Pruden - Informationen

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Zur Geschichte des Ortes

18.08.2007, 20:56 Uhr
Lukas Geddert [info[ät]zrs-geddert.de] Zur Geschichte Prudens
Die ältesten Daten von Pruden sind im Zusammenhang der Geschichte der Nachbardörfer zu sehen. Nach der mittelalterlichen Verwaltungseinteilung gehörte es mit den Gemeinden Dunnesdorf, Großalisch, Halwelagen und Großlasseln zum „unteren Stuhl", innerhalb des Schässburger Stuhles, einem der vier „oberen Stühle" der „Sieben Stühle" der Hermannstädter Provinz.
So wie die übrigen Gemeinden im östlichen Teil des Gebietes zwischen den beiden Kokeln gehörte Pruden früher zum Bogeschdorfer Kapitel.
Die älteste bekannte schriftliche Nachricht über Pruden geht auf das Jahr 1348 zurück. Es handelt sich um eine Urkunde des siebenbürgischen Wojwoden Stephan vom Landtag von Thorenburg. Darin erklärt der Abt Jordanus des Konventes von Kolozsmonostor bei Klausenburg, dass die Besitzungen Halwelagen, Großalisch, Großlasseln, Dunnesdorf, „Prod" sowie einige andere, dem Kolozsmonostorer Kloster gehören würden, aber nunmehr „von fremder Hand" besetzt seien. Dieses Kloster hat auch später Anspruch auf diese Gebiete angemeldet, sie jedoch wegen der großen Entfernung aufgegeben. Die überlieferten schriftlichen Quellen geben keinen Aufschluss darüber, wann und wie das Kolozsmonostorer Kloster diese Besitzungen erwarb und unter welchen Umständen sie dem Schässburger Stuhl angeschlossen wurden, der 1337 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird.
Es ist bekannt, dass es in Pruden in der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts auch Adelsbesitz gab, z.B. Gräf Salomon von Schässburg und Ladislaus von Eppeschdorf Letzterer soll sogar eine Mühle am „Patak“-Bach besessen haben.
Aus der folgenden Zeit berichten die erhaltenen Urkunden nur über einzelne Vertreter der Gemeinde Pruden, die in Hattertprozessen der benachbarten Gemeinden als Zeugen auftraten.
Wahrscheinlich hat der große Türkeneinfall von 1438 auch Pruden heimgesucht und ältere schriftliche Quellen zur Gemeindegeschichte vernichtet.
Im 15. Jahrhundert verließen einige gebürtige Prudener ihren Heimatort und ließen sich in den größeren Städten nieder, wo sie den Namen ihres Herkunftsortes als Familiennamen führten. Sowohl in Kronstadt als auch in Hermannstadt ist der Name Prodener bekannt. Sogar in Zendersch hat es den Namen Prudener gegeben.
Die Ortsbezeichnung Pruden weist in geschichtlichen Quellen mehrere Varianten auf - 1348 „Prod", 1378 „villa Prod", 1393 „Proden", um 1500 „Prodim". Man vermutet, dass der Name vom slawischen Wort „prod" - Schotter, Sandbank - abgeleitet wurde. An Prud wurde die typische Endung für Ortsbezeichnungen „-en" angehängt.
In der ältesten erhaltenen Bevölkerungszählung für das Gebiet der „Sieben Stühle" aus dem Jahre 1488 findet man an vorletzter Stelle „Prodim" angeführt. Die Gemeinde hatte damals 43 Hauswirte, zwei Hirten und eine Mühle. Damit zählte Pruden zu den kleinsten Gemeinden des Schässburger Stuhles. Kleiner waren nur noch Meeburg, Dunnesdorf und Neithausen. Pruden erhält im Laufe des 16. Jahrhunderts immer wieder Steuernachlass und finanzielle Hilfe vom Schässburger Stuhl wegen „allzugroßer Armut".
Nach der Schlacht von Mohacs (1526) erfährt Siebenbürgen einen allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang. So erscheint „Proden" in der Bevölkerungszählung von 1632 mit nur 30 Wirten. Das wird wohl die Ursache sein dafür, dass Pruden auf der Honteruskarte von Siebenbürgen (1532) nicht eingezeichnet ist.
Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts erfuhr die Gemeinde einen deutlichen Aufschwung, so dass es im Jahre 1596 in Pruden 76 Wirte gab.
In den Jahren 1594 und 1596 bestätigte der siebenbürgische Fürst Sigismund Bathori den drei auf der rechten Seite der Großen Kokel gelegenen Ortschaften des unteren Schässburger Stuhls. Großalisch, Pruden und Halwelagen, das alte Recht, aus dem Salzbergwerk von Oderhellen Salz frei zu beziehen. Als Michael der Tapfere, Fürst der Walachei, die Herrschaft über Siebenbürgen übernahm; bestätigte er am 23. Januar 1600 das Privilegium dieser drei Gemeinden.
Nach einer Volkszählung aus dem Jahre 1711 ist ersichtlich, dass in Pruden vier rumänische Familien vorhanden waren. Diese versahen den Hirtendienst.
Im Laufe des Bürgerkrieges raubten im Jahre 1661 tatarische Truppen Leute von Pruden vom Feld.
Pruden hat, obwohl klein und arm, relativ viele Pfarrer hervorgebracht. Nach einer Zusammenstellung waren es etwa 12. Auf Bildung wurde schon immer großes Gewicht gelegt, auch in moderner Zeit. So ist Georg Gutt nach dem Studium der Chemie Hochschulprofessor, Fakultätsdekan und sogar Rektor geworden.
Wenn auch die Fluktuation groß war, so gab es in Pruden Namen, die für die Gemeinde typisch waren. Weil sie so oft vorkamen, griff man zu so genannten Spitznamen. Man sagte, Pruden sei „verkellt" (Keul), „vergaddert" (Geddert) und „verzakelt" (Zakel). Es soll einmal sieben Zakel-Brüder gegeben haben. Andere wichtige Namen waren Botschner, Tatter, Weprich, Bloos.
Die alte Kirche von Pruden ging auf das Jahr 1300 zurück. Weil sie baufällig war, entschloss man sich zu einem Neubau. Die Leistungen der einzelnen Wirte waren erheblich, so dass es auch viele Wankelmütige gab. Der Gustav-Adolf-Verein griff schließlich der Gemeinde tüchtig unter die Arme. Anlässlich einer Visitation des Bischofs in Pruden am 9.Juli 1886 heißt es in einem Bericht: ,,...ernster, tätiger, nüchterner Sinn waltet und hält hier Haus." Man gibt in dem Bericht auch der Hoffnung Ausdruck, „dass diese Gemeinde in häuslichen Tugenden, in warmem Bildungsstreben und lebendigem Glauben ihre Stärke und ihre Lebensbedingungen erkenne." 1902 wird die alte Kirche abgetragen. An derselben Stelle wird mit dem Bau der neuen Kirche unter der Leitung von Baumeister Johann Graeser aus Mediasch begonnen. Schon 1904 wird die Kirche in Verwendung genommen. 1905 wird die Kirche aus den Händen des Baumeisters Graeser übernommen und durch das Bezirkskonsistorium dem Baumeister und Presbyterium die Anerkennung ausgesprochen.
Die neue Kirche ist im neugotischen Stil als Saalkirche gebaut. Auf der rechten Seite neben der Kirche ist der Glockenturm angebaut, der von 4 Giebelwänden und einem Pyramidendach abgeschlossen wird. Auf der rechten Seite ist eine Empore angebaut. Die Kirche wird durch große dreiteilige Fenster erleuchtet, die aus einer radförmigen Fensteröffnung und aus zwei darunter befindlichen Rundbogenöffnung bestehen. Die Kirche wird durch gotischen Rippengewölbe, die auf gotischen Konsolen ruhen, überhöht. Die Rippen verlaufen sich in gotischen Schlußsteinen. Sämtliche Einrichtungsgegenstände, mit Ausnahme des Altars sind ungefähr mit der Kirche gleichzeitig hergestellt worden.
Am 26. Juni 1906 wird die Kirche eingeweiht.
Wie sich aus einer lateinischen Inschrift auf der Praedella ergibt, ist der Barockaltar 1780 hergestellt worden. In der Mitte ist die Holzfigur des Gekreuzigten, rechts die Holzfigur des Moses mit den Gesetzestafeln und links die Holzfigur mit Schwert. Die Seitenteile sind im Rokokostil hergestellt. Das Oberbild ist bei dem Kirchenbau ersetzt worden. Es ist ein 1906 gemaltes Bild des Auferstandenen eines Hermannstädter Malers namens Arthur Coulin. Das Bild ist von je einer Engelsfigur flankiert. 1903 wurde der Altar durch Vogel (Schässburg) in der neuen Kirche wieder aufgestellt. Auf dem Altar befindet sich ein Holzlesepult mit der Jahreszahl 1710.
Die pneumatische Orgel mit Manualpedal. 10 klingenden Registern und 6 Nebenregistern ist 1905 durch die Orgelfirma Gebrüder Rieger aus Jägerndorf aufgestellt worden.
Diese Kirche ist Zeugin unserer jüngsten Geschichte: 1918 wird aus dem ungarischen Siebenbürgen rumänisches Staatsgebiet, die beiden Weltkriege mit all ihren Schrecken und Verwerfungen, die Verschleppung der arbeitsfähigen Siebenbürger nach Russland, die Enteignung, die kommunistische Herrschaft und die Auswanderung der Siebenbürger nach Deutschland.
Unserer Jubilarin wünschen wir eine gnadenreiche Zukunft unter den heutigen und kommenden Bedingungen.
Quellen: G.D. Teutsch: Die Generalkirchensituationsberichte Seite 413-460: Der Schässburger Kirchenbezirk Pruden: Donnerstag 1.07.1885
Nussbächer, Gernot: Kleinste Gemeinde des „Schässburger Stuhls". Aus der ältesten Geschichte von Pruden. Salzprivilegium von Michael dem Tapferen. In: Neuer Weg,Jg.38, Nr. 11625, v. 1.Okt. 1986, S. 4.
Zusammengestellt von Michael Dengel
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Monografien

  • Zusammengestellt von Michael Dengel

    Zur Geschichte Prudens

    18.08.2007, 20:56 Uhr
    Lukas Geddert [info[ät]zrs-geddert.de] Zur Geschichte Prudens
    Die ältesten Daten von Pruden sind im Zusammenhang der Geschichte der Nachbardörfer zu sehen. Nach der mittelalterlichen Verwaltungseinteilung gehörte es mit den Gemeinden Dunnesdorf, Großalisch, Halwelagen und Großlasseln zum „unteren Stuhl", innerhalb des Schässburger Stuhles, einem der vier „oberen Stühle" der „Sieben Stühle" der Hermannstädter Provinz.
    So wie die übrigen Gemeinden im östlichen Teil des Gebietes zwischen den beiden Kokeln gehörte Pruden früher zum Bogeschdorfer Kapitel.
    Die älteste bekannte schriftliche Nachricht über Pruden geht auf das Jahr 1348 zurück. Es handelt sich um eine Urkunde des siebenbürgischen Wojwoden Stephan vom Landtag von Thorenburg. Darin erklärt der Abt Jordanus des Konventes von Kolozsmonostor bei Klausenburg, dass die Besitzungen Halwelagen, Großalisch, Großlasseln, Dunnesdorf, „Prod" sowie einige andere, dem Kolozsmonostorer Kloster gehören würden, aber nunmehr „von fremder Hand" besetzt seien. Dieses Kloster hat auch später Anspruch auf diese Gebiete angemeldet, sie jedoch wegen der großen Entfernung aufgegeben. Die überlieferten schriftlichen Quellen geben keinen Aufschluss darüber, wann und wie das Kolozsmonostorer Kloster diese Besitzungen erwarb und unter welchen Umständen sie dem Schässburger Stuhl angeschlossen wurden, der 1337 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird.
    Es ist bekannt, dass es in Pruden in der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts auch Adelsbesitz gab, z.B. Gräf Salomon von Schässburg und Ladislaus von Eppeschdorf Letzterer soll sogar eine Mühle am „Patak“-Bach besessen haben.
    Aus der folgenden Zeit berichten die erhaltenen Urkunden nur über einzelne Vertreter der Gemeinde Pruden, die in Hattertprozessen der benachbarten Gemeinden als Zeugen auftraten.
    Wahrscheinlich hat der große Türkeneinfall von 1438 auch Pruden heimgesucht und ältere schriftliche Quellen zur Gemeindegeschichte vernichtet.
    Im 15. Jahrhundert verließen einige gebürtige Prudener ihren Heimatort und ließen sich in den größeren Städten nieder, wo sie den Namen ihres Herkunftsortes als Familiennamen führten. Sowohl in Kronstadt als auch in Hermannstadt ist der Name Prodener bekannt. Sogar in Zendersch hat es den Namen Prudener gegeben.
    Die Ortsbezeichnung Pruden weist in geschichtlichen Quellen mehrere Varianten auf - 1348 „Prod", 1378 „villa Prod", 1393 „Proden", um 1500 „Prodim". Man vermutet, dass der Name vom slawischen Wort „prod" - Schotter, Sandbank - abgeleitet wurde. An Prud wurde die typische Endung für Ortsbezeichnungen „-en" angehängt.
    In der ältesten erhaltenen Bevölkerungszählung für das Gebiet der „Sieben Stühle" aus dem Jahre 1488 findet man an vorletzter Stelle „Prodim" angeführt. Die Gemeinde hatte damals 43 Hauswirte, zwei Hirten und eine Mühle. Damit zählte Pruden zu den kleinsten Gemeinden des Schässburger Stuhles. Kleiner waren nur noch Meeburg, Dunnesdorf und Neithausen. Pruden erhält im Laufe des 16. Jahrhunderts immer wieder Steuernachlass und finanzielle Hilfe vom Schässburger Stuhl wegen „allzugroßer Armut".
    Nach der Schlacht von Mohacs (1526) erfährt Siebenbürgen einen allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang. So erscheint „Proden" in der Bevölkerungszählung von 1632 mit nur 30 Wirten. Das wird wohl die Ursache sein dafür, dass Pruden auf der Honteruskarte von Siebenbürgen (1532) nicht eingezeichnet ist.
    Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts erfuhr die Gemeinde einen deutlichen Aufschwung, so dass es im Jahre 1596 in Pruden 76 Wirte gab.
    In den Jahren 1594 und 1596 bestätigte der siebenbürgische Fürst Sigismund Bathori den drei auf der rechten Seite der Großen Kokel gelegenen Ortschaften des unteren Schässburger Stuhls. Großalisch, Pruden und Halwelagen, das alte Recht, aus dem Salzbergwerk von Oderhellen Salz frei zu beziehen. Als Michael der Tapfere, Fürst der Walachei, die Herrschaft über Siebenbürgen übernahm; bestätigte er am 23. Januar 1600 das Privilegium dieser drei Gemeinden.
    Nach einer Volkszählung aus dem Jahre 1711 ist ersichtlich, dass in Pruden vier rumänische Familien vorhanden waren. Diese versahen den Hirtendienst.
    Im Laufe des Bürgerkrieges raubten im Jahre 1661 tatarische Truppen Leute von Pruden vom Feld.
    Pruden hat, obwohl klein und arm, relativ viele Pfarrer hervorgebracht. Nach einer Zusammenstellung waren es etwa 12. Auf Bildung wurde schon immer großes Gewicht gelegt, auch in moderner Zeit. So ist Georg Gutt nach dem Studium der Chemie Hochschulprofessor, Fakultätsdekan und sogar Rektor geworden.
    Wenn auch die Fluktuation groß war, so gab es in Pruden Namen, die für die Gemeinde typisch waren. Weil sie so oft vorkamen, griff man zu so genannten Spitznamen. Man sagte, Pruden sei „verkellt" (Keul), „vergaddert" (Geddert) und „verzakelt" (Zakel). Es soll einmal sieben Zakel-Brüder gegeben haben. Andere wichtige Namen waren Botschner, Tatter, Weprich, Bloos.
    Die alte Kirche von Pruden ging auf das Jahr 1300 zurück. Weil sie baufällig war, entschloss man sich zu einem Neubau. Die Leistungen der einzelnen Wirte waren erheblich, so dass es auch viele Wankelmütige gab. Der Gustav-Adolf-Verein griff schließlich der Gemeinde tüchtig unter die Arme. Anlässlich einer Visitation des Bischofs in Pruden am 9.Juli 1886 heißt es in einem Bericht: ,,...ernster, tätiger, nüchterner Sinn waltet und hält hier Haus." Man gibt in dem Bericht auch der Hoffnung Ausdruck, „dass diese Gemeinde in häuslichen Tugenden, in warmem Bildungsstreben und lebendigem Glauben ihre Stärke und ihre Lebensbedingungen erkenne." 1902 wird die alte Kirche abgetragen. An derselben Stelle wird mit dem Bau der neuen Kirche unter der Leitung von Baumeister Johann Graeser aus Mediasch begonnen. Schon 1904 wird die Kirche in Verwendung genommen. 1905 wird die Kirche aus den Händen des Baumeisters Graeser übernommen und durch das Bezirkskonsistorium dem Baumeister und Presbyterium die Anerkennung ausgesprochen.
    Die neue Kirche ist im neugotischen Stil als Saalkirche gebaut. Auf der rechten Seite neben der Kirche ist der Glockenturm angebaut, der von 4 Giebelwänden und einem Pyramidendach abgeschlossen wird. Auf der rechten Seite ist eine Empore angebaut. Die Kirche wird durch große dreiteilige Fenster erleuchtet, die aus einer radförmigen Fensteröffnung und aus zwei darunter befindlichen Rundbogenöffnung bestehen. Die Kirche wird durch gotischen Rippengewölbe, die auf gotischen Konsolen ruhen, überhöht. Die Rippen verlaufen sich in gotischen Schlußsteinen. Sämtliche Einrichtungsgegenstände, mit Ausnahme des Altars sind ungefähr mit der Kirche gleichzeitig hergestellt worden.
    Am 26. Juni 1906 wird die Kirche eingeweiht.
    Wie sich aus einer lateinischen Inschrift auf der Praedella ergibt, ist der Barockaltar 1780 hergestellt worden. In der Mitte ist die Holzfigur des Gekreuzigten, rechts die Holzfigur des Moses mit den Gesetzestafeln und links die Holzfigur mit Schwert. Die Seitenteile sind im Rokokostil hergestellt. Das Oberbild ist bei dem Kirchenbau ersetzt worden. Es ist ein 1906 gemaltes Bild des Auferstandenen eines Hermannstädter Malers namens Arthur Coulin. Das Bild ist von je einer Engelsfigur flankiert. 1903 wurde der Altar durch Vogel (Schässburg) in der neuen Kirche wieder aufgestellt. Auf dem Altar befindet sich ein Holzlesepult mit der Jahreszahl 1710.
    Die pneumatische Orgel mit Manualpedal. 10 klingenden Registern und 6 Nebenregistern ist 1905 durch die Orgelfirma Gebrüder Rieger aus Jägerndorf aufgestellt worden.
    Diese Kirche ist Zeugin unserer jüngsten Geschichte: 1918 wird aus dem ungarischen Siebenbürgen rumänisches Staatsgebiet, die beiden Weltkriege mit all ihren Schrecken und Verwerfungen, die Verschleppung der arbeitsfähigen Siebenbürger nach Russland, die Enteignung, die kommunistische Herrschaft und die Auswanderung der Siebenbürger nach Deutschland.
    Unserer Jubilarin wünschen wir eine gnadenreiche Zukunft unter den heutigen und kommenden Bedingungen.
    Quellen: G.D. Teutsch: Die Generalkirchensituationsberichte Seite 413-460: Der Schässburger Kirchenbezirk Pruden: Donnerstag 1.07.1885
    Nussbächer, Gernot: Kleinste Gemeinde des „Schässburger Stuhls". Aus der ältesten Geschichte von Pruden. Salzprivilegium von Michael dem Tapferen. In: Neuer Weg,Jg.38, Nr. 11625, v. 1.Okt. 1986, S. 4.
    Zusammengestellt von Michael Dengel
  • Lukas Geddert

    Heimatbuch Pruden

    Bemerkenswertes Heimatbuch: "Pruden mitten in der Welt" Zu einem außergewöhnlichen Heimatortstreffen (diese Zeitung berichtete) passt auch ein außergewöhnliches Heimatbuch. Hermann Baier, Gymnasialprofessor und Schäßburger Faktotum der letzten Jahrzehnte, äußerte kürzlich in seiner unnachahmlichen Art: „Lukas, ich bin gespannt auf das Prudner Heimatbuch wie eine Bassgeige“. Gerd-Rainer Frost, Abteilungsleiter bei der RingFotoZentrale, dem größten Fotoverband Europas, schreibt dem gleichen Lukas Geddert, Herausgeber des Heimatbuches „Pruden mitten in der Welt – Ein Dorf im Schäßburger Stuhl in Siebenbürgen“: „Ich bin tief beeindruckt. Hier ist Ihnen etwas wahrlich Meisterhaftes gelungen. Obwohl ich keinerlei persönliche Bindungen zu Ihrem Dorf, zu Ihrer Region, zu Ihrer Heimat habe, ist mir die Landschaft, das Dorf mit den Häusern und vor allem sind mir die Menschen sehr nahe. Die minutiöse Aufarbeitung, der Wandel durch die Jahrzehnte sind so authentisch aufgeführt, dass man beim Lesen und Betrachten ein Teil der Gemeinschaft wird. Dieses Buch verdient mehr als nur von Ihren ‚geliebten’ Heimatverbundenen beachtet zu werden, es ist ein Stück deutsche Geschichte in Europa, die so umfassend dargelegt wird, dass es exemplarisch für viele Menschen Gültigkeit hat, die ähnliche Lebenswege haben und hatten. Deshalb vermittelt es auch allen ‚nicht direkt Beteiligten’ einen so tiefen Eindruck und viele neue Erkenntnisse, die alle in einem friedlichen und gemeinsamen Miteinander münden.“
    Abschließend hält Frost fest: „Lieber Herr Geddert, die viele Arbeit, Mühe und das Herzblut haben sich gelohnt, das Buch ist ein wunderbares Zeugnis unser Vergangenheit und Gegenwart, Sie werden sicher noch viel Danksagungen und Lob von unmittelbar Beteiligten erhalten, aber noch einmal, Sie haben weit mehr als eine Bestandsaufnahme Ihrer Heimat geleistet.“ Das stimmt ohne wenn und aber. Lukas Geddert hat mit dem von ihm herausgegebenen Buch einen besonderen Meilenstein in der Reihe siebenbürgisch-sächsischer Ortsmonographien gesetzt. Das Buch ist in mancherlei Hinsicht ein Gradmesser: 560 Seiten, Einzelbeiträge von 40 Autoren, 713 Abbildungen, davon 492 Farbfotos – das sind schon ungewohnte Fakten. Und dann das Erstaunliche: Wann hat es nämlich in einem siebenbürgisch-sächsischen Heimatbuch eine Festpredigt abgedruckt gegeben, die erst zum Zeitpunkt der Präsentation des Buches gehalten wurde? Der um unerwartete Ideen nicht verlegene Lukas Geddert hatte Dr. August Schuller schon vor einem Jahr gebeten, ihm diese Jubiläumspredigt für das Treffen und für das Buch zuzusenden.
    Die Drucklegung geschah im Selbstverlag der Prudner Heimatortsgemeinschaft, die Redaktion stammt von Lukas Geddert, Dagmar-Herta Geddert und Horst Göbbel, das Layout besorgten Lukas Geddert und Dieter Wolff, die qualitativ hochwertige Gesamtherstellung lag in den sicheren Händen unseres nordsiebenbürgischen Landsmannes Gerhard Adam in dessen Nürnberger Druckerei Schobert, eine gediegene Adresse für siebenbürgisches Schrifttum.
    Aufmachung, Titelbild, Buchumschlag, Layout, Druck, Papierwahl und Fotos sind klug aufeinender abgestimmt, das Buch hat eine leserfreundliche Komponente, deckt durch seine Vielfalt an Themen zahlreiche Interessensgebiete ab. Von der geografischen und breit angelegten historischen Einordnung ausgehend – die nach Jahrhunderten gefächerte Kurzgeschichte der Siebenbürger Sachen in mehreren Varianten und die minutiös herausgestellte Ortsgeschichte dokumentieren dies klar – werden die Bewohner Siebenbürgens im Allgemeinen und Prudens im Besonderen berücksichtigt; Wirtschaft, Wohnkultur, Lebensart folgen in klarer Ausführlichkeit, natürlich auch Kirche und Schule, sowie Brauchtum in seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Dass die Aussiedlung aus Pruden und das Leben in der Zerstreuung in der heutigen Welt ein gewichtiges Thema des Buches ist, darf nicht überraschen, aber das Kapitel „Denkwürdige Ereignisse – Wahre Begebenheiten – Lustige Geschichten – Heitere Erzählungen – Anekdoten – Persönlichkeiten – Verschiedenes“ verblüfft doch, denn hier zeigt sich das individuell und subjektiv „erlebte Leben“ von seinen unterschiedlichsten Seiten: neben dem ungewöhnlich breiten identifikationsträchtigen, hauptsächlich von Lukas Geddert fotografierten Bildmaterial, ein weiterer Glanzpunkt dieses Buches. Vermutlich gibt es keinen Prudner, der sich selbst, sein Haus oder die Gräber seiner Familie im Bild und damit sich, als Teil einer förderungswerten Gemeinschaft, in dieser Monographie nicht findet. Dr. Michael Kroner meint, dies sei gleichzeitig ein Geschichts- und Heimatbuch. Und Gerd-Rainer Frost fügt hinzu: „Die Bescheidenheit aller Beteiligten, die präzise Darstellung aus verschiedenen Blickwinkeln macht es zu einem Dokument.“ Lukas Geddert hat mit dem Prudner Treffen 2009 und dem Prudner Heimatbuch bleibende Zeichen gesetzt.
    Nur noch wenige Exemplare des Heimatbuches „Pruden mitten in der Welt“ sind vorrätig und können zum Preis von 60 Euro bestellt werden bei Lukas Geddert, Höfener Straße 170, 90431 Nürnberg, Telefon: (09 11) 31 79 46 Fa.(09 11) 65 85 292 E-Mail: geddert [ät] gmx.de. Horst Göbbel Schlagworte: Rezension, Heimatbuch, Ortsmonographien

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