Friedrich Menning zum 90. Wiegenfest

Mitteilungen der HOG

1. November 2010

Dagmar - Herta Geddert
Ein Leben für die Gemeinschaft
Dem Schäßburger Lehrer Friedrich Menning zum 90. Wiegenfest Friedrich Menning, angesehener Rektor der ...Friedrich Menning, angesehener Rektor der Schäßburger Bergschule. Friedrich Menning, langjähriger Lehrer an der Bergschule in Schäßburg, feierte am 30. April sein 90. Wiegenfest. Geboren wurde Herr Menning am 30. April 1920 in Pruden bei Schäßburg. Zunächst besuchte er das Bischof-Teutsch-Gymnasium in Schäßburg. Im Alter von 20 Jahren beendete er das Lehrerseminar in Hermannstadt. 1941 unterrichtete er an der deutschen Schule in Keisd, bis er zum Militärdienst einberufen wurde. 1944 heiratete er die Lehrerin Marianne, geborene Bodendorfer, aus Keisd. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Von 1954 bis 1974 war Friedrich Menning als Lehrer in Marienburg bei Kronstadt, Schulleiter in Peschendorf, Lehrer an der Bergschule in Schäßburg, Schulrat im Kreis Schäßburg, Schulleiter und Lehrer an der Deutschen Pädagogischen Lehreranstalt ebenfalls in Schäßburg, Schulleiter der dortigen Allgemeinschule Nr. 1, Studienrat für das Unterrichtsfach Deutsch am Lyzeum Nr. 2 und in der Allgemeinschule Nr. 3 ebendort tätig. Nach einem siebenjährigen Fernstudium erwarb er 1960 den Rang eines Professors für das Unterrichtsfach Deutsch. An dieser Stelle möchte ich mich – auch im Namen aller Gymnasiasten der Bergschule – bei Herrn Menning ganz herzlich bedanken für die schönen und spannenden Deutschstunden am Gymnasium zu Schäßburg. Herr Menning hat es verstanden, den Schülern bleibende Werte zu vermitteln, die wiederum an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurden. 1974 siedelte die Familie nach Deutschland aus, wo Herr Menning bis 1983 als Lehrer an der Schönbein-Realschule in Metzingen die Fächer Deutsch, Musik und Religion unterrichtete. 1983 gründete die Kreisgruppe Metzingen einen gemischten Siebenbürger Chor und bot Herrn Menning die Mitarbeit als Chorleiter an. Er sagte sofort zu. Das Wissen, einen Chor zu leiten, sammelte er zum Teil noch in Siebenbürgen, als Mitglied des Symphonischen Orchesters zu Schäßburg. Mit viel Können und Geduld hat er (Volks)Lieder in sächsischer Mundart und in der Hochsprache einstudiert und bei vielen Auftritten dirigiert. Mit dem Keisder Heimatbuch „Keisd – eine Marktgemeinde in Siebenbürgen – im Wandel der Zeit“, das Friedrich Menning mit beispielhaftem Fleiß in oft mühevoller Arbeit zusammengestellt und herausgegeben hat, entstand eine ausgezeichnete siebenbürgische Ortsmonographie – für jeden Siebenbürger ein Geschenk von unschätzbarem Wert. Die Gemeinschaft wird auch von Mennings Frau Marianne voll unterstützt. Sie befürwortet nicht nur das Auftreten in sächsischen Trachten, sondern fördert es auch mit Rat und Tat als Leiterin des Handarbeitskreises, der Trachten für die Chormitglieder herstellt. In Würdigung seiner Verdienste um die Pflege und Bewahrung siebenbürgisch-sächsischer Tradition in der Kreisgruppe Metzingen wurde Herrn Menning 1993 das Silberne Ehrenwappen unseres Verbandes verliehen. 2006 wurde Friedrich Menning gar das Goldene Ehrenwappen verliehen für seine über 20-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Chorleiter in Metzingen. In seiner Laudatio würdigte der seinerzeitige Kreisvorsitzende Ernst Michael Herberth den langjährigen Chorleiter „als Vorbild an Disziplin, Pünktlichkeit, Geduld, Beharrlichkeit und Einfühlungsvermögen“. Mit Können und Liebe zum deutschen Liedgut habe er den Chor geformt, gestärkt und zu dem gemacht, was er heute sei, eine gern gesehene und gehörte Singgemeinschaft. Auch mit Hilfe seiner Gattin Marianne Menning, unter deren fachlicher Anleitung Trachten genäht wurden, sei der Chor „zu einer gefestigten siebenbürgisch-sächsischen Kultur- und Trachtengruppe zusammengewachsen. Unter Mennings Leitung bestritt der Chor erfolgreiche Auftritte bei der Landesgartenschau in Reutlingen, in Luxemburg, in Leuthenberg/Thürin- gen, zu Ehren des Raumfahrtforschers Hermann Oberth in Feucht, in Dinkelsbühl, bei den Heimattagen Baden-Württemberg in Bad Urach und Nürtingen, bei Festen in Sachsenheim, Ludwigsburg, Tübingen, um nur einige zu nennen“. Marianne und Friedrich Menning. Foto: Lukas ...Marianne und Friedrich Menning. Foto: Lukas Geddert Herr Menning ist gesundheitlich noch rüstig, fährt mit 90 Jahren noch seinen Wagen – unfallfrei –, worauf wir stolz sein können. Auch mit der modernen Kommunikation ist er bestens vertraut und informiert sich im Internet über die neuesten Ereignisse. Wir ehemaligen Schüler, die HOGs Schäßburg und Pruden gratulieren zum 90. Geburtstag und wünschen für die kommende Zeit Gesundheit und viel Freude mit seiner lieben Familie. Dagmar-Herta Geddert
Siebenbürgische Zeitung vom 5. Mai 2010, Seite 24

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