Scharosch bei Fogarasch - Informationen

Übersicht über die Informationen auf dieser Seite:

HOG: Scharosch bei Fogarasch

1985 wurde beim ersten Scharoscher Treffen in Böblingen die HOG Scharosch formell durch die Wahl eines Organisationkomitees mit Michael Bertleff als Vorsitzendem gegründet. Seit 2001 ist die HOG Scharosch Mitglied im Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortgemeinschaften e.V. Sie ist eine lose Vereinigung, kein eingetragener Verein. Die alle zwei Jahre stattfindenden Heimattreffen finanzieren sich mit Eintrittsgeldern und Spenden. Es werden keine jährlichen Mitgliedsbeiträge erhoben. Pflege der Gemeinschaft, Verbindung zur ehemaligen Heimatgemeinde ausfrechterhalten, Bedürftige dort unterstützen, Erhaltung und Weitergabe der Heimatkultur an nachfolgende Generationen und insbesondere die Sicherung des Kulturerbes gewährleisten und pflegen, hat man sich bei Gründung der HOG Scharosch bei Fogarasch "auf die Fahne geschrieben". Vieles hat man gehalten, Geld- und Sachspenden an die in der Heimat Verbliebenen, Geschenke zu Weihnachten, dringend benötigte Arznei. Reparaturen an der Jakobuskirche oder an der Friedhofsmauer, am Speckturm, konnten von den Spenden der HOG-Mitglieder erledigt werden. Das Mähen des Scharoscher Friedhofs wird von der HOG bezahlt, und seit Dezember 2015 spenden Scharoscherinnen und Scharoscher für die Sanierung der Jakobuskirche, dem ältesten sakralen Bau in Scharosch/Fog. Es ist so weit, dass das Kirchendach, die Turmblechhaube und der Blitzableiter instand gesetzt werden konnte, im zweiten Halbjahr 2017. Der Vorgängerbau der Jakobuskirche, eine turmlose romanische Basilika, wurde um 1438 von den Türken zerstört. Das um 1455 wiederaufgebaute Gotteshaus, eine gotische Saalkirche mit dem Glockenturm an der Westseite, wurde dem Heiligen Jakobus geweiht und ist als Jakobuskirche urkundlich verbrieft. Der Ausbau zur Wehrkirche und Kirchenburg erfolgte ab 1493, nachdem die Gefahr aus dem Osten nicht mehr vorhanden war, wurde 1900 die Ringmauer abgetragen und das Baumaterial für den Neubau einer Schule verwendet. Auch das ist HOG! Viele Schuarscherinnen und Schuarscher haben mit Erzählungen von Festen und Feiern, Brauchtum, von Krieg, Gefangenschaft, Deportation usw. dazu beigetragen, dass das Heimatbuch "Scharosch bei Fogarasch" (Braisch, Günther, Konnerth) mit noch mehr Inhalt gefüllt werden konnte. Für die Nachkommen - aufgeschrieben gegen das Vergessen! Die Heimattreffen 2010 und 2016 in Scharosch/Fog. mit Gottesdienst, Andacht auf dem Friedhof, sollten ebenfalls die Gemeinschaft stärken. Den Gründervätern der HOG Scharosch bei Fogarasch mit ihren Anliegen sei gedankt. Es wäre wünschenswert, wenn viele Nachkommen im Sinne der Gründerväter in der HOG Scharosch bei Fogarasch mitarbeiten würden.

Ursula Hummes geb. Wardeiner

Obiger Beitrag ist nachzulesen im Buch "HOG's tun was!", welches 2017 anlässlich des 20jährigen Bestehens des HOG-Dachverbandes herausgegeben wurde und noch 130 weitere HOG-Beiträge enthält, sowie zahlreiche Grußworte bekannter Honoratioren.

SCHAROSCH BEI FOGARASCH - EINE ZEITREISE DURCH SEINE GESCHICHTE - ALFRED WARDEINER - OKTOBER 1998

I.
Viele Siebenbürger interessiert die Frage, aus welchen Gebieten des Reiches ihre Vorfahren nach Siebenbürgen eingewandert sind. Hierzu kann angemerkt werden, dass die Einwanderungszeit für das Altland, das Weinland (um Mediasch) und Unterwald (um Hermannstadt) gesichert ist durch das Zeugnis des Freiheitsbriefes des Königs Andreas II. von Ungarn aus dem Jahre 1224. Hier ist die Rede von Deutschen (=Sachsen), die vom Großvater des Königs berufen worden seien, dem König Geisa. Das bedeutet,dass in der Mitte des 12. Jahrhunderts die Einwanderung der Deutschen nach Siebenbürgen erfolgt ist, wenigstens für ihre ersten Anfänge. Der Name "Sachsen" hat mit dem deutschen Volksstamm nichts zu tun, er wurde einfach im Sinne von "Deutsche" gebraucht.

Das Burzenland geht in seiner deutschen Besiedelung auf eine Berufung des ungarischen Königs Andreas II. zurück, der den Deutschen Ritterorden 1211 in den Südosten berief. Für diese bisher genannten Bereiche deutscher Besiedlung in Siebenbürgen gilt auch eine der Gebiete gemeinsame Sprachgeschichte parallel. Nur das Nösnerland im Norden (Bistritz, Sächsisch-Reen) weicht in seiner Geschichte und Sprache von den übrigen siebenbürgischen Gebieten ab.

Der Sinn dieser Bemerkungen zur Sprachgeschichte Siebenbürgens ist der, dass man aus der Sprachgeschichte Rückschläge auf die Zeit der Besiedlung ziehen kann, also genauere Angaben erhält, aus welchem Teil die Siebenbürger Sachsen stammen.

Die Bemühungen, die ursprüngliche Heimat der Siebenbürger Sachsen herauszubekommen, haben früh eingesetzt, besonders als man entdeckte, dass zwischen dem Siebenbürgisch-Sächsischen und dem mittelfränkischen Rheinischen enge sprachliche Berührungen bestehen. Es wird daher angenommen, dass viele Vorfahren der Siebenbürger aus dem beiderseitigen Gebiet der Mosel kamen. Sicher haben sich mittelfränkische Mundarten in Siebenbürgen mit anderen Mundarten ausgeglichen, wichtig ist aber, daß diese Ausgleichungen doch immer überwiegend im Bereich des Mittelfränkischen (Moselgebiet) bleiben. So findet man auch in Siebenbürgen die durch die 2. Lautverschiebung im Rheinland entstehende Aufsplitterung der Wörter und Laute. So kann man Laute und Wörter in Siebenbürgen entdecken, die in Deutschland sonst nur im mittelfränkischen Raum, besonders aber zu beiden Seiten der Mosel, gebräuchlich waren und sind. Diese Feststellung wird auch nicht durch die Tatsache geändert, dass im Siebenbürgischen auch Worte aus anderen Teilen Deutschlands enthalten sind (z.B. aus Bayern), doch ist die weitaus größte Zahl der vergleichbaren Worte dem Mittelfränkischen entnommen, was auf eine deutliche Parallele in der Sprache zwischen diesem Gebiet und der Siebenbürgens zeigt.(1) Folgende 3 Wörter sollen solche Parallelen aufzeigen, wobei zu bedenken ist, dass dies ältere Begriffe in Siebenbürgen und im Rheinland/Moselgebiet sind, sie also den heutigen Siebenbürgern nicht mehr bekannt sein dürften.
So sagte man z.B. sowohl im Rheinland als auch im früheren Siebenbürgen zum Iltis "Fürner", zum Spatz "Mesch" und für das Veredeln von Obstbäumen durch das Aufpfropfen von Ästen "possen". Außer der drei hier genannten Beispiele gibt es noch viele andere, die auf Gemeinsamkeiten der Sprache zu beiden Seiten der Mosel und in Siebenbürgen im 12. Jahrhundert hindeuten; deshalb muss der ursprüngliche Ausgangsort der siebenbürgischen Siedler im mittelfränkischen Rheinland an der Mosel gesucht werden.
Hinzu kamen zu der Hauptmasse der Siedler aus diesem Gebiet noch Siedler aus der Wallonie, aus Flandern, aus Holland und Luxemburg.

II.
Scharosch selbst wird schon im Jahre 1206 als Grenzort in einer Schenkungsurkunde König Andreas II. erwähnt; in der gleichen Urkunde werden auch Bekokten, Kiwern, Felmern und der Ort Seligstadt genannt. Dies bedeutet, dass das Siedlungsgebiet des Schenker Stuhls (mit "Stuhl" ist ein Gerichtsstuhl, ein Gerichtsbezirk gemeint), zu dem die genannten Orte gehörten, eines der ältesten von Deutschen besiedelten Gebiete in Siebenbürgen ist. Hier müssen also schon um die Mitte des 12. Jahrhundert Deutsche gewohnt haben.
Der Ortsname Scharosch - so sagen es die Quellen - ist von dem ungarischen Wort "saros" für "morastig", "sumpfig" abgeleitet, wohl als Bachname gemeint.(2) In den Quellen tauchen für das heutige Scharosch auch andere, aber immer sehr ähnliche Namen auf, so z.B. Schars, Schorsch, Saros, Sarus, Soars, Scharosz, Scharesch. Die Quellen (3) betonen, dass diese Ableitung vom ungarischen für "morastig", "sumpfig" richtig sei, egal, ob dies die Lokalprobe bestehe oder nicht.

Über die ländliche Größe, Ausdehnung und Besiedlung der Scharoscher Gebiete in früheren Zeiten ist nur wenig bekannt. Zur Einwohnerzahl wird vermeldet, dass Scharosch um 1500 nur 38 Bauernhöfe zählte, was einer Einwohnerzahl von rund 300 Personen entspricht. Für die Jahre um 1920/25 nennen die Quellen eine Einwohnerzahl Scharoschs von 791 Siebenbürger Sachsen. Die ständische und soziale Gliederung der Einwohner von Scharosch ist nicht sehr ausgeprägt, was in einer überwiegend bäuerlichen Struktur nicht verwundert. Dennoch gibt es z.B. über die Regelungen für die Abgaben des Kornzehnten, des Haberzehnten, des Hanfzehnten, des Wein- und Kukurutzzehnten verschiedene Regelungen, die eine soziale Schichtung erkennen lassen. So mussten die Bauern zu Scharosch sogar Gebühren für Naturalien zahlen, wenn die verschiedenen Verzehntungen dort durchgeführt wurden. So berichten die Schriften des Korrespondenzblattes aus dem Jahr 1900, dass sogar Unterschiede im Essen für die Kommissionmitglieder am Zahltag gegenüber Schichten gemacht wurden. Dazu heißt es in den Korrespondenzblättern wie folgt:

(1. Kornzehnte) "Morgens verzehren die Communität (= evangelische Bruderschaft) und die Geschworenen auf dem Pfarrhofe 2 Brode und 1 Eimer Wein. Die Geistlichkeit und die Kirchenväter erhalten ein gekochtes Essen samt Trank. Mittags wird für die Communität und die Stoppelreiter aufs Feld geschickt: ein sogenanntes Brodelävend, 4 Brode (weisse), ein Eimer Wein für die Altschaft (...)"

Eine interessante Sitte der Scharoscher Bevölkerung bestand bei der Weinlese. Hierzu vermelden die Quellen folgendes: "...Besonders an Tagen der Weinlese sind die Weingartenhüter stets auf den Füßen; bald sieht man sie hier, bald dort. Wer mit der Weinlese zuletzt fertig wird, und das ist ja natürlich einer der besten Wirte, bringt die Weingartenhüter auf seinem Herbstwagen in die Gemeinde und zu sich, wo sie gut bewirtet werden und während des Schmauses im Hofe des Gastgebers, auch zum Fenster heraus auf die Gasse, manchen Pistolenschuss loslassen, damit man im Dorfe hört, dass die Weinlese beendigt ist, und wer am meisten gelesen hat."

Weiter ist über die Scharoscher Bevölkerung zu sagen, dass die Familiennamen - wie sie auch heute noch in Scharosch bekennt sind - schon im Jahre 1715 aufgezählt werden, wobei sicher zu bedenken ist, dass diese Aufzählung unvollständig sein kann.(4) Pastor Orendi vermerkt damals im Jahre 1715 folgende Namen von Familien, die Abgaben geleistet haben:

Wardeiner, Schreiber, Krempels, Gunesch,

Steffen, Schindler, Heyser, Gottschling,

Schuler, Müller, Ungar, Ehrmann,

Schuster, Graf, Falk, Schneider,

Linzig, Wolf, Walter, Bertlef,

Krause, Kessler, Marten, Jeremie,

Konnerth, Roth, Homm, Welsch

Der Kirchenvisitationsbeschluss vom 4. Juli 1715 besagt, dass Scharoscher Bürger nunmehr auch auf der Seite des Friedhofs beerdigt wurden, die der Sonne abgelegen ist. Wer dies von den Lebenden später nach seinem Tode nicht will, musste dafür zu Lebzeiten eine Gebühr bezahlen, damit er noch auf der schon fast voll belegten Sonnenseite des Friedhofs beerdigt werden kann. Diese Einnahmen buchte der Pfarrer in Scharosch, was (in Auszügen) aus den Materialien der Scharoscher Kirchenrechnung zu lesen ist. Gegen die neue Friedhofsregelung gab es Klagen in der Bevölkerung. So nennt das Korrespondenzblatt von 1889 die "Johann Schneiderinn, weil sie auf der leichen garstig geklaget" und "Krause Wagner, weil er wider die Herren Visitatores einen Zeddel geschreiben". Beide wurden mit Strafgeldern belegt.

Überhaupt scheinen die Scharoscher des öftern gegen die Obrigkeit gemurrt zu haben, wie die Auszüge aus der Scharoscher Kirchenrechnung vom Jahre 1713-1782 berichten. Es wurden mit Strafgeldern bzw. mit der Abgabe von Speck bestraft: im Jahr 1740: des Wagners Sohn für das Schreuen (Schreien) in der Kirche; im Jahr 1772: die Kirchenrechnung vermeldet als geldliche Einnahme, dass Strafen wegen Schmachreden und anderm Unfug gezahlt werden mussten; im Jahr 1773: "Johann Krempels Strafe".

Im allgemeinen blieb die Scharoscher Bevölkerung weder von der Pest, noch von Kriegswirren verschont, wie die Quellen nachweisen: Im Jahre 1719 wird von "der schädlichen Seuche der Pestilenz" berichtet, "welche sich der 3. Mai angefangen und bis ins folgende 1720 bis 22. März angehalten." - Die größere Gefahr für den Bestand des Dorfes Scharosch war jedoch die der Türkeneinfälle, besonders in der Zeit um 1500 und im 17. Jahrhundert. Im Zusammenhang mit den Türkenkriegen muss auch das Bemühen der Scharoscher Einwohner gesehen werden, ihre Kirche als einzige stärker befestigte Anlage in ihrem Ort als Kirchenburg auszubauen. Neben der Pest und den Türken wurde Scharosch auch noch von Brandkatastrophen bedroht. So berichten die Quellen, dass im Jahr 1765 ein großer Teil von Scharosch abgebrannt ist. Dabei fanden 23 Männer und Frauen den Tod, ebenso mehrere Kinder.

III.
Für das Leben der Menschen in Scharosch hatte in früheren Zeiten die Kirche eine große Bedeutung. Wie ganz Siebenbürgen hatte auch Scharosch durch den Reformator Honterus den evangelischen Glauben in Form des Augsburger Bekenntnisses angenommen.

Die heutige spätgotische Wehrkirche in Scharosch ist aber nicht der erste christliche Kultbau der Gemeinde gewesen, sondern hatte eine romanische Basilika zum Vorgängerbau. Diese Vorgänger-Kirche ist wahrscheinlich im Jahre 1430 durch den 1. Türkeneinfall zerstört worden. In diesem Feldzug plünderten die Türken das ganze Gebiet bis hin zur Kleinen Kokel. Die bösen Erfahrungen, die die Scharoscher während dieses Krieges machen mussten, brachten sie wahrscheinlich dazu, die Kirche nun als Wehrkirche/Kirchenburg neu aufzubauen. Chor und Schiff erhielten schießschartenähnliche Löcher, der Glockenturm wurde befestigt. Für diesen heute noch stehenden Kirchenbau, der zwischen 1438 und 1450 errichtet wurde, berichten die Hilfsaktionen, die den Scharoscher Bauern es erlaubten, die Kirche neu zu bauen. Eine dieser Hilfen war der 1450 von Kardinal Johannes gewährte Ablass für die Scharoscher Jakobus-Kirche (Übersetzung des Ablassschreibens aus dem Lateinischen ist für Interessenten hier einsehbar) von 100 Tagen. Die dadurch erworbenen Gelder sollten dem Neubau gewährt werden. 1466 gab der Kapitelsdechant Johannes von Hermannstadt der Scharoscher Kirche einen weiteren Ablaß von 40 Tagen.

Die neue Kirche wurde so gebaut, dass die Westfront geschlossen blieb, da von dieser Seite die schweren Unwetter heraufzogen. Insgesamt erlebte die Scharoscher Kirche drei Bauperioden, wobei allerdings die 1. die eigentliche Bauzeit darstellt, die beiden anderen nur der Erneuerung und teilweisen Veränderung dienten. So erhielt der Chor im Jahre 1885 statt seines alten Gewölbes ein modernes Holzgewölbe mit 7 Stichkappen, das schilfartig mit Gips verputzt, einem sternartigen Gewölbe ähnlich sieht. Zu den Besonderheiten der Scharoscher Kirche gehört der Lettner, den es sonst in Kirchen in Siebenbürgen wenig gab. In der alten katholischen Kirche war der Lettner eine die Chorschranken ersetzende Scheidewand, mit mehreren Durchlässen zwischen Chor und Schiff, und bildete oben eine über Treppen zugängliche Bühne, auf der kirchliche Lesungen stattfanden. Die baulichen Stützen, die den Lettner trugen, sind heute in der Kirche in den Resten noch erkennbar. - Der in Weiss-Grün-Gold bestrichenen Barockaltar im Chor schmückt eine Kreuzigungsszene, die 1745 vom Hermannstädter Maler Martin Stock unterzeichnet ist.

Nach dem erneuten Türkeneinfall von 1493 setzte sich der Hermannstädter Stuhl für den verstärkten Ausbau der Scharoscher Kirche zu einem Wehrbau ein. Er gewährte der Kirche in Scharosch einen Steuernachlass von 12 Gulden für die Kirchenburg. Diese Maßnahmen führten dann zu einem wehrhaften Ausbau der Kirche, der aber eigentlich ständig fortlaufend blieb, sodass erst 1900 der Kirchenbau beendet war, in den letzten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts aber nochmals restauriert wurde.

Erwähnenswert zur Scharoscher Kirche ist noch, dass um das Jahr 1500 die hölzernen Wehrgänge der Kirche durch gemauerte aus Stein ersetzt wurden, da sie nach der Verbreitung der Feuerwaffen als Holzmaterial eine akute Brandgefahr darstellten. Das Turmraumgeschoss weist eine besondere Eigentümlichkeit der Scharoscher Kirche auf. Dieser Raum im untern Turm kann heute nur von der Kirche aus betreten werden. Man kann im Turmraum jedoch beobachten, dass die Nord- und Südwand vermauerte, spätgotische Bögen hatte. Durch diese konnte das Erdgeschoss des Turmes von außen früher betreten werden. Aus diesen Beobachtungen heraus wäre zu schließen dass hier eine ursprünglich turmlose gotische Kirche mit einem Westportal vorhanden war, an deren Ende der spätere - heute noch sichtbare - Turm angebaut wurde.

Das Gesamtbild der Scharoscher Kirche - so wie es sich heute dem Betrachter zeigt - weist allerdings von der ehemaligen Wehrkirche nicht mehr viel auf, da die Wehrmauer, die die ganze Kirche umgab, um das Jahr 1900 von der Scharoscher Gemeinde abgebrochen wurde.

Quellen:
(1) Schulz, G. Eberhard. Leistung und Schicksal. Abhandlungen und Berichte über die Deutschen im Osten, 1967
(2) Schreiner, .... Ortsnamen im mittleren Teile des südlichen Siebenbürgens.
(3) Archiv des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde, NF, 2. Bd., 1924
(4) Korrespondenzblatt des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde. XII. Jahrgang 1989


Vollständige Literaturliste (Ortsmonografien, Belletristik etc.) anzeigen

Lav Schurscher uch Ugahairijen der Schurscher Gamainschaft

Bitte hier klicken um die Ansichten des 1.Vorsitzenden und seinen Aufruf an die Scharoscher Gemeinschaft zu hören:
Lav Schurscher uch Ugahairijen der Schurscher Gamainschaft

Ansichten des 1.Vorsitzenden und Aufruf an die Scharoscher Gemeinschaft und deren Angehörige

Law Schurscher, uch law Ugahairijen der Schurscher Gamainschaft!

Et es niat aifoch ze urtailen iver det Schecksaul der Sivenbierjer Sochsen, natairlich uch neat iver aset, daut der Schurscher Gamainschaft. Trotzdiem well ech of det kiartschest verseuken, menj Unsichten derzea met ze dailen (woihl wessend dat ech niemesten est geunz naiet erzielen warden).
Zer Uisweunderung uis Sievenbierjen, senj nor de vienichsten aser Sochsen werlich gezwiangen uch uis dem Leund verdriven woarden. Em hut eas osi niet verdriven. Over … de blaisch komunistesch Rejareng hut et geschofft asem Veulk Uanjgst ze mauchen uch en nur knopp dra Gierzahnt et zer fost vaulstendijen Uisweunderung ze draiven. Jcho, et maich zem Dail uch de Uanjgst voir dem wairtschoftlichen Verfoll gewiest sen, aver ech glaiven, et waur en der Mairhaitj der Wuansch nieh Fraihaitj uch de Uanjgst dervoir, dat mer as Kendj niemeai duatsch uch sochsesch erzahn kiennen, de Uangjst dat mer die ols Duatsch Mandjerhait met asen sochseschen Traditionen niamai bestiehn warden kiennen.
Esi hun sich de oller maisten fun eas, gedriven fun diesen Uanjgsten uch Suarjen, solvest voir de Uisweunderung entschlaußen, end hun sich met ollen Metteln bemuiht, deas esi bauld wa meiglich durchzesatzen. Secher, bediucherlich es et ollemiel, dat et as Sivenbierjesch Schecksaul niet mai voirsetj, dat de huadich uch de zeakienftijen Generationen aser Sochsen, en Sievenbierjen lieven siellen als en unerkeunt Veulk, of dem Buadem of diem sich as Voirfuhren vil handjert Gier hun behaiften kiennen.
Over, as Sivenbierjesch Geschicht, es uch suanst laidjer niet endjen zem Voirtail uch zer Zefridenhait aser Voirfuhren verleufen. As klain Veulk hut em Leuf der Zetj endjen wieder uch endjen mai Eschrinkungen uch Niedail erfuhren uch erdeulden miessen. Und esi spreichen ech trotz allem, verglechen met dem Schecksaul viller eunder Vielker, es as Schecksaul nechen Veulkseilend (Veulks-Tragödie), sondern menjer Mainung nie vil mai en Gloicksfoll, dat mer met asen duatschen Wurzeln of duatschem Buaden uch Leund an nai Haimat fandjen tuarften. Eas verblaift nea nauch, trotz der groißen Verstraieng, de Gamainschaft ze fliejen, uch deas esi gead uch esi long et gaidj ze erhaulden! Et ladj nea un eas, em jeiden Inzelanen, wa long et gelanjen wird as Schurscher uch sochsesch Gamainschaft ze erhaulden.
En diesem Senn lav Schurscher uch lav Ugehairichen der Schurscher Gamainschaft siehn ech: jcho, " mer wollen blaiven woat mer senj ", over … mer wollen eas uch en der Gesollscheft aser naien Haimat engledern, uch asen Pflichten ols Bierjer dieses Leundes niegiehn.

Et grießt uach olle meteneunder
Hans-Werner, der klain Arendater 10. Juni 2009

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Liebe Scharoscher und Angehörige der Scharoscher Gemeinschaft
Es ist nicht so einfach zu urteilen, über das Schicksaal der Siebenbürger Sachsen, und auch nicht über das unsrige, jenes der Scharoscher Gemeinschaft. Trotzdem will ich in Kürze, meine Ansichten dazu mitteilen, wohl wissend, dass ich keinem was ganz Neues erzählen werde.
Zur Auswanderung aus Siebenbürgen, sind nur wenige unserer Siebenbürger Sachsen wirklich zur Ausreise gezwungen und aus dem Land vertrieben worden. Man hat uns also nicht vertrieben! Aber … die Rumänische kommunistische Regierung hat es geschafft unserem Volk Angst zu machen, und es in knapp drei Jahrzehnten zur fast vollständigen Auswanderung getrieben. Ja, es mag zum Teil auch die Angst vor dem wirtschaftlichen Verfall gewesen sein, aber ich glaube, es war in der Mehrheit der Wunsch nach Freiheit und die Angst, dass wir unsere Kinder nicht mehr deutsch und Siebenbürgisch erziehen können, die Angst dass wir dort als Deutsche Minderheit mit unseren sächsischen Traditionen nicht mehr bestehen werden können.
So haben sich die meisten von uns, getrieben von diesen Ängsten und Sorgen, selbst für die Auswanderung entschlossen, und haben sich mit allen Mitteln bemüht, diese so schnell wie möglich durchzusetzen. Sicher, bedauerlich ist es allemal, dass unser Sibenbürgisches Schicksaal es nicht mehr vorsieht, das die heutige und die zukünftigen Generationen unser Sachsen in Siebenbürgen leben sollen als ein anerkanntes Volk, auf dem Boden auf dem sich unsere Vorahren für so viele hundert Jahre haben behaupten können.
Aber unsere Siebenbürgische Geschichte, ist auch sonst leider nicht immer zum Vorteil und zur Zufriedenheit unserer Vorfahren verlaufen. Unser kleines Volk aht im Laufe der Zeit immer wieder und immer mehr Einschränkungen und Nachteile erfahren und erdulden müssen. Und so sage ich trotz allem, verglichen mit dem Schicksaal vieler anderer Völker, ist unser Schicksaal wirklich keine Volkstragödie, sondern meiner Meinung nach ist das Schicksaal der Siebenbürger Sachsen viel mehr ein Glücksfall, dass wir mit unseren deutschen Wurzeln auf deutschem Boden und Lande eine neue Heimat finden durften. Uns verbleibt nun noch, trotz der großen Verstreuung, die Gemeinschaft zu pflegen, und so gut und so lange es geht sie zu erhalten! Es liegt nun an uns, an jedem Einzelnen, wie lang es gelingen wird unsere sächsische und Scharoscher Gemeinschaft zu erhalten. In diesem Sinne liebe Scharoscher und Angehörige unserer Scharoscher Gemeinschaft, sage ich: Ja, wir wollen bleiben was wir sind! Aber, wir wollen uns auch in der Gesellschaft unserer neuen Heimat eingliedern, und unseren Pflichten als Bürger dieses Landes nachgehen.

Es grüßt Euch alle miteinander
Hans-Werner, der kleine Arendater 10. Juni 2009

Pfingst-Bericht 2009 - HOG Scharosch

Pfingst-Bericht 2009 - HOG Scharosch Hier kann der Pfingst-Bericht 2009 eingesehen werden. Dieser wird auch in der gedruckten Ausgabe der SZ am 30-06-2009 veröffentlicht.
1.Sprecher Hans-Werner Krempels / Herzogenaurach (klain Arendater)

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