Albert Klein, Sachsenbischof von Siebenbürgen 1969 - 1990

15.08.2019, 21:24 Uhr

HG

Albert Klein, Sachsenbischof von Siebenbürgen 1969 - 1990

Albert Klein
Sachsenbischof von Siebenbürgen 1969 - 1990

Albert Klein, geboren am 16. März 1910 in Schäßburg, damals Österreich-Ungarn, gestorben am 8. Februar 1990 in Hermannstadt, Rumänien. Er war der Sohn des Mittelschulprofessors Albert Klein und seiner Ehefrau Frieda geb. Petrovits. Seine Kindheit verbrachte er zusammen mit seinen drei Geschwistern, darunter dem späteren Mikrobiologen Paul Klein, in Schäßburg und besuchte da auch die Evangelische Elementarschule und das Untergymnasium. 1924 übersiedelte die Familie nach Hermannstadt, dem Heimatort des Vaters, der eine Stelle am Landeskirchlichen Lehrerseminar erhalten hatte. In Hermannstadt besuchte Klein das Obergymnasium und legte dort 1928 seine Reifeprüfung ab. 1928/29 leistete er seinen Wehrdienst in der Artillerie-Reserveoffiziers-Schule in Craiova.
Im Sommersemester 1930 war er an der Universität Marburg immatrikuliert, wo er sich vor allem mit Griechisch und Hebräisch beschäftigte, aber auch theologische Vorlesungen sowie Psychologie und Logik hörte. Im Wintersemester 1930 immatrikulierte er sich in Klausenburg (Cluj) und studierte Physik, Chemie und Mathematik. Im Studienjahr 1931/32 war er außerordentlicher Hörer an der Reformierten Theologischen Fakultät in Klausenburg. 1933/34 studierte er an der Universität Tübingen evangelische Theologie und besuchte nebenbei Physik-Vorlesungen. Im Sommersemester 1934 war er in Berlin, besuchte dort theologische Vorlesungen und arbeitete auch in Chemie weiter. Im Herbst 1936 legte er die Lizentiatenprüfung für Physik und Chemie in Klausenburg ab und ging dann für ein Studienjahr (1936 bis 1937) nach Tübingen, um sein Theologiestudium abzuschließen. Im Herbst 1937 wurde er Lehrer für Physik, Chemie, Mathematik und Religion am Untergymnasium in Mühlbach (Sebeș) und wechselte im Herbst 1939 an die Brukenthalschule in Hermannstadt, wo er die gleichen Fächer unterrichtete. Im Herbst 1938 legte er seine theologische Prüfung vor der Prüfungskommission der Evangelischen Kirche A.B. in Hermannstadt ab.
1938 heiratete er Maria geb. Walcher (1912–1992), die er in Berlin kennengelernt hatte. In Stuttgart geboren, war sie in Ravensburg zur Schule gegangen und hatte 1931 ihre Reifeprüfung abgelegt. 1932 begann sie an der Universität Tübingen mit dem Studium der Neuphilologie, das sie 1937 mit der Promotion abschloss. 1938 ging sie gemeinsam mit Albert Klein nach Siebenbürgen, wo er bereits Lehrer in Mühlbach war. Sie hatten sechs Kinder, von denen der jüngste Sohn im Alter von elf Jahren 1959 verstarb.
Im September 1941 wurde Klein als Reserveoffizier einberufen und kämpfte während des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront bis April 1943. Im Schuljahr 1943/1944 war er aushilfsweise in der Schulverwaltung tätig. Januar 1945 wurde er zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert, von wo er gesundheitlich schwer angeschlagen im Dezember nach Hause kam. Anschließend wirkte er als Pfarrer in Dobring (Dobârca) 1946–1953, Petersdorf (Petrești) 1953–1958 und war Stadtpfarrer in Mühlbach 1958–1968. Im Jahr 1968 wurde er als Stadtpfarrer nach Kronstadt (Brașov) berufen. Während er Stadtpfarrer in Kronstadt war, wurde er am 15. April 1969 von der 47. Landeskirchenversammlung zum 35. Sachsenbischof von Siebenbürgen und damit zum Oberhaupt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien gewählt und am 15. Juni 1969 in das Bischofsamt in Hermannstadt feierlich eingeweiht.
Er konnte 1987 sein Amt nicht niederlegen, weil die staatlichen Organe wohl seinen Rücktritt, aber keine Neuwahl genehmigen wollten. Daher musste er trotz seines fortgeschrittenen Alters weiter Verantwortung tragen. Ende 1989 erkrankte er schwer und verstarb im Amt kurz vor seinem 80. Geburtstag am 8. Februar 1990. Mit Genugtuung erlebte er den Umsturz Ende 1989 und leitete im Januar 1990, bereits schwer krank, die ersten Hilfsmaßnahmen nach den Kämpfen in Hermannstadt Ende 1989. Albert Klein hat sich als Bischof einer Kirche in einer kommunistischen Diktatur darum bemüht, geistliches Leben zu festigen und zu vertiefen, Konfrontation mit dem Staat zu vermeiden und so Freiräume für christliches Handeln zu schaffen.

Angaben stammen von:
wikipedia.org/wiki/Albert_Klein_(Bischof)

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