TV-Tipp: Aurora - Spielfilm Rumänien / Deutschland / Frankreich 2010

(10.03.2016) 22:25 - 01:20 Uhr

Deutschland

3sat, Donnerstag, 10. März, 22:25 bis 1:20
Aurora
Spielfilm Rumänien / Deutschland / Frankreich 2010
"Aurora" ist die Geschichte vom Absturz eines ganz gewöhnlichen Menschen. Ein Absturz - unvollkommen und nicht glorreich. Zwei Tage lang zieht Viorel - ein frisch geschiedener Vater von zwei kleinen Töchtern - durch Bukarest. Er ist 42 Jahre alt und von Beruf Ingenieur. Während der Arbeit hat er eine Auseinandersetzung mit einem Kollegen, der ihm Geld schuldet, und kommt gerade dazu, als dieser zwei heimlich handgefertigte Schlagbolzen für ein Jagdgewehr entgegennimmt.
Viorel streift in seinem Auto rastlos durch Bukarest. Ob er allein in seiner leeren Wohnung ist, inmitten seiner Kollegen, neben seinem Nachbarn, mit dem er vordergründig ein Leck im Badezimmer diskutiert, mit seiner Ex-Frau oder seiner momentanen Partnerin, immer scheint er rastlos, getrieben. Selbst wenn er seine Töchter von der Schule abholt, fühlt er die gleiche seltsame Nervosität, die gleiche dumpfe Angst und immer wieder den gleichen Drang, die Instabilität, die sein Leben bestimmt, zu beenden.
Viorel kauft sich ein Gewehr und Munition, geht nach Hause und probiert die Waffe aus. Er isst zu Abend, schaut Fernsehen, packt das Gewehr in eine Tasche und geht zum Auto. Er fährt in die Nähe des InterContinental Hotels. Die Tasche mit dem Gewehr über der Schulter, geht er zum leeren Parkplatz. Viorel versteckt sich dort und beobachtet die ankommenden Autos. Ihm ist, als wäre jetzt die Zeit gekommen, eine Rechnung zu begleichen - mit den anderen und sich selbst.
"Aurora" ist nach "Der Tod des Herrn Lăzărescu" der zweite einer Reihe von sechs Filmen des Regisseurs Cristi Puiu über die Randbezirke von Bukarest. Der radikale Film, in dem der Regisseur selbst die Hauptrolle spielt, gelangte 2010 in die offizielle Auswahl des Filmfestivals in Cannes. Ganz ohne moralische Bedenken zeichnet der Regisseur die faktische Abrechnung eines Mannes mit seinem Alltag nach. Seine über 36 Stunden angelegte, meisterhaft durchdachte und konzentriert inszenierte Erzählung ist eine ungewöhnliche Sozialstudie über den Akt des Tötens in der postkommunistischen Gesellschaft.
Pressetext: 3sat

Ort: Bukarest

Veranstalter: 3sat

Schlagwörter: TV, Medien, Spielfilm

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