Wer hätte ein echtes Interesse an einem Brukenthal-Förderkreis?

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lucky_271065
schrieb am 23.08.2011, 19:15 Uhr (am 23.08.2011, 19:19 Uhr geändert).
Falls ich gemeint sein sollte, ich hatte bekanntgegeben, dass ich ins "Exil" an den Pontus Euxinus gehe. Unter anderem habe ich auch die Koi-Fische im Aquarium von Tomis studiert (sie sollen übrigens bis zu 35 Jahre alt werden ;-) Ausserdem wusste ich nicht, dass Karpfen so "giftig" sein können wie Sie).

P.S. Den "Gralshüter" schenke ich Ihnen gerne. Was den Brukenthal-Förderkreis betrifft, wollte ich nur auf Anregung des Kustos der Brukenthalsammlungen seitens der Evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt bekanntmachen, dass es Überlegungen in dieser Richtung gibt und sehen, inwieweit es auf diesem Forum überhaupt daran eventuell interessierte Personen gibt. Soweit ich Neuigkeiten erfahren sollte, werde ich sie gerne hier bekannmachen. Ansonsten können sich die Interessierten gerne auch direkt an Herrn Frank Thomas Ziegler wenden (siehe Link der Evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt weiter oben auf diesem Thread).
lucky_271065
schrieb am 13.03.2012, 15:57 Uhr
Verlängert in die Ewigkeit

Inventarisierung der Brukenthalsammlungen kurz vor dem Abschluss / Massive Behinderung der Rückgabe mobiler Kulturgüter durch Klassierungspflicht


Von: Holger Wermke

Donnerstag, 08. März 2012

Sechs Jahre sind seit der Rückgabe des Brukenthalmuseums an die evangelische Kirchengemeinde in Hermannstadt/Sibiu vergangenen. Der große Erfolg von damals wird überschattet vom langwierigen Restitutionsprozess der mobilen Kulturgüter aus den 1948 verstaatlichten Brukenthal-Sammlungen. Bislang wurden der Gemeinde erst knapp 1000 Objekte zurückerstattet.

Wie viele restitutionsfähige Objekte die Sammlungen exakt beinhalten, wird man in diesem Frühjahr wissen, gibt sich Frank-Thomas Ziegler gewiss. Der Kustos der evangelischen Gemeinde glaubt, dass die Inventarisierung dann abgeschlossen sein wird. Seit 2006 führen Vertreter der Gemeinde und des Museums in sogenannten Inventarisierungskommissionen (2006-2008, 2009-2012) eine Aufnahme des restitutionsfähigen mobilen Kulturgutes durch, sprich jenes Teils der heutigen Museumssammlungen, der einst der evangelischen Gemeinde gehörte und am 5. November 1948 nationalisiert worden ist.

„Eine meiner Hauptaufgaben seit Beginn meiner Tätigkeit im Februar 2009 sollte es sein, die Restitution der mobilen Kulturgüter zu einem Ende zu bringen“, erklärt Ziegler. Circa 1,6 Millionen Exponate existieren heute in den Einzelmuseen des Museumskomplexes. Auf etwa 230.000 Sammlungs- und Ausstattungsstücke schätzt Ziegler die Zahl der restitutionsfähigen Objekte – allein diese Zahlen verdeutlichen den Umfang der Aufgabe.

Siebenbürgische Schatzkammer

Was genau beinhalten diese Sammlungen, die in fast 200 Jahren zusammengetragen worden sind? Die erste Sammlungsetappe datiert Ziegler in die Zeit zwischen der Rückkehr Samuel von Brukenthals aus Wien nach Hermannstadt als siebenbürgischer Gubernator 1777 und dessen Tod im Jahr 1803. „Das ist die berühmte Sammlung Brukenthal, die in der Wiener Periode zusammengetragen worden ist, wozu nicht nur die europäische Gemäldegalerie gehört, sondern auch die Bibliothek, die Grafiksammlung und die Sammlung von Münzen und Medaillen“, zählt der Kustos auf. Brukenthal nutzte seine Eigenschaft als Direktor der siebenbürgischen Bergwerke, um der Sammlung außergewöhnliche Mineralien hinzuzufügen, außerdem geschliffene Schmuck- und Edelsteine, sogenannte Gemmen und Kameen. Schon zu Brukenthals Zeiten hätten auch archäologische Fundstücke ihren Weg in die Sammlungen gefunden, meint Ziegler, so zum Beispiel das berühmte Birthälmer Donarium.

Nach dem Tode Brukenthals dauerte es aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit den Erben einige Zeit, bis die Sammlungen – wie im Testament vorgesehen – in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt/Sibiu übergehen. Im Jahr 1817, 14 Jahre nach Brukenthals Tod, hielt Stadtpfarrer Johann Filtsch auf dem Großen Ring/Piaţa Mare die Eröffnungsrede für das Museum. Ausgestellt wurden die Sammlungen im zweiten Stock des Brukenthal-Palais, über den von der Familie noch bewohnten Räumen.

Hort sächsischer Kulturgeschichte

Dieses Ereignis markiert den Beginn der zweiten Sammlungsetappe, die vor allem durch einen besonderen Zuwachs siebenbürgischer Sammlungsstücke geprägt ist. „Es begann die Zeit, da das Museum nicht nur von der Kirchengemeinde Hermannstadt, sondern von sehr vielen, sagen wir, fast allen siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden als Hort für ihre Kirchenschätze genutzt wurde.“ Besonders nachdem die Hermannstädter Gemeinde 1872 auch in den Besitz des Palais gelangte, nachdem der männliche Zweig der Brukenthals erloschen war, begann eine „explosionsartig startende Sammlungstätigkeit“. (...)


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