Lustige Gedichte

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kokel
Erstellt am 13.01.2018, 16:51 Uhr und am 13.01.2018, 16:55 Uhr geändert.
Der herrenlose Koffer


Am Bahnhof stand ein Köfferlein,

Schon eine Zeitlang, ganz allein.



In Deutschland, wo ein Mann ihn sah,

War unsere Polizei gleich da,

Der Notdienst und die Feuerwehr,

Der Koffer war verdächtig!! Sehr!



Ein Sprengkommando war vor Ort

Und sprengte ihn. Jetzt ist er fort.



Ein anderer Koffer in Paris,

Man lange Zeit dort stehen ließ.

Dann aber, wurde er gestohlen,

Weil keiner kam, ihn abzuholen.



In Rom, wo auch ein Koffer stand,

An dem jemand Gefallen fand, -

Nach zwei Minuten war er fort.

So schnell verschwinden Koffer dort.



In Stockholm steht ein Köfferlein,

Immer noch und sehr allein.



Ein Koffer, der in Tokio stand,

Den nahm jemand, der ihn dort fand

Und brachte ihn zum Fundbüro.

Das machte den Besitzer froh,

Dass er den Koffer wieder hat…

So reagiert man in „der“ Stadt.



In Bukarest wollt jemand sehn,

Wie lange bleibt ein Koffer stehn?

Und weil er sich so konzentrierte,

Ein schlauer Dieb ihn observierte,

Und klaute ihm vom Handgelenk,

Die neue Uhr; Weihnachtsgeschenk.



Der Koffer blieb nicht lange stehen…

Er wurde, nie wieder gesehen.


Anonym

kokel
Erstellt am 16.01.2018, 07:41 Uhr
Wilhelm Busch (1832-1908)

Bestimmung

Ein Fuchs von flüchtiger Moral
Und unbedenklich, wenn er stahl,
Schlich sich bei Nacht zum Hühnerstalle
Von einem namens Jochen Dralle,
Der, weil die Mühe ihn verdross,
Die Tür mal wieder nicht verschloss.

Er hat sich, wie er immer pflegt,
So wie er war zu Bett gelegt.
Er schlief und schnarchte auch bereits.

Frau Dralle, welche ihrerseits
Noch wachte, denn sie hat die Grippe,
Stieß Jochen an die kurze Rippe.
Du, rief sie flüsternd, hör doch bloß,
Im Hühnerstall da ist was los;
Das ist der Fuchs, der alte Racker.

Und schon ergriff sie kühn und wacker,
Obgleich sie nur im Nachtgewand,
Den Besen, der am Ofen stand;
Indes der Jochen leise flucht
Und erst mal Licht zu machen sucht.
Sie ging voran, er hinterdrein.
Es pfeift der Wind, die Hühner schrein.

Nur zu, mahnt Jochen, sei nur dreist
Und sag Bescheid, wenn er dich beißt.

Umsonst sucht sich der Dieb zu drücken
Vor Madam Dralles Geierblicken.
Sie schlägt ihm unaussprechlich schnelle
Zwei-dreimal an derselben Stelle
Mit ihres Besens hartem Stiel
Aufs Nasenbein. Das war zuviel. -

Ein jeder kriegt, ein jeder nimmt
In dieser Welt, was ihm bestimmt.

Der Fuchs, nachdem der Balg herab,
Bekommt ein Armesündergrab.
Frau Dralle, weil sie leichtgesinnt
Sich ausgesetzt dem Winterwind
Zum Trotz der Selbsterhaltungspflicht,
Kriegt zu der Grippe noch die Gicht.

Doch Jochen kriegte hocherfreut
Infolge der Gelegenheit
Von Pelzwerk eine warme Kappe
Mit Vorder- und mit Hinterklappe.
Stets hieß es dann, wenn er sie trug:
Der ist es, der den Fuchs erschlug.

kokel
Erstellt am 16.01.2018, 13:35 Uhr
Der Kuss

Der Liebe erster Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss,
er ist beliebt und macht vergnügt,
ob man ihn nimmt, ob man ihn gibt.

Er kostet nichts, ist unverbindlich,
denn er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
muss man mit aller Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und zärtlich mit den Augen schmachten.

Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähert sich der Unterkiefer
und dann versucht man mit geschloss'nen Augen
sich aneinander festzusaugen.

Jedoch nicht der Mund allein,
braucht des Kusses Ziel zu sein.
Man küsst die Wangen und die Hände
und auch andere Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht,
sämtlich am Körper angebracht.

Und wie man küsst ist ganz verschieden,
im Norden anders als im Süden.
Der eine heiß, der andere kühl,
ein dritter mit Andacht und Gefühl.

Der eine haucht, der and're schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche,
vermeidet jegliche Geräusche.

Der eine kurz, der andere länger -
den längsten nennt man Dauerbrenner!
Ein Kuss ist wenn zwei Lippenlappen,
in Liebe aufeinander klappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn eine Kuh durch Matsche geht.

Autor unbekannt

Bernd1946
Erstellt am 16.01.2018, 16:32 Uhr und am 16.01.2018, 16:33 Uhr geändert.

kokel
Erstellt am 18.01.2018, 05:25 Uhr
Fred Endrikat (1890-1942)

Das ewig Weibliche

Es streiten sich die großen Philosophen
seit alters her schon um das Thema Frau.
Der eine singt ihr Lied in schönsten Strophen,
der andre wünscht sie in den Höllenofen.
Nur leider stimmt das meiste nicht genau.

Das Thema lässt sich nur von Fall zu Fall behandeln,
weil unterschiedlich und sehr delikat.
Die Frauen wandeln sich, wie sich die Zeiten wandeln,
auch soll man sie nicht öffentlich verschandeln -
Volksgut in Ehren, doch Frauen sind privat.

Die Frau ist wie ein Dom, vor dem wir stehen,
geheimnisvoll, voll Mystik, wunderbar.
Man kennt sie nicht, von außen nur gesehen,
es fehlt der Schlüssel, um hineinzugehen.
Die Liebe ist der Schlüssel zum Altar.

Bist du dann endlich zum Altar gekommen -
in welcher Rolle, das liegt ganz an dir -
vielleicht hast du das höchste Glück erklommen,
wirst feierlich als Priester aufgenommen,
wer weiß? Vielleicht nur als ein Opferstier.

Bernd1946
Erstellt am 18.01.2018, 14:22 Uhr
Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.

Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
„Was geht mich Friedrich der Große an!“

Ringelnatz

kokel
Erstellt am 19.01.2018, 06:05 Uhr
Der Mömmes
von Nicole Kneuper

Ich ging im Wald so für mich hin
und nichts zu suchen, das war mein Sinn.
Ich bestaunte Blumen im Gras
und fummelte mit dem Finger in der Nas'.

Ich hatte an demselben dann,
plötzlich einen Mömmes dran.
Was hat so ein Mömmes für einen Zweck?
Ich dachte: der muss weg!

Ich rollte ihn auf die Fingerkuppen
und versuchte ihn dann weg zu fluppen.
Es plitschte in Richtung Waldesrand
und wie guck', hatte ich ihn immer noch an der Hand.

Verflixt nochmal, was sollte ich tun?
Ich setzte mich um auszuruhn
und angestrengt zu überlegen,
dieses verflixten Mömmes wegen.

Ach denk ich, jetzt klebst Du ihn unter die Bank,
als ich guck' da hab ich ihn immer noch in der Hand.
Inzwischen war er kugelrund
und jetzt kommst du weg, du Schweinehund.

So sagte ich und ging im Nu,
auf eine dicke Eiche zu.
Ich streich vorbei so elegant
und ich guck', da hatte ich ihn immer noch an der Hand.

Jetzt oooh, habe ich ihn zwischen zwei Fingern,
wie man das so tut mit solchen Dingern.
So kriegte ich ihn auch zu fassen,
ich wollte ihn heimlich fallen lassen.

Doch eh ich die Gefahr erkannt,
da hatte ich ihn an der anderen Hand.
Verflixt noch mal, was war ich sauer,
beim nächsten Mal da bin ich schlauer.

So dachte ich, als ich voll Entzücken
den *__________ tat erblicken.
*Name des Jubilars
Der kam mir grad recht und sehr gelegen,
denn der tat noch Manieren pflegen.

Er begrüßt jeden mit Handschlag stets,
war immer freundlich und fragt: wie gehts?
Er streckt mir auch diesmal die Rechte entgegen
und machte mich einen Moment verlegen.

Doch dann schlug ich zu und drückte sie kräftig,
der *__________, ach der freute sich heftig.
*Name des Jubilars
Und als er später auf der Toilette verschwand,
da hatte er den Mömmes an der Hand.


Und die Moral von der Geschicht':

Ein Händedruck hat doch beizeiten,
entschieden seine guten Seiten!






kokel
Erstellt am 19.01.2018, 06:53 Uhr und am 19.01.2018, 07:03 Uhr geändert.
Ein etwas anderes Weihnachtsgedicht

Autor und Datum leider unbekannt

Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehn,
Ich hab's überfahren - es war ein Versehn,
Ich hatte gerade die Äuglein zu,
Ich träumte beim Fahren in himmlischer Ruh.
Das Christkind hat in dieser heiligen Nacht
Bekanntschaft mit meinem Kühler gemacht.

Später sah ich auch noch den Weihnachtsmann,
Er führte gerad seine Rentiere an.
Ich überholte den langsamen Wicht,
Doch sah ich den Gegenverkehr dabei nicht.
Ich wich noch aus, doch leider nicht Santa,
Ein kurzes Rummsen und er klebte am Manta.

Am Ende sah ich auch Nikolaus,
Er stürmte grad aus dem Freudenhaus.
Er kam ganz hektisch über die Kreuzung gelaufen,
Wollt am Automaten nen Präser sich kaufen.
Mein Auto und mich hat er wohl nicht gesehn,
Jedenfalls blieben nur seine Stiefel stehn.

So ist die Moral von dem Gedicht,
Fahr zu schnell Dein Auto nicht!
Denn als ich zu Haus war, da musste ich heulen,
Mein schöner Wagen, der hatte drei Beulen.
Vom Niklas, vom Christkind und vom Santa Claus,
Nächstes Jahr Weihnachten, das fällt dann wohl aus .....


Weihnachten (in Schwäbisch)

Autor: Elmar Rieder, 2013-09-12

Wenn d'Leid wia d`Henna gackern
Und s'doppelte und dreifach ackern
Wenn alles durchananda rennt
Dann is mindestens Advent.

Wenn's alle nei in d'Läda loffen
Und a jeden Scheidßdreck koffen
Und nimmer auf den Euro achten
Dann is kurz vor Weihnachten.

Wenn Mama mit de Kindr singt
Das Lied von der Vermehrung
Der Babba mit dem Stromschlag ringt
Dann woisch - jetz is Bescherung.

Ihr Kinderlein kommet hams gsunga
Jetzt wird um jed's Packerl ganz narrisch grunga
Du siesch, weil d'Mama jetzt woint
Des mit de Kinderlein war ned so gmoind.

De Kinder war'n speib'n
Die Eltern warn prall
D'Verwandschaft is ganga
A Saustall überall.

Endlich is Ruhe, man konnte sich retten
Koi Brand, koi Unfall, koi Polizei
A jeda frißt wieda Tabletten
So feier mer nächschds Johr auf's nei :)

kokel
Erstellt am 20.01.2018, 04:02 Uhr
Lob der Faulheit

Faulheit jetzo will ich dir
Auch ein kleines Loblied bringen.-
O -- wie -- sau -- er -- wird es mir, --
Dich -- nach Würden -- zu besingen!
Doch, ich will mein Bestes tun,
Nach der Arbeit ist gut ruhn.

Höchstes Gut, wer Dich nur hat,
Dessen ungestörtes Leben --
Ach! -- ich -- gähn -- ich -- werde matt --
Nun -- so -- magst du -- mir`s vergeben,
Dass ich Dich nicht singen kann;
Du verhinderst mich ja dran.

(Gotthold Ephraim Lessing, 1729-1781)

kokel
Erstellt am 20.01.2018, 04:05 Uhr
Susanna im Bade

Susannens Keuschheit wird von allen hoch gepriesen:
Das junge Weib, das jeder artig fand,
tat beiden Greisen Widerstand
und hat sich keinem hold erwiesen.
Ich lobe, was wir von ihr lesen:
doch räumen alle Kenner ein;
das Wunder würde größer sein,
wenn beide Buhler jung gewesen.

(Friedrich von Hagedorn, 1708-1754)

kokel
Erstellt am 20.01.2018, 04:22 Uhr und am 20.01.2018, 04:38 Uhr geändert.
Das Huhn und der Karpfen

Auf einer Meierei
Da war einmal ein braves Huhn,
Das legte, wie die Hühner tun,
An jedem Tag ein Ei
Und kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob's ein Wunder sei.
Es war ein Teich dabei,
Darin ein braver Karpfen saß
und stillvergnügt sein Futter fraß,
Der hörte das Geschrei:
Wie's kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob's ein Wunder sei.
Da sprach der Karpfen: "Ei!
Alljährlich leg' ich ´ne Million
Und rühm' mich dess' mit keinem Ton;
Wenn ich um jedes Ei
So kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte -
Was gäb's für ein Geschrei.

(Heinrich Seidel, 1842-1906)

Bernd1946
Erstellt am 20.01.2018, 12:07 Uhr
Der Tag der Freude (erste Strophe):

Ergebet euch mit freiem Herzen
Der jugendlichen Fröhlichkeit:
Verschiebet nicht das süße Scherzen,
Ihr Freunde, bis ihr älter seid.
Euch lockt die Regung holder Triebe;
Dieß soll ein Tag der Wollust sein:
Auf! ladet hier den Gott der Liebe,
Auf! ladet hier die Freuden ein. [1]

(Friedrich von Hagedorn)

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