Ist dieses Forum bald (oder schon) tot ?

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H. Binder
Erstellt am 23.11.2019, 21:11 Uhr
Obwohl ich kein Philologe bin, hat mich der Liedtext von C. Draghici sehr beeindruckt und mich an meine Heimat und viele ihrer Sänger erinnert, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gehört habe. Nach vielen Jahren in der Bundesrepublik bin ich auch der Nostalgie verfallen und die Erinnerungen verstärken meine Sehnsucht nach der Heimat, die auch ich unbedacht verlassen habe.
Wir sollten höflicher miteinander umgehen.

bankban
Erstellt am 23.11.2019, 21:35 Uhr
Vielleicht war Siebenbürgen aber für viele keine Heimat gewesen, weil sie sich da nicht wohl gefühlt hatten? Vielleicht ist aber Siebenbürgen auch keine Heimat, weil man nach 20-30-40 Jahren in Deutschland sich hier eher Zuhause, besser, heimischer und nunmehr in der Heimat fühlt und eben nicht mehr in Siebenbürgen? Vielleicht nerven Sie manche Leute mit ihrem wiederholten Beharren auf ihrem Heimatgedöns?

H. Binder
Erstellt am 24.11.2019, 10:05 Uhr und am 24.11.2019, 10:06 Uhr geändert.
Vielleicht nerven Sie manche Leute mit ihrem wiederholten Beharren auf ihrem Heimatgedöns?
Na ja, so langsam kommt der wahre Charakter zu Tage, die Doppelzüngigkeit anonymer Schreiber die wieder Landsleute belehren wollen. In diesem Forum kann jeder seine Meinung, seine Gefühle ausdrücken und wenn man sich nach Jahren doch nach der Heimat sehnt so ist das mehr als natürlich. Schließlich fahren jedes Jahr Tausende unserer Landsleute nach Rumänien, vermutlich weil sich sich dort eher Zuhause fühlen als hier. Wenn am Totensonntag die Einheimischen ihre Familiengräber besuchen, bleibt uns nichts anderes übrig, als zurückzudenken an die Gräber unserer Eltern und Verwandten, die wir zurückgelassen haben, die wir nicht mehr pflegen können.
Wir alle, die wir unsere Heimat verlassen haben sind verantwortlich dafür, dass unsere Gemeinschaft langsam aber stetig aufgerieben wird und wir hier in der Bundesrepublik zu einem Musik- und Tanzverein herabgestuft wurden, dessen Mitglieder den einzelnen Parteien nur noch als Wählerstimme wichtig sind.
Sind Sie überhaupt noch ein Siebenbürger Sachse oder zählen Sie sich zu all den Migranten die in die Bundesrepublik kamen um hier ein besseres Leben zu haben und damit ihre Heimat verlassen und verraten haben? Als was sehen Sie sich, als Bayer, als Hesse oder sonst was und als was sehen Sie ihre Nachbarn und Arbeitskollegen? Wir haben hier zwar ein besseres Leben wurden dafür aber entwurzelt und haben unsere Identität und unsere Würde verloren.

charlie
Erstellt am 24.11.2019, 10:26 Uhr
Was ist so schlimm an Nostalgie und Heimweh? Was stört euch wirklich hier? Ist es der Stil, der rumänische Text?

bankban
Erstellt am 24.11.2019, 10:33 Uhr
Nostalgie verhindert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit aktuellen und wichtigen gesellschaftlichen Problemen. Sie lenkt ab, benebelt den Verstand und gaukelt eine schöne(re) Vergangenheit vor, als es sie gab, als die Vergangenheit noch Gegenwart war. Nostalgie ist Selbstbetrug und Sich-selbst-belügen.

@ H. Binder: Schauen Sie es sich doch an, wie oft Sie von einem "Wir" gesprochen haben... Ist das pluralis majestatis? Oder sind Sie der authorisierte Sprecher einer Gruppe? Inwiefern ist es/halten Sie es für gerechtfertigt, Ihre eigene Meinung als die eines Kollektivs auszugeben?

charlie
Erstellt am 24.11.2019, 11:00 Uhr
Man kann beides, Probleme lösen und nostalgisch sein. Was für Problem willst du ausgerechnet in diesem Forum lösen? Und warum überhaupt Probleme in Foren lösen?

Außerdem ist es völlig normal, dass in einem Forum von Ausgewanderten Nostalgie vorkommt.

Drückt man seine Nostalgie aus, kann es passieren, dass einem das „dann geh doch zurück“ an den Kopf geworfen wird. Ich hoffe, diese Grobheit bleibt jedem erspart.

charlie
Erstellt am 24.11.2019, 11:07 Uhr
die in die Bundesrepublik kamen um hier ein besseres Leben zu haben und damit ihre Heimat verlassen und verraten haben?

Im großen Ganzen kann man den wenigsten Auswanderern vorwerfen, sie hätten ihre Heimat verraten. Spätestens ab Ende der 70er Jahre waren die Lebensbedingungen in Rumänien so schlecht, dass jeder gehen musste, der die Gelegenheit dazu hatte.

bankban
Erstellt am 24.11.2019, 11:46 Uhr
Fremden, deren Lebensumstände und -bedingungen unbekannt sind, Verrat vorzuwerfen, ist das Maximum an Arroganz und Ignoranz, was ich mir vorstellen kann.

seberg
Erstellt am 24.11.2019, 13:01 Uhr und am 24.11.2019, 13:20 Uhr geändert.
@ H.Binder, Sie schreiben, dass "wir" durch das Auswandern unsere Identität und Würde verloren haben. Meinen Sie das ernst? Oder wollen Sie das vielleicht doch noch korrigieren? Und nicht verallgemeinern, was Ihrem Gefühl nach auf Sie persönlich möglicherweise zutrifft?! Wo bleibt da die von Ihnen eingeforderte Höflichkeit?
Apropos Heimat und Identität: die kann man durchaus auch fern vom Geburtsort durch eine erfüllende Beschätigung finden, insbesondere auf geistigem Gebiet ist das durchaus möglich. Es sei denn, man ist an irgendeiner "Scholle" hängengeblieben und kommt nicht los davon. Trauern und trennen wäre da eine Möglichkeit.

H. Binder
Erstellt am 25.11.2019, 11:13 Uhr und am 25.11.2019, 11:16 Uhr geändert.
Alle, die wir aus Rumänien kommen, kennen doch die prekäre Lage in der sich das Land in den 70. Jahren befand, aufgrund der es viele vorgezogen haben auszuwandern.
Aus der Parallele die ich zum Text des Liedes von C. Draghici abgeleitet habe, stellte sich die Frage: „War der Exodus der Siebenbürger Sachsen aus Rumänien richtig oder falsch, war die Auswanderung tatsächlich das Mittel der Wahl oder hätten wir unser Leben dort meistern und unsere Gemeinschaft erhalten können?“ Viele sind ja bis heute geblieben, obwohl die Lehensverhältnisse sich nicht wesentlich gebessert haben.
Subjektiv betrachtet besteht die Meinung, es ging mir schlecht, also bin ich weg.
War es wirklich so?
Oder sind wir in den Sog einer von langer Hand vorbereiteten Ausreisekampagne geraten und haben das, was unsere Vorfahren in 800 Jahren geschaffen haben, bedenkenlos preisgegeben?

charlie
Erstellt am 26.11.2019, 09:40 Uhr
Subjektiv betrachtet besteht die Meinung, es ging mir schlecht, also bin ich weg.
War es wirklich so?
Oder sind wir in den Sog einer von langer Hand vorbereiteten Ausreisekampagne geraten und haben das, was unsere Vorfahren in 800 Jahren geschaffen haben, bedenkenlos preisgegeben?


Ganz sicher beides. Ersteres ist eh jedem klar, der in den 80ern dort gelebt hat. Zu zweiterem gibt es Studien. Hab die Quellen nicht parat.

H. Binder
Erstellt am 26.11.2019, 15:21 Uhr und am 26.11.2019, 15:22 Uhr geändert.
Bedenkt man, dass die ersten Auswanderer aus Rumänien neben Familienzusamenführuing (?) vor allen Pfarrer, Lehrer, Ärzte und andere Intellektuelle waren, kann man bestimmt nicht sagen, dass es diesem Personenkreis besonders schlecht gegangen ist. Vor allem Pfarrer, die auf den Dörfern ein schönes Leben geführt haben, hatten gewiss keinen Grund auszuwandern, zumal sie ja auch eine moralische Entität darstellten und eine Verpflichtung gegenüber ihren Gemeindemitgliedern hatten.
Was war es dann und wieso sind sie weg?
Dass sich viele auf den Dörfern, aber auch in den Städten ohne kirchliche Obhut allein gelassen fühlten, sind sie soweit es ging ihren Seelsorgern, Lehrern und anderen nachgeeilt.

charlie
Erstellt am 26.11.2019, 16:56 Uhr
Am besten, du legst dazu ein eigenes Thema an

bankban
Erstellt am 26.11.2019, 19:41 Uhr
Gingen als erste nicht eher jene, deren Verwandte nach dem II. WK im Westen (BRD, Österreich) geblieben waren oder aus der Gefangenschaft dorthin ging bzw. (aus Nordsbb.) 1944 dorthin geflohen sind?

H. Binder
Erstellt am 26.11.2019, 20:51 Uhr
Das stimmt, ich habe ja auch Familienzusammenführung an erster Stelle genannt.
Lohnt es sich eine neue Diskussionsrunde mit dem Thema "Exodus" zu eröffnen?

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