Das Römmikränzchen von Stefan Zink 1978

Stefan Zink, geschrieben 1978

Ein Römmikränzchen

In Schenk in unserem schönen Ort
gibt es einen hoch interessanten Frauensport,
Körperlich ist er gar nicht mal so schwer,
doch temperamentvoll um so mehr;
man sitzt am Tisch und wechselt die Steine,
am Anfang geht das alles sehr leise.
Bis das Spiel kommt dann in Schwung
dann kreischen sie alle auf einen Sprung.
Fragt man sie dann: „ was schreit ihr so viel?“
Dann sagen sie bloß „Das gehört ja zum Spiel;“
es gibt viele die diesen Sport betreiben,
doch eine Clique möchte ich näher beschreiben;
Sechs Frauen die sich gegenseitig achten,
lasst uns mal sie näher betrachten:
Eine bescheidene Frau ist die Fissotant,
Als Ersatzperson ist sie ernannt.
Wenn eine fehlt oder hat verspät,
ordnet sie die Steine auf dem Brett.
Wenn die Person dann ist gekommen,
hat sie die Bewirtung dann übernommen.
Dort gibt es dann Speisen so allerhand,
die Namen davon sind mir gar nicht bekannt.
Auch Pufuletz und Zuckerl was sie dort hatten,
sogar Kartoffeln werden gebraten.
Als zweite unsere Anna die kennt man genau,
sie gilt schon lange, als die intelligenteste Frau.
Denn Römmispielen nicht jeder kann,
deshalb hält sie so fest daran.
Dann wäre die Sofi die fuhr auf Beseck,
Nach Singen hinauf und kam nicht mehr zeräck.
Das Spiel wird ihr fehlen dort oben im Reich,
doch wird sie schon finden einen anderen Ausgleich.
Sie schaut sich nun an die weite Welt,
fährt her und fährt hin wo es ihr am besten gefällt.
Als vierte käme unsere Welther Gret,
die gibt immer den Ton an wie ihr seht;
Sie hatte auch unlängst den Arm gebrochen,
doch er ist wieder geheilt der alte Knochen.
Nur Blähungen hat sie schon seit Jahren,
dann lässt sie beim Spielen so manchen fahren,
Es war mal am Frauentag am 8 März,
Sie spielten bei Lenchen im Zimmer rückwärts.
Es fing an zu tagen, das weiß ich genau,
so ehrten sie eben den Tag der Frau:
Ja die Lenchen die gute hat mir immer gefallen
sie ist aber auch die herzigste von allen.
Dann käme die Hanno, das ist meine Frau
beim Römmispielen das weiß ich genau;
dort ist sie auf der Höh, und immer dabei,
lässt alles bei Seite was immer auch sei.
Sie hat vor Jahren den Fuß gebrochen,
blockiert hat man Ihr im Gelenk den Knochen.
Aufs Feld kann sie nicht mehr gehen zu Fuß,
doch wenn sie Römmispielen muss
dann denkt sie gar nicht mehr daran,
das sie zu Fuß nicht gehen kann.
Und während ; sowie nach dem Spiel,
trinken sie gut und essen viel;
Denn hört man nur die Stühle rücken,
um nicht zu merken wie sie drücken:
und manche hebt dann ihr Gesäß,
wenn sie einen fahren lässt.
So wird gelacht und auch gescherzt;
gespielt, gegessen und auch gefärzt.
So geht das bis um Mitternacht,
Dann wird endlich Schluss gemacht.

Stefan Zink Großschenk 1978

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