Manfred Copony: Rückkehrer im Gemeinschaftsleben voll impliziert

Nachrichten aus dem Heimatort

28. Mai 2005

Ein Artikel über Manfred Copony, der sich hauptamtlich als Bezirksanwalt des Kronstädter Kirchenbezirks und ehrenamtlich für den Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ engagiert, ist in der Kronstädter Wochenschrift „Karpatenrundschau“ vom 7. Mai 2005 erschienen. Der Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung der Redaktion vollinhaltlich wiedergegeben.
Besonders in Gesprächen mit Angehörigen der Mehrheitsbevölkerung oder auch ausländischen Gästen, die über den Exodus der Sachsen und Schwaben aus Rumänien informiert sind und diesen Fakt beklagen, wird oft die Frage gestellt: „Gibt es aber keine Rückkehrer?“ Die Antwort fällt leicht aus: „Nur Einzelfälle, die man an der Hand abzählen kann.“ Argumente dafür wären noch aufzuzählen, doch lassen wir diese aus und nehmen uns einen solchen konkreten Fall, den von Manfred Copony, vor, der zwischen Idealismus und Realismus sich vor drei Jahren für die Rückkehr aus Deutschland in die alte Heimat entschlossen hat. Und er bereut es nicht, diesen Schritt getan zu haben. Hier hat er durch sein Tätigkeitsfeld die Gewissheit erhalten, nützlich für die Gemeinschaft zu sein, etwas aufbauen zu können, Menschen in Not zu helfen und fühlt sich somit wohl in seinem alten, ihm bekannten Umfeld.

Der am 22. Februar 1963 in Brenndorf/Bod geborene Manfred, besuchte da die Grundschule, dann das Lyzeum für Wirtschaftswesen und Verwaltung in Kronstadt. Es folgten zehn Arbeitsjahre in der Tourismusbranche im Kronstädter Aro-Palace-Komplex. Dann folgte 1990 die Aussiedlung nach Deutschland, wo er anfangs eine Umschulung zum Bürokaufmann machte, doch dabei wollte er nicht bleiben und studierte in Würzburg Sozialpädagogik, Jahre, in denen er auch eine Gaststätte leitete, um sich die Existenz zu sichern, Praktikum im Bereich der chronischen Psychiatrie in dem diesbezüglichen Sanatorium in der alten Heimat in Wolkendorf/Vulcan machte. Auch heute fühlt er sich von diesem angezogen, wie Manfred Copony betont, war es ein erfolgreiches Jahr in Wolkendorf, „denn mit wenig kann man viel machen“. Jedes gute Wort, jede Zigarette zählt bei diesen Schwerkranken. Auch gegenwärtig fährt er gelegentlich in das Heim, das 140 Patienten umfasst, und bringt diesen Lebensmittel und spielt auch den Nikolaus.

Das Thema seiner Diplomarbeit, die mit der Höchstnote bewertet wurde, war verständlich auch aus dem sozialen Bereich gewählt: „850 Jahre soziales Engagement der Siebenbürger Sachsen“. Nachbarschaftswesen, Fürsorge, Frauenarbeit, Altenheime bis zur Saxonia-Stiftung werden in dieser einer Analyse unterzogen, für die sich der Autor in Gundelsheim und in Siebenbürgen dokumentierte und einen guten Anklang fand. Damit war 2002 aber auch sein Entschluss gefasst, zurück in die alte Heimat zu kehren, um da auch die Interessen der Heimatortsgemeinschaft der Brenndörfer in Deutschland, in deren Vorstand er gewählt wurde, zu vertreten, sich allgemein für die Gemeinschaft nützlich zu machen.

Im ersten Jahr seines hiesigen Aufenthalts widmete er sich der Einrichtung seiner Wohnung im Pfarrhaus in Neustadt/Cristian und versuchte, soziale Betreuungsprojekte mit Jugendlichen aus Deutschland einzuleiten, was sich aber als schwierig erwies. Ein reiches Tätigkeitsfeld fand er dann 2003, als er zum Bezirksanwalt des Kronstädter Evangelischen Kirchenbezirks A.B. berufen wurde. Anfangs führte er eine Inventarisierung des Kircheneigentums im Repser Gebiet durch und weitere solcher Aufträge folgten, Sanierungs- und Restaurierungsprojekte der Kirchenburg in Petersberg/Sanpetru und Brenndorf spornt er durch Heranziehen von Gutachtern an, ist in die Rückgabe ehemaligen Kircheneigentums impliziert, wobei besondere Fortschritte in Neustadt, Tartlau/Prejmer, Honigberg/Harman, auch dank der guten Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kuratoren und Bürgermeistern erzielt werden konnten, hat Verwaltungsprobleme einiger Burzenländer Kirchengemeinden übernommen, ist der Schriftführer zahlreicher Sitzungen und Zusammenkünfte, unterstützt hilfreich die Organisierung von Burgfesten oder gar Gemeindefaschings und beteiligt sich daran. In der Freizeit greift er hilfreich in Neustadt im Pfarrhaus ein, das zum modernen und gesuchten Gästehaus umgebaut wurde, bearbeitet gemeinsam mit Kurator Erhard Porr den Garten, züchtet Hühner und Hasen.

Besonderen Einsatz leistet Manfred Copony bei der von Erdbeben stark geschädigten Kirche in Brenndorf. Unter seiner Aufsicht konnte vorläufig das Dach repariert werden, auch dank einer großzügigen Spende von 5.500 Euro seitens der evangelischen Kirchengemeinde Menninghüffen aus Deutschland. Da gibt es noch viel Arbeit, aber vor dieser scheut er sich nicht.

Gelegentlich fährt Manfred Copony nach Deutschland zu seinen Eltern, die von seinem Entschluss nicht erfreut waren. Doch selbst freut er sich jedes Mal, wenn er nach kurzer Zeit zurückkommt, weil er sich hier angenehmer fühlt. Er hat es auch verstanden, Idealismus mit Realismus zu verbinden, und ist überzeugt, weitere Personen, wenn auch wenige, werden mit der Zeit seinem Beispiel folgen, wie es auch Bernd Wagner, ein Verwandter aus Heldsdorf/Halchiu getan hat. Denn Voraussetzungen gibt es auch da, ein Leben in Erfüllung zu führen, Und wenn man auch Anerkennung findet, dann kommt die Gewissheit, den richtigen Schritt getan zu haben.

Dieter Drotleff

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