Sprachaufnahmen aus Mühlbach

Kleinschergied

Pfarrer i.R., 76 Jahre, aus Mühlbach


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Kleinschergied hatte evangelische Glaubensgenossen. Es waren aber keine Sachsen, sondern Bulgaren. Weil sie auf dem Balkan von den Orthodoxen verfolgt wurden, kamen sie nach Siebenbürgen, wo Religionsfreiheit herrschte. Hier fanden sie bei der Evangelischen Landeskirche religiösen Anschluß. Die Gemeindeglieder waren sehr gläubig. Der Pfarrdienst war allerdings schwierig, weil die Predigt in rumänischer Sprache gehalten werden musste. Aber eine solche Freundlichkeit und Herzlichkeit wie in dieser gläubigen Gemeinde hat der Erzähler in sächsischen Gemeinden nicht angetroffen. Nachdem der Pfarrer die Gemeinde verlassen hat, sind die Gemeindeglieder ihm sogar in seine neue Gemeinde hinterhergefahren, um das Abendmahl zu bekommen. 1945 wurden sie jedoch vor die Wahl gestellt, den Glauben zu wechseln, oder gemeinsam mit den Sachsen nach Rußland deportiert zu werden. Einige sind dann zum orthodoxen Glauben übergetreten, andere haben sich einer Sekte angeschlossen, und die Gemeinde hat sich aufgelöst. [mehr...]
Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 23. April 2011 • Kommentieren
Aus Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

Ein Leben als Pfarrer und Arzt

Pfarrer i.R., 76 Jahre, aus Mühlbach
Als Pfarrer kommt man in Dörfer, in denen es keinen Arzt gibt. Deswegen hat der Erzähler sich medizinische Bücher angeschafft und Medizin studiert. Zu einem Universitätsstudium konnte er sich zwar nicht durchringen, aber seinen Gemeindegliedern konnte er durchaus bei dem einen oder anderen Wehwehchen behilflich sein. Schwerkranke Menschen hat er aber sofort ins Krankenhaus geschafft. Sogar Ärzte haben seinen Rat eingeholt. Auch auf seine alten Tage fragen seine alten Gemeindeglieder ihn noch um Rat, bevor bzw. nachdem sie einen Arzt in Mühlbach aufsuchen. [Aufnahme anhören »]
4:26 Minuten, 4.1 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 23. April 2011

Ein Leben als Lehrer und Pfarrer

Pfarrer i.R., 76 Jahre, aus Mühlbach
Der Erzähler wurde mit 5 Jahren eingeschult und hat mit 13 die Quarta absolviert. Auf Empfehlung des Direktors wurde er am Seminar aufgenommen, das er mit 17 absolviert hat. Danach folgten 6 Jahre im Lehramt, 3 in Maldorf und 3 in Petersdorf. Im 1. Weltkrieg ist der Erzähler ins Pfarramt gewechselt. Zuerst für 3 Jahre in Kleinschergied, und dann 20 Jahre in Bußd und 14 Jahre in Gergeschdorf. In der Familie ist aber Trauer angesagt. Ein Sohn ist in Rußland an Silikose erkrankt und ist nachher zu Hause im Alter von 45 Jahren gestorben. Die Tochter ist mit 50 an Herzembolie gestorben. Aber es gibt 8 Enkelkinder und 8 Urenkel. In Mühlbach, Klausenburg, Baia Mare, Hunyad und Mediasch. [Aufnahme anhören »]
3:09 Minuten, 2.9 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 22. April 2011

Der Gummiball

Mann, 37 Jahre, aus Mühlbach
Die Schwaben haben eine besonders gute Presswurst gemacht. Ordentlich gewürzt mit Pfeffer und Salz. Sie haben dann ein Stück Wurst gegessen und zwei Liter Wasser dazu getrunken. Ein Nachbar wollte jedoch besonders viel Presswurst machen, und weil nicht soviel Fleisch da war, hat er mehr Schwarte reingetan. In der Folge war die Presswurst wie ein Gummiball. Als die Wurst in der Speisekammer auf den Boden gefallen ist, ist sie in die Luft gesprungen und hat die Zimmerdecke durchgeschlagen. [Aufnahme anhören »]
3:03 Minuten, 2.8 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 13. April 2011

Die Schwaben in Benzenz

Mann, 37 Jahre, aus Mühlbach
Ende des 19. Jahrhunderts sind Schwaben aus dem serbischen Banat nach Siebenbürgen eingewandert. Viele sind in Benzenz geblieben, manche gleich bis Mühlbach gezogen. Vom Glauben her waren sie Calvinisten. Mit der Einwanderung sind sie zwar Protestanten geblieben, aber Lutheraner geworden. Schwaben haben einen großen Dickschädel und verstanden sich deswegen nicht sonderlich gut mit den Pfarrern. Das waren nämlich Sachsen und die haben die Schwaben schief angeschaut. Ein Reiseprediger aus Hermannstadt wollte zum Beispiel seinen Lohn haben, bevor er mit dem Predigen anfing. [Aufnahme anhören »]
4:17 Minuten, 3.9 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 12. April 2011

Ein Benzenzer in Mühlbach

Mann, 37 Jahre, aus Mühlbach
Nach 4 Volksschulklassen in Benzenz ist der Erzähler nach Mühlbach aufs deutsche Gymnasium gekommen. Nach der Technischen Schule in Hunyad hat er im Walzwerk daselbst und in Galatz gearbeitet. Weil er aber in Galatz keine Gelegenheiten fand, deutsch zu reden, ist er nach Mühlbach zurückgekehrt. Hier hat er eine Sächsin geheiratet. Aber mit den Kindern redet er schwäbisch. [Aufnahme anhören »]
5:05 Minuten, 4.7 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 12. April 2011

"Die goldene Gans"

Junge, 14 Jahre, aus Mühlbach
In der Schule wurde ein Theaterstück eingeübt und aufgeführt: Die goldene Gans. In dem Theaterstück bleiben viele habgierige Menschen an den goldenen Federn einer Gans kleben. Einer davon war der Erzähler in der Rolle eines Bauern. [Aufnahme anhören »]
6:09 Minuten, 5.6 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 23. März 2011

Der holländische Tourist

Junge, 14 Jahre, aus Mühlbach
Eines Tages gingen zwei Jungs zum Hotel, um den Touristen ein Schlafzimmer anzubieten. Der eine bot einem Holländer ein Zimmer mit Bad an. Der andere hatte hingegen nur ein Zimmer mit einer Kuh und frischer Milch am Morgen im Angebot. Wofür hat der Tourist, der übrigens gut deutsch sprach, sich wohl entschieden? [Aufnahme anhören »]
1:16 Minuten, 1.2 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 22. März 2011

Im Gebirge bei dem Bären

Junge, 14 Jahre, aus Mühlbach
Wenn man sich im Gebirge zu weit hinaustraut, dann kann es schonmal passieren, das einem ein Bär über den Weg läuft. Und wenn die Erwachsenen das überprüfen, ist er nicht mehr da. [Aufnahme anhören »]
3:12 Minuten, 2.9 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 22. März 2011

Ein Leben unterwegs

Krankenschwester, 64 Jahre, aus Mühlbach
Als Tochter eines Zimmermanns ist die Erzählerin mit ihren Eltern der Arbeit hinterhergezogen. Zuerst von Mühlbach nach Broos. Danach kam sie nach Lupeni, wo sie die ungarische Sprache erlernen musste, weil es dort keine anderen Schulen gab. Das schlug auf die Aussprache durch und später wurde sie in Wien für eine Ungarin gehalten. Nach der Rückkehr aus Wien war sie Verkäuferin in einem technischen Geschäft in Petroschen. Nach einem Zwischenstopp in Mühlbach ist sie als Krankenschwester ins Martin-Luther-Krankenhaus in Hermannstadt eingetreten. In Temeswar hat sie dann die Säuglingspflege erlernt, weil die anstrengende Arbeit in der normalen Krankenpflege viele Ausfallzeiten beschert hat. Zu guter letzt ist sie als Pensionistin nach Mühlbach zurückgekehrt. Heute kommt die Erfahrung in der Kinderpflege den Nichten, Neffen, Großnichten und Urgroßnichten zugute. [Aufnahme anhören »]
6:07 Minuten, 5.6 MB • Aufnahmejahr: 1969 - Veröffentlicht am 24. Februar 2011

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