Deutschtekes - Informationen

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Die Heimatortsgemeinschaft Deutsch Tekes

Ihre Bedeutung und Zielsetzungen

Vor etwa 800 Jahren haben sich Siedler, die aus dem heutigen Deutschland gerufen wurden, auch in Tekes niedergelassen. Ihre Nachkommen, die Tekeser Sachsen, haben dort bis in die Gegenwart gelebt.
Verfolgt und vergleicht man die Anzahl der Einwohner von Tekes im Laufe der Geschichte, so kann man große Schwankungen feststellen, und das vor allem in früheren Zeiten. Das heißt, dass oft viele Bewohner von Tekes nicht auf eine natürliche Weise gestorben sind. Tataren- und Türkeneinfälle, Pest und Cholera oder Kriege forderten immer wieder unzählige Opfer.
Die Tekeser waren nicht reich an Hab und Gut, aber fleißige und lebenslustige Menschen, mit vielen Kindern. Stellen wir uns die Frage, weshalb die Tekeser dennoch diese schweren Zeiten überlebt haben, so könnte die Antwort wie folgt lauten: Sie haben in Freud und Leid zusammengehalten, haben ihre Sprache, Bräuche und Sitten bewahrt, und wenn es nötig war, ihr Hab und Gut auch mit der Waffe in der Hand verteidigt.
Streitigkeiten hat es auch unter den Tekesern immer gegeben, das beweisen uns auch einige alte Dokumente. In Tekes hat es immer auch Menschen gegeben, ob es nun Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister oder andere waren, die sich für die Gemeinschaft und die Pflege eines Zusammengehörigkeitsgefühls eingesetzt und immer wieder Streitigkeiten geschlichtet haben.
Nun scheint sich aber die jahrhundertealte Geschichte von Tekes ihrem Ende zu nähern. In Tekes leben zurzeit nur noch wenige Sachsen.
Das Ende dieser Geschichte begann eigentlich schon mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges, als alle wehrpflichtigen Männer in den Krieg gingen, wo viele ihr Leben lassen mussten. Nach Beendigung des Krieges folgte die Rußlandverschleppung von Frauen und Männern, und zurück blieben Kinder und die Alten. Die Enteignung des Grundbesitzes entwurzelte auch in Tekes das Bauerntum, das Jahrhunderte hindurch eng mit Grund und Boden verbunden war. Viele junge Menschen verließen Tekes, um in den Städten ein anderes Leben zu beginnen. Im Rahmen der Familienzusammenführung verließen schrittweise einige Familien Tekes, um in Deutschland, unserem Mutterland, eine neue Heimat zu finden. Es folgten Jahrzehnte kommunistischer Diktatur, wo Partei und Securitate immer wieder Zwietracht in unsere althergebrachte, sächsische Volksgemeinschaft hineinbrachten und manche moralische Werte verlorengingen. Dennoch haben wertvolle Traditionen, Bräuche und Sitten überlebt. Denken wir da nur an die Nachbarschaften, die eine Schlüsselrolle im Leben unserer Gemeinde gespielt haben. Weil nach der Revolution in Rumänien wenig Hoffnung auf grundlegende Veränderungen bestand, sind sozusagen alle Tekeser nach Deutschland ausgesiedelt. Hier leben wir aber nicht mehr in der geschlossenen Gemeinschaft eines Dorfes wie in Tekes, sondern verstreut über ganz Deutschland. Wir wollen und sollen uns in das hiesige Leben integrieren, denn wir sind Deutsche, wenn das auch einige, die von unserer Geschichte keine Ahnung haben, uns als Rumänen halten oder sogar als Asylanten betrachten.
Integration in das hiesige Leben bedeutet aber nicht, auf Erinnerungen und alle Werte zu verzichten, die unsere Vorfahren in mehr als 800 Jahren bewahrt oder neu geschaffen haben.
Unsere erste Heimat haben wir verloren, sollten aber alles Wertvolle, was wir besitzen, nicht aufgeben, und selbst in den hiesigen Bedingungen, unsere Sprache, Bräuche und Sitten und ein Gemeinschaftsleben noch weiterpflegen.
Als im Jahre 1984 noch viel weniger Tekeser, als heute, in Bielefeld lebten, organisierten sie das erste Treffen für alle in Deutschland lebenden Tekeser. Für alle Teilnehmer war es ein beeindruckendes Erlebnis. 1987,1990 und 1993 folgten weitere Treffen in Bielefeld, und ab 1996 wurden die Treffen in Gundelsheim durch unsere HOG vorbereitet.
Beim 2. Treffen, im Jahre 1987, wurde die Heimatortsgemeinschaft (HOG) Deutsch Tekes in Deutschland gegründet.
Viele werden sich fragen, was diese HOG bisher geleistet, und welche Ziele sie sich für die Zukunft gesetzt hat.
Ein Jahr vor der Gründung der HOG hatte Dr. Helmut Roth, der als Sohn des Schulrektors Heinrich Roth (tätig von l906-1931) in Tekes geboren wurde, versucht, die Tekeser Kirchengemeinde finanziell zu unterstützen, um das zerstörte Kirchturmdach zu reparieren. Die von ihm beschaffte Geldsumme reichte aber nicht aus. Er fand aber Unterstützung in den Gründern der Tekeser HOG, und durch eine langwierige, aber erfolgreiche Spendenaktion brachten die Tekeser aus Deutschland die Hälfte der Geldsumme auf, die für die Reparatur des Turmdaches nötig war.
Mitglieder der HOG aus Bielefeld waren es, die, in mehreren Jahren, mit Geldern des Sozialwerkes der Siebenbürger Sachsen, Lebensmittelpakete zusammenstellten und nach Tekes und andere Gemeinden in Siebenbürgen an Hilfsbedürftige sandten. Mehrere Jahre hindurch wurden aus Geldmitteln der HOG zu Weihnachten Pakete mit Süßigkeiten nach Tekes geschickt, um die Bescherung der Kinder zu unterstützen. Durch die HOG ist, trotz großer Schwierigkeiten, die Verbindung mit der Leitung der Kirchengemeinde in Tekes aufrechterhalten worden.
Um in schwierigen Fällen den Transport von Kranken nach Reps zu ermöglichen, wurde von der HOG das nötige Benzin zur Verfügung gestellt.
Was verfolgt unsere HOG für die Zukunft? Hier seien nur die wichtigsten Zielsetzungen angeführt:

- Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls, durch Veranstaltung von Treffen und Gründung von Nachbarschaften, wo wertvolle Traditionen weiter gepflegt werden sollen.
- Aufrechterhaltung der Verbindung zur alten Heimat, Erhaltung von unbeweglichen Kulturgütern (z.B. Kirche), Friedhofpflege, und Unterstützung derer, die in der alten Heimat weiterleben wollen.
- Pflege des heimatlichen Kulturgutes, und es allen zugänglich zu machen, die daran interessiert sind.
- Sammeln von Daten und Gegenständen, die über die Vergangenheit von Tekes Auskunft geben, im Hinblick auf die Herausgabe eines Tekeser Heimatbuches, indem über das Leben von Tekes aus den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart berichtet werden soll.
- Unterstützung der Eingliederung unserer Landsleute in das hiesige Leben und die Vermittlung unserer Kulturtraditionen an unsere Mitbürger in Deutschland.
- Herausgabe eines Heimatblattes, in dem kurz über das Leben der Tekeser berichtet wird und Mitteilungen der HOG gemacht werden. Die Häufigkeit des Erscheinens dieses Blattes, im Laufe eines Jahres, hängt von unseren finanziellen Möglichkeiten ab.
- Erfassen wichtiger Daten über alle Tekeser, um einen Ersatz für die Kirchenmatrikeln der alten Heimat zu schaffen, damit unsere Nachkommen die Möglichkeit haben, sich über ihre Vorfahren zu informieren.
- Enge Zusammenarbeit mit Siebenbürgisch-Sächsischen Organisationen oder Institutionen in Deutschland und Rumänien, die sich mit der Geschichte, der Kultur, dem Leben und dem Schicksal der Siebenbürger Sachsen befassen.

Vorstand
Die Leitung der HOG hat ein, bei den Treffen, gewählter Vorstand, bestehend aus 5-7 Mitgliedern. Im Rahmen eines erweiterten Vorstandes, wird er durch die Vorsitzenden (Nachbarväter) der Nachbarschaften und die sogenannten Gebietsvertreter, aus den Gebieten. wo keine Nachbarschaften existieren, unterstützt.
Über die Einnahmen und Ausgaben wird von dem Kassierer bei jedem Treffen genau Bericht erstattet.
Die Vorstandsmitglieder opfern für die HOG ehrenamtlich viel von ihrer Freizeit. Beiträge werden benötigt, um die nötigen Ausgaben für laufende Tätigkeiten zu decken. Das sind nicht nur Briefverkehr, Telefongespräche, Fahrten und Teilnahme an Sitzungen und Tagungen der HOG, das Organisieren von Treffen und die Herausgabe des Heimatblattes.
Es warten noch große Ausgaben auf uns, wenn wir die Verwirklichung unserer Vorhaben ernst nehmen. Denken wir da an die Herausgabe eines Heimatbuches.
Wir müssen uns ernste Gedanken darüber machen, wie wir die Friedhofspflege in Tekes sichern und wie wir zur Erhaltung der Tekeser Kirchenburg beitragen können.
Es stellt sich auch die Frage, inwieweit wir uns dafür einsetzen, dass Pfarrer- und Lehrerwohnungen eventuell als Ferienhäuser oder Übernachtungshäuser für Besucher genutzt werden.
Wir sehen es als unsere Pflicht, so viel als möglich von unserem unbeweglichen Kulturgut in unserer alten Heimat vor dem frühzeitigen Verfall zu retten. Die Gründung der Nachbarschaften haben wir, der Vorstand, angeregt, damit in der Zeit zwischen den Treffen aller Tekeser, die bisher nur jedes dritte Jahr stattfanden, etwas für den Zusammenhalt und die Wahrung wertvoller Traditionen getan wird, und der Vorstand in seiner Arbeit unterstützt wird.
Wir leben hier in anderen Bedingungen als in unserer alten Heimat, sollen uns aber in dieses neue Leben eingliedern. Das fällt den ganz jungen Menschen leicht. Die älteren werden noch Jahre hindurch, oder bis an ihr Lebensende, gewissermaßen als Fremde hier, in ihrem Denken und Fühlen die alte Heimat mit sich tragen. Ihnen wollen wir, wenn auch auf bescheidene Art, durch unsere HOG gelegentlich etwas von dem alten Heimatgefühl geben. Den jüngeren wollen wir die Möglichkeit bieten, etwas aus der Geschichte ihrer Vorfahren aus Deutsch Tekes zu erfahren. Dieses können die Vorstandsmitglieder nicht allein leisten. Dazu gehören Mitglieder, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und etwas für unsere Gemeinschaft zu tun. Wir möchten die Hoffnung noch nicht aufgeben.

Erwin Thot,
im Namen des Vorstandes
(Auszug aus dem "Heimatblatt der HOG", Ausgabe 1, Mai 1996)

Vollständige Literaturliste (Ortsmonografien, Belletristik etc.) anzeigen

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Freundliche Grüße, Hermann Depner (im Namen der Editoren)

Mitgliedschaft

Wir benötigen eine starke Gemeinschaft, jetzt und auch in Zukunft. Sie trägt unser Kulturgut und unsere Tradition. In ihr ist unsere Identität verankert. Auch ihre persönliche Mitwirkung ist erforderlich, um kommenden Herausforderungen zu begegnen. Unsere Arbeit können Sie unterstützen, indem Sie unserer HOG Deutsch-Tekes beitreten.
In unserer HOG gilt die sogenannte Familienmitgliedschaft. Das heißt, dass beim Beitritt einer Person auch der Ehegatte und die unverheirateten Kinder bis zum 18. Lebensjahr als Mitglieder gelten, ohne einen zusätzlichen Beitrag zu zahlen.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag wurde auf 10,- Euro bei der Vollversammlung vom 11. Oktober 2009 festgesetzt.
Eine Beitrittserklärung können Sie hier herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und an uns senden.

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