"De Tumesneuscht"-Gab es diesen Brauch auch in Streitfort im Repser Ländchen?.........

Winterbräuche in Streitfort im Repser Ländchen, die leider in Vergeßenheit geraten sind und ich sie aufgeschrieben habe. Sie wurden mir von meiner Großmutter und Mutter erzählt und ich habe sie aufgeschrieben......Hier ein paar Eindrücke davon.....
„De Tumesnuecht, de Tumesneuscht in Streitfort?“
Ja, es gab diesen Brauch tatsächlich auch in Streitfort im Repser Ländchen und man nannte es noch "Das Neujahrsfeuer" - "Det Nagiurfaijer om Bijerich-net far fum Fridhef". Dem Heiligen Thomas wurde diese winterliche Nacht speziell gewidmet und die Landsleute feierten den Thomas in der Verwandschaft zu seinem Namenstag, wie einen Heiligen. Welche Bräuche zur Tumesnuecht kennt Ihr noch? Die Thomasnacht ist die längste Nacht des Jahres (21. Dezember = Wintersonnenwende) . Die Thomasnacht war in Siebenbürgen schon immer eine Nacht, in der sich besonders die Jugendlichen manchen Schabernack erlaubten. Die übermütigen Streiche wurden mit gespannter Neugier erwartet und über die mehr oder weniger gelungenen Einfälle – besonders der Burschen – nachträglich Kommentare abgegeben. Ohne gelungenen Streich war die Thomasnacht in einigen Orten unserer Heimat ungewöhnlich langweilig. In Streitfort war es so der Brauch, dass die Streitforter Burschen viel getrocknetes Holz und Reisig auf den Berg - "Der Biejerich" und machten einen Kegel, entzündeten das Holz an. Als die Streitforter Bevölkerung nach oben zum Bijerich-Berg guckte, sah man das schöne Neujahrsfeuer. Dieser Brauch wurde bis in die 90-iger Jahre in Streitfort zelebriert und gepflegt. Jetzt ist es leider nicht mehr der Fall.
Kennen Ihr den Brauch mit dem Papierstern, als Scherenschnitt? Ja, in Streitfort wurde den Brauch mit dem Lichtert gepflegt und erlebt. Papiersterne, als Scherenschnitt-Muster, gab es auch beim Streitforter Lichtert zu sehen. Ja, sogar als Weihnachtsgruß-oder Neujahrskarten waren diese in Streitfort vorhanden. Das sind wahre Beispiele das der Weihnachtsstern als Scherenschnit auch in Streitfort zu Hause war.
Wie war der Brauch mit den versteckten Schuhen an Nikolaus? Die Schuhe wurden vor dem Nikolaustag, dem 6. Dezember fleißig von den Kindern geputzt und vor die Eingangstüre gestellt. Wenn die Kinder auch wirklich brav und fleißig waren, kam der Nikolaus ganz bestimmt. Es gab auch etwas ärmere Kinder, bei denen natürlich auch der Nikolaus kam, doch die kleinen Geschenke waren etwas bescheidener und die Kinder freuten sich über Nüsse, Äpfel, Honigkekse, ein Bleistift,ein Heft und ein paar Bonbons in weißem Pergament-Papier eingepackt und sehr wertvoll waren in den kleinen Kinderherzen.
So, dieses sind ein paar Kindheitserinnerungen, die ich in Streitfort selber erlebt habe...........So war es einmal in Streitfort und wird nie wieder sein.......

Melzer, Dietmar 2012

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