peter Klein, Volker Kreisel, Pfarrer Helmut Kramer, Edmund Seimen, Emilia Schuster, Otto Gliebe, Bettina Zibracky und Hugo Thiess. Foto: Klaus Teutsch Unter der Wahlleitung von Karl-Heinz Brenndörfer wurden folgende Vorstandsmitglieder wieder gewählt: Siegbert Bruss (Vorsitzender), Volker Kreisel (Stellvertretender Vorsitzender), Edmund Seimen (Kassenwart), Hugo Thiess (Familienforschung), Norbert Thiess und Gert Mechel (Jugendreferent). Otto Gliebe ist als Ehrenvorsitzender Mitglied des Vorstandes auf Lebzeit. Neu hinzu kommt Bettina Zibracky als Schriftführerin. Sie löst Heide Stamm-Kaul ab, die ebenso wie Uta Martini und Manfred Copony aus dem Vorstand ausschied. Kassenprüferinnen sind Edda Rhein und Herta Seimen-Sperlich. In einer konstituierenden Vorstandssitzung wurde mit den Gästen aus Brenndorf über die Kirchenrenovierung in der Heimatgemeinde beraten.

Die Blaskapelle Brenndorf unter Walter Dieners trug mit ihren Klängen wesentlich zur heimatlichen Atmosphäre bei. Einleitend zum gemütlichen Teil des Treffens wurde gemeinsam mit der Blasmusik das Lied „O Heimat mein Brenndorf“ von Pfarrer Fritz Schuller gesungen. Schuller starb am Reformationstag 1939 an einem Herzschlag, nachdem er im Gottesdienst eine ergreifende Predigt gegen die braune Gefahr gehalten hatte.

Heidi Mechel und Renate Rothbächer sorgten für die Kinderbetreuung, die von den Jüngsten dankbar angenommen wurde. Die für uns Brenndorfer neue „Akustik“-Band begeisterte mit stimmungsvoller Musik und sorgte dafür, dass die Tanzfläche bis spät in die Nacht hinein stets voll war. Neu war auch der Partyservice von Hermann Wagner, der gutes Essen zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis bot. Erwähnt seien auch Organisator Volker Kreisel, Benno Wagner (Getränkeservice), Sibille Dworschak (Kasse) und Helfer. Allen Gestaltern, scheidenden und aktiven Vorstandsmitgliedern gilt der Dank der vielen Gäste für das gelungene und tadellos organisierte Treffen.

Siegbert Bruss

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