Die Burg aus Sommerburg im Szeklerland des Nachbarortes Streitfort - Das Schloss Sommerburg

Im Jahr 1469 der Fürst Johann von Rede unterzeichnet ein Dokument aus Zombor. 1486, „Sombor” war eine Ortschaft aus dem Repser Stuhl. Deren Name, anders als die bereits akzeptierte ungarische Herkunft (Eponym), kann unerwarteter Weise interpretiert werden. Das Dorf Sommerburg wurde von Siebenbürger Sachsen gegründet, die dann ausgestorben bzw. ausgewandert sind. Es könnte ebenfalls eine Magyarisierung des deutschen Namens Sommerburg sein. Argumente dafür sind zwei: die ortige Gemeinschaft war ursprünglich deutsch und blieb deutsch bis zur Reformation, als es dann Szeklern die zum Evangelischen Glauben gewechselt haben, aufgenommen hat, und wem sie wegen Seklerkolonisierungen und –immigration (1502 bereits erwähnt) dann ganz aus dem Weg gegangen sind (1653 waren nur noch neun sächsische Familien im Dorf). Beide Varianten sind zu berücksichtigen, sowohl die „Burg der Sonne”, aber auch die „ Zsombor Burg”. Die Burg bzw. das Schloss Sommerburg, die außerhalb des Dorfes gelegen ist und die keine Verbindung mit der Kirche hat, reiht sich anderen klassischen, mittelalterlichen Burgen an. Aus seinen Baumerkmalen gibt es keinen sicheren, geschichtlichen Hinweis. Nur eine Inschrift aus Stuck, die heute sehr abgetragen und schwer lesbar ist, erwähnt die Restaurierung aus dem Jahr 1692, zwei Jahre nach dem es von Tatarentruppen angegriffen wurde, die gegen den Fürsten Emeric Thököly und gegen die Habsburger zu kämpfen, kamen. Auf dem Rahmen der Eingangstür kann man noch eine andere Inschrift bemerken, die auch Umschreibungen erlebt hat, so dass sie heute in den Varianten 1556, 1557, 1561, aber auch 1672 gelesen werden kann. Trotz dessen ist es, die älteste chronologische Angabe die noch existiert. Eine andere Angabe besagt, dass es ein anderer militärischen Angriff im Jahr 1663 gegeben hat, diesmal von Moldauer, Angabe die aber nicht kritisch überprüft wurde. Es ist möglich, dass früher der Kern um den lokalen Grafen gebildet wurde. Nachdem die „ deutschen Kolonisten, also saxones teutonici” gekommen sind, wurde eine adlige Initiative möglich, die auch in der ersten Hälfte des XVII. Jhs. bestätigt wurde, wobei die Bodenteilung zwischen dem „ ungarischen Königsboden” (Sächsische Stühle) und den Boden der Adligen” (die Komitate) bestimmt wurde. Es wurden zwischen den Dörfern Grenzen und bestimmte Verantwortungen, die bis im XIX. Jh. langten, festgelegt. Informationen aus der ersten Hälfte des XIX. Jhs ergeben, dass die Burg einen Bering gehabt hat, der 1818 abgerissen wurde. Dessen Spuren werden aber nichtmehr erkannt. Leicht erkennbar ist aber die Lage, die sehr gut die Wellungen der Oberfläche benutzt, besonders auf der westlichen und süd-westlichen Seite. Im Norden sind die Spuren eines halbkreisförmigen Wassergrabens zu sehen. Die Burg hat die Form eines unregelmäßigen Fünfecks, mit einer Anhäufung von Bauten in der südwestlichen Ecke. Auf der Achse des Winkels ist ein großer trapezförmiger Turm an welchem andere angereihte Wohnungen seitlich angebaut wurden. Die westliche Reihe ist außerhalb der Ringmauer, wobei in die entgegengesetzte Richtung drei Räume auf zwei Stockwerke gebaut wurden. Der mittlere Turm hat den einzigen Fußgängereingang in die Burg. Auf dem Turm/der großen Bastei kann noch ein Fenster mit einem leicht bearbeiteten Holzrahmen bemerkt werden. Ein anderer kleiner rechteckiger Turm wurde auf der östlichen Seitenachse gebaut. Die noch hohe Wehrmauer (6-7 m) hat Schießscharten auf der offenen Seite der Burg. Die Spuren des Wehrganges sind aber nichtmehr sehbar. Das Innere sieht heutzutage äußerst trostlos und unnötig aus, so dass wir an einem befahrbaren Eingang denken, der im XIX. Jh. noch als sichtbar angegeben wurde aber auch an andere weniger starke Bauten, die in die Erde eingesunken sind. Diese schöne Burganlage ist dem Verfall preigegeben und kann noch eventuell gerettet werden.

M.D.

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