Unsere Gemeinschaft und Kultur erhalten: Vorstandssitzung der "Dorfgemeinschaft der Brenndörfer"

Mitteilungen der HOG

22. Dezember 2010

Der Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (Heimatortsgemeinschaft Brenndorf) hat das Regionaltreffen in Garching genutzt, um die jährliche Vorstandssitzung am Vormittag des 16. Oktober ebenfalls im Gasthaus „Neuwirt“ in Garching abzuhalten. Auf der prall gefüllten Tagesordnung standen mehrere Vorhaben, die auf den Erhalt unserer Gemeinschaft und des Kulturerbes zielen. Alle Brenndörfer sind aufgerufen sich bei zwei Aktionen, der Dokumentation des Hochzeitsbrauches sowie der Vervollständigung der Listen der Opfer des ersten und zweiten Weltkrieges und der Deportation, einzubringen.
Im nächsten Jahr begehen die Burzenländer ein besonderes Jubiläum: den 800. Jahrestag seit der Niederlassung des Deutschen Ordens in Siebenbürgen und zugleich seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Burzenlandes. Deshalb wollen wir Brenndörfer zum vierten Mal in Folge mit einer möglichst großen Trachtengruppe am Festumzug des Heimattages in Dinkelsbühl teilnehmen. Alle Brenndörfer sind eingeladen, unsere Gruppe zu stärken. Anmeldungen nimmt Hugo Thiess, Telefon: (0 82 50) 14 15, entgegen. Eine ganz besondere Einladung richtet der Vorstand an die Blaskapelle Brenndorf und hofft, dass die Musikanten im großen Burzenländer Jubiläumsjahr mit unserer Trachtengruppe beim Festumzug 2011 mitmachen werden.

Wappen

Die HOG Brenndorf hat wie alle anderen Heimatortsgemeinschaften des Burzenlandes ein neues Wappen erstellen lassen und kürzlich in der Wappenrolle der Ostdeutschen Wappenrolle registriert.

Das Burzenland ist der einzige historische Distrikt Siebenbürgens, aus dem uns Ortswappen aller seiner sächsischen Gemeinden überliefert sind. Zu den frühesten Nachweisen von Ortswappen im Burzenland können die folgenden sieben gezählt werden, die auf alte Viehbrandzeichen zurückgehen: Brenndorf, Honigberg, Petersberg, Rosenau, Rothbach, Tartlau, Wolkendorf. Keine bildlichen Übereinstimmungen zwischen Ortswappen und Viehbrandzeichen besteht bei den Ortswappen von Heldsdorf, Marienburg, Neustadt, Nußbach, Schirkanyen, Weidenbach und Zeiden.

Die Wappen des Burzenlandes, Kronstadts und der anderen Burzenländer Ortschaften wurden aufgrund historischer Vorlagen von Alexander Jacob von der Ostdeutschen Wappenrolle (OWR) gestaltet und in der Ostdeutschen Wappenrolle registriert. Damit findet ein jahrelanges Vorhaben der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften einen erfolgreichen Abschluss. Es handelt sich um Vereinswappen, die aufgrund der alten Ortswappen erstellt wurden. Sie sind in Zukunft die verbindlichen Wappen der Heimatortsgemeinschaften, können aber auch von den jeweiligen Kirchengemeinden und örtlichen Einrichtungen der Siebenbürger Sachsen im Burzenland verwendet werden. Diese Wappen werden sowohl im Burzenländer Heimatkalender 2011 als auch in einer Ausstellung zu Pfingsten 2011 beim Heimattag in Dinkelsbühl gezeigt. Bei diesen beiden Anlässen und in der Ostdeutschen Wappenrolle werden die Wappen „flach“ und ohne Farbschattierungen dargestellt.

Der Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ hat in seiner Sitzung in Garching beschlossen, auf der Rückseite dieses Heimatbriefes einen Kunstdruck des Brenndörfer Wappens mit Randvertiefung und Farbschattierung zu veröffentlichen. Diese Variante steht im Einklang mit der Basonierung (Wappenbeschreibung) und wurde vom Heraldiker Alexander Jacob im Auftrag der Dorfgemeinschaft erstellt.

Hochzeitsbrauch und Mundart

Unser Ehrenvorsitzender Otto Gliebe hat den Hochzeitsbrauch beschrieben, wie er in Brenndorf nach dem Krieg gepflegt wurde. Selbstverständlich hat sich in den 40 Jahren (1950-1990) einiges verändert, doch hat Otto Gliebe danach getrachtet, das Wesentliche der Brenndörfer Hochzeitszeremonie zu erfassen. Das Ganze wird Anfang nächsten Jahres in Form eines Dialogs zwischen Eva Stamm und einem Kind in einem Videofilm von Hermann Schuller, einem Hobbyfilmer in Heilbronn, aufgezeichnet. So wird nicht nur unser Brauchtum, sondern auch der Brenndörfer Ortsdialekt dokumentiert. Die DVD werden wir im nächsten Jahr fertig stellen und allen Interessenten zur Verfügung stellen, illustriert auch mit vielen Fotos von Hochzeiten, von Trachten und der Landschaft unserer unvergesslichen Heimatgemeinde Brenndorf (siehe Aufruf auf Seite 13 dieses Heftes).

Dieses Vorhaben, das von Otto Gliebe initiiert und betreut wird, wird von der Dorfgemeinschaft begrüßt und voll unterstützt.


Neues Denkmal in Brenndorf

Die evangelische Diasporagemeinde Brenndorf hat im Frühjahr 2009 die „Dorgemeinschaft der Brenndörfer“ gebeten, beratend an einer neuen Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Deportation in die Sowjetunion mitzuwirken. Das uns bekannte Denkmal auf dem evangelischen Friedhof ist baufällig geworden, eine Reparatur hätte langfristig nichts gebracht.

Reinhardt Schuster erklärte sich bereit, das neue Heldendenkmal zu gestalten. Der Brenndörfer Künstler hat Wort gehalten und schickte dem Vorstand kurz vor der Vorstandssitzung einen ersten Entwurf des neuen Denkmals.

In der Sitzung in Garching haben die Vorstandsmitglieder Reinhardt Schusters Entwurf begutachtet und für sehr gut befunden. Es wurde beschlossen, die Errichtung eines neuen Heldendenkmals auf dem Friedhof in Brenndorf mitzufinanzieren und zu unterstützen. Die Kirchengemeinde Brenndorf wird Angebote von Firmen in Kronstadt einholen, die auf Grabmäler spezialisiert sind.

Vorerst wollen wir aber die Listen der Opfer des ersten und zweiten Weltkrieges und der Deportation korrigieren. In diesem Heimatbrief werden die drei Listen veröffentlicht und alle Brenndörfer gebeten, sie genau durchzusehen und auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Bitte Änderungen und Ergänzungen bis zum 31. Januar 2011 an Otto Gliebe, Telefon: (09 81) 33 94, mitzuteilen.

Der Kirchenrat in Brenndorf wird in Kürze darüber entscheiden, ob das neue Denkmal neben den Opfern des zweiten Weltkriegs und der Deportation auch den Brenndörfer Gefallenen des ersten Weltkriegs gewidmet sein wird oder nicht.

Treffen in Brackenheim 2012

Die sehr positiven Rückmeldungen der Teilnehmer bestätigen: Das zehnte Nachbarschaftstreffen der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ vom 26.-27. September 2009 war ein Erfolg. Deshalb hat der der Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ beschlossen, das elfte Treffen im September 2012 ebenfalls im Bürgerzentrum in Brackenheim abzuhalten. Der Eintrittspreis wird für Erwachsene auf 10 Euro erhöht, um die Kosten für Saalmiete, Blasmusik, Musikband usw. zumindest zum Großteil decken zu können. Das bewährte Organisationsteam unter Volker Kreisel wird das Treffen wieder ausrichten.

Kirchenrenovierung

Wie Pfarrer Dr. Petr Klein mitteilte, wird Architekt Csaba Bodor demnächst seine volle Kapazität für Brenndorf verwenden und die Planungsarbeiten für die Kirchenrenovierung in Brenndorf durchführen. Ziel des Projektes ist es, alle notwendigen Genehmigungen („avize“) und die Baugenehmigung durch die Denkmalbehörde Projekt zu erhalten. Die Genehmigungen der Kronstädter Behörden werden wahrscheinlich bis Mai 2011 erteilt. Bis dann wird auch feststehen, welches die einzelnen dringenden Arbeiten sein und welche Kosten für die Bauarbeiten anfallen werden.

Dipl.-Ing. Hans-Christian Haberman, Vorsitzender des Stiftungsrates der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung, bestätigte in einem Gespräch mit Siegbert Bruss, dass die Stiftung zu ihrer Zusage steht, die Kirchenrenovierung in Brenndorf zu fördern. Der Stiftungsrat hatte in einer Sitzung am 27. September 2006 beschlossen, die Renovierung in Brenndorf mit einem Betrag von voraussichtlich 40 000 Euro zu unterstützen. Die Ergebnisse der Planungsarbeiten von Arch. Csaba Bodor werden, sobald sie vorliegen, der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung zur Verfügung gestellt. Aus dem vorgeschlagenen Maßnahmekatalog werden die drei beteiligten Partner (Kirche in Brenndorf, Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung und HOG Brenndorf) die nötigen Baumaßnahmen auswählen und ausführen lassen.

Die Ziele bei der Kirchenrenovierung aus Sicht der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ wurden in unserer Vorstandsitzung am 26. September 2009 in Brackenheim festgehalten: Die Kirche soll statisch gesichert sein (was zum Großteil schon gegeben ist), sie soll nutzbar sein für Gottesdienste und Besucher, und die Renovierung soll für uns finanzierbar sein.

Des Weiteren unterstützt die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ in bewährter Weise die Friedhofspflege, die Weihnachtshilfe für alle Sachsen in Brenndorf und die beiden jährlichen Gemeinschaftsfeste im Pfarrhaus (Gartenfest und Adventsfeier). Vor einem Jahr wurde Gert Mechel zum neuen Verantwortliches des Fotoarchivs der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ gewählt. Die Fotos hat er inzwischen von seiner Vorgängerin Uta Martini übernommen und wird nun sämtliche (noch nicht digitalisierten) Fotos einscannen. So kann auch die geplante DVD über den Hochzeitsbrauch mit vielen Bildern bestückt werden. Zum Datenabgleich des Fotoarchivs hat Volker Kreisel ein System entwickelt, das den Vorstandsmitgliedern zur Verfügung steht.

Die beiden Jugendreferenten Norbert Thiess und Gert Mechel kündigten das nächste Skitreffen für den 11.-13. Februar 2011 in Tirol/Österreich an. Ein Faschingstreffen wird im nächsten Jahr nicht organisiert, dafür aber ein Freizeitwochenende im Altmühlthal im Herbst 2011. Den genauen Termin werden wir im Pfingstheft der „Briefe aus Brenndorf“ bekannt geben.

An der Sitzung nahmen alle Vorstandsmitglieder teil: Ehrenvorsitzender Otto Gliebe, Vorsitzender Siegbert Bruss, stellvertretender Vorsitzender Volker Kreisel, Kassenwart Edmund Seimen, Schriftführerin Bettina Zibracky, Familienforscher Hugo Thiess sowie die Jugendreferenten Norbert Thiess und Gert Mechel.

Bilddateien zum Herunterladen:

Brenndörfer Wappen, registriert unter der Nummer 13400210 bei der Ostdeutschen Wappenrolle (OWR)

Brenndörfer Wappen mit Rand und Farbverlauf

Kunstdruck: Brenndörfer Wappen und dessen Beschreibung, registriert unter der Nummer 13400210 bei der Ostdeutschen Wappenrolle (OWR)

Siegbert Bruss

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