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charlie schrieb am 24.11.2025, 16:05 Uhr
Ein Rumäne und ein Ungar auf absolut gleichem Bildungsniveau können nicht befreundet sein, weil sie sich in Sachen Geschichte ( Transilvanien) immer uneinig bleiben werden.Was macht man in so einem Fall? Man meidet das Thema wie der Teufel das Weihwasser.
Bei sehr hohem Bildungsniveau könnten sie das durchaus, weil es einem gebildeten Menschen egal sein sollte, wann und wo diejenigen gelebt haben, die vor vielen hundert Jahren eine ähnliche Sprache gesprochen haben wie er selbst. Aber kluge Menschen (und das ist auch eine Form der Bildung) wissen bestimmte Themen zu vermeiden.
Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Konflikte zwischen Ethnien, Streit darüber, wer zuerst da war, Vorurteile über Ethnien, Krieg, Hass zwischen Ethnien haben mit Rassismus erstmal nichts zu tun.
lauch schrieb am 24.11.2025, 17:53 Uhr
Charlie,
Du hast das richtig erkannt, aber ich wollte tatsächlich " auf gleichem sehr hohen Bildungsgrad" schreiben. Und dann ist es mE. so, dass das Thema vermieden wird. Ich würde sogar soweit gehen und sagen: GESCHICHTE wird vermieden, weil es letztendlich auf " wer zuerst...." hinausläuft. Es soll nicht heissen, dass weniger gebildete Leute sich besser bzw schlechter verhalten als Akademiker.
Rassismus ist das nicht, so sehe ich das auch aber ethnisch bedingtes Verhalten gibt es in Europa noch, aber immer weniger.
NIMROD
du fragst nach Peinlichkeiten. Hier weil du gerne Rechercheur bist. Die ehemalige Bürgermeisterin von Frankfurt am Main Roth schrieb dem Zentralratschef der Juden (Bubis?) einen Brief mit einem interessanten Satz. Sie wünsche seinem Präsidenten die besten Glückwünsche zum Neujahr und gute Besserung. ( ungefähr) Darauf entgegnete der Adressat ( Bubis) er wüsste nicht, dass der Bundespräsident krank sei, bzw. er erfreue sich bester Gesundheit. Ähnliches ist dem Dr Fabritius etwa vor 15 Jahren passiert.
Mein etwas peinliches Ereignis: ich musste mal früher aus der Firma weg und wollte ausnahmsweise duschen. Im Umkleideraum unmittelbar neben meinem Spind, betete ein Moslem. Ich hatte mich entschieden und auch fast keine andere Wahl, und zog mich kurzerhand vor ihm aus.
Nimrod schrieb am 24.11.2025, 19:15 Uhr
Hallo charlie, deinem Satz: „Aber Nimrod, das hat mit Rassismus nichts zu tun“, stimme ich voll zu. Menschliche Abneigung gegen einen anderen, weil ich wegen seines anstößigen Auftretens mit ihm nicht klar komme, egal welche Hautfarbe oder Herkunft er hat, ist kein Rassismus. Genau das wollte ich auch damit sagen. Für mich ist das Rassismus, was z.B. in den Nürnberger Gesetzen 1935 beschlossen wurde. Nur weil Menschen einer bestimmten Ethnie und Herkunft angehörten wurden sie umgebracht.
Wenn ich heute mit meinem Nachbarn streite und er ist auch ein Deutscher wie ich, bleibt alles ruhig. Wenn er aber zufälligerweise eine andere Hautfarbe hat, werde ich schnell als Rassist bezeichnet, auch wenn es um das gleiche Delikt geht. Das meine ich damit wenn in der jetzigen Zeit schnell mit dem Argument "Rassismus" gearbeitet wird. Wenn es dann, die ja auch vorkommenden Situationen in unserem Land gibt, daß Menschen anderer Herkunft gemeinsam in unserem Land für Ärger sorgen, z.B. Silvester Köln, dann wird auch in diesem Fall ein Vorgehen dagegen als „Rassismus“ angeprangert. Genau das aber sind die Fälle, die mir wichtig sind, unterschieden zu werden. Wenn ich als Bayer einen Preußen nicht leiden kann, ohne daß wir je Berührung hatten wäre das ja auch „Rassismus“. Weil die Siebenbürger nach ihrer Ankunft in Deutschland gleich nach dem Krieg (1946) von ihren verlorenen, großen Höfen erzählten und schwärmten, was ihnen meist auch nicht geglaubt wurde, und sie in den Jahren gleich danach durch Sparsamkeit und Fleiß relativ schnell eine neue Existenz aufbauten,ihre einheimischen Nachbarn das aber in Generationen nicht ähnlich schafften, waren sie bei den meist ärmeren, aber alteingesessenen Nachbarn oft unbeliebt und wurden beneidet. Heute würde man auch das sehr wahrscheinlich als „Rassismus“ bezeichnen.
Ich meine deshalb, menschliches Fehlverhalten, alleine oder im „Kollektiv“, welches dann geahndet wird, ist kein „Rassismus“. Anders ist es, wenn man Menschen, die man überhaupt nicht sieht oder kennt, aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Religion abwertet, benachteiligt und diskriminiert.
Und lauch, deinen Satz: „ Also anerzogen wurde nichts würde ich behaupten, nur dass man mit dem Zigeuner vorsichtig sein muss“ kann ich gut nachvollziehen. Mit dieser Ethnie, aber in Deutschland ansässigen, habe ich, vor allem in meinen ersten 30 Lebensjahren auch einiges erlebt. Weitere Erläuterungen dazu erspare ich mir aber, es würde mir bei den aktuellen Maßstäben sofort als „Rassismus“ angekreidet weil, so schließt ich messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf!
lauch schrieb am 24.11.2025, 20:29 Uhr
Ha...NIMROD
Du argumentierst aber schon ein bisschen mit dem Aha- Effekt wenn ich das mal so formulieren darf. Nürnberger Gesetze, das ist ja staatlich verordneter Rassismus, dem konnte man sich wahrscheinlich schwer entziehen und ich bin froh nicht zu der Zeit gelebt haben zu müssen. Über den Dr Mengele ist viel geschrieben worden, bezeichnend finde ich jedoch, dass er angeblich bei seiner Flucht, seine Forschungsergebnisse wohl mehr schützte als sich selbst. Das sagt viel über sein Menschenbild aus.
Dein Bild mit dem Streit Deutscher gegen Deutscher stellst du den Konflikt in den Vordergrund. Aber so unter uns, die Erfahrung sagt wohl was anders: wenn es ein Andersartiger ist heisst es ja dann " scheiss Spaghettifreseser, Ausländer, Türke usw". Das musst du wohl zugeben, mal davon abgesehen dass du wahrscheinlich anders reagierst.
Die Zigeuner scheinen dich zu triggern. Ich habe hier öfter betont, dass es in Ro mindestens 40 Sippschaften gibt. So gesehen, kann man sie nicht alle in einen Topf werfen.
Und was glaubst du, ich könnte n Negativgeschichten erzählen und wahrscheinlich m positive Geschichten, wobei n>m ist.
Es geht hier hauptsächlich um die ( FREMD)BEZEICHNUNG Zigeuner und die heisst heute nach neuer Version ( Wandel)nunmal Roma oder Sinto.
charlie schrieb am 25.11.2025, 09:36 Uhr (am 25.11.2025, 09:43 Uhr geändert).
Wenn er aber zufälligerweise eine andere Hautfarbe hat, werde ich schnell als Rassist bezeichnet, auch wenn es um das gleiche Delikt geht.
Ja, das kann natürlich passieren. Menschen machen Fehler. Genauso kannst du als Frauenfeind beschimpft werden, nur weil du Streit mit einer Frau hast, etc. Die Frage ist, wie du den betreffenden im Streit beschimpfst.
Menschen anderer Herkunft gemeinsam in unserem Land für Ärger sorgen, z.B. Silvester Köln
Gutes Beispiel. Wenn man nur gegen die vorgeht, die sich dort in der Nacht daneben benommen haben, ist es natürlich kein Rassismus. Aber genau das ist eben nicht passiert. Man hat junge Männer, die ähnlich aussahen wie die, die wirklich dort waren, wegen des Aussehens beschimpft. Genau das ist Rassismus.
Wenn ich als Bayer einen Preußen nicht leiden kann, ohne daß wir je Berührung hatten wäre das ja auch „Rassismus“.
Nein. Nicht leiden können ist nicht Rassismus.
Heute würde man auch das sehr wahrscheinlich als „Rassismus“ bezeichnen.
Möglicherweise gäbe es diese Reaktion. Aber es wäre falsch.
Mit dieser Ethnie, aber in Deutschland ansässigen, habe ich, vor allem in meinen ersten 30 Lebensjahren auch einiges erlebt. Weitere Erläuterungen dazu erspare ich mir aber, es würde mir bei den aktuellen Maßstäben sofort als „Rassismus“ angekreidet weil, so schließt ich messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf!
Na klar. Wir kennen doch alle den rassistischen Antiziganismus. Und natürlich kann es das geben. Das ist ein sehr gutes Beispiel. Wir wissen doch alle, dass es Rassismus ist und nur weil wir es nicht schaffen, uns davon zu befreien, bleibt es immer noch Rassismus. Der erste Schritt muss sein, dass wir es uns eingestehen. Ich jedenfalls weiss sehr gut, dass ich mich vom Antiziganismus nicht befreien kann. Aber ich versuche es.
Wichtig ist aber, dass wir beide nicht Bundeskanzler sind. Der darf nicht so reden. Quod licet bovi, non licet Iovi
Die Zigeuner scheinen dich zu triggern.
Lauch, unter uns Siebenbürgern, die auch dort gelebt haben, ist das auch gut so, denn wir können daran gut durchexerzieren, was Rassismus im täglichen Leben ist, was er nicht ist und wie er sich für uns anfühlt.Dazu gehört auch dein richtiger Punkt, dass die Roma in Rumänien selbst sehr divers sind.
lauch schrieb am 25.11.2025, 10:34 Uhr
Hallo Allerseits,
Das ist für mich wirklich ein interessanter Gedankenaustausch. Ich sage mir immer, ich muss nicht gleich antworten, aber " ihr lauft mir davon" bzw. ist es ein Thema, das zu uns gut passt.
CHARLIE ich war so hochmotiviert zu glauben mich vom Antiziganismus befreit zu haben. Dein Satz regt zum Nachdenken an. Und ich muss sagen, dass es über den Versuch nicht weit hinausgeht.
Bei ethnozentrischen Argumentationen, die ich vor 30 Jahren gerne zu eigen machte hätte ich geschrieben:wem würdet ihr lieber Geld leihen, dem Rumänen, dem Sachsen oder dem Zigeuner? Oder, warum gibt es in vielen europäischen Ländern mit dieser Bevölkerungsgruppe Probleme? Die Probleme, die Interaktion mit der Mehrheitsgesellschaft, sind viel zu komplex um so ketzerische Fragen zu stellen. Wenn ich meine Mutter frage- die sehr viel Ärger mit den Zigeunern hatte- gibt heute in D auch zu, dass wir ( die Mehrheitsgesellschaft ) uns unanständig mit ihnen benommen hatten.
NIMROD ( Rechercheur) : die Kunst bei diesem Thema ist, auch nach vielen Lebensjahren und Erfahrungen sich immer selbst zu hinterfragen. Die SILVESTERNACHT in Köln würde ich als Zäsur in der Politik bezeichnen. Da fing die verstärkte Spaltung an, der Ton wurde rauer. Viele Leute geben den Öffis ( ZDF, ARD usw.) die Schuld am Desaster. Ich glaube aber, dass auch die Kommunikation der Polizei Köln nicht gestimmt hat. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd: Anzeigen in 2 stelligem Bereich, wenn ich recht erinnere ( Nimrod) und gerade mal 4(?) Verurteilungen. Dass sich die Gruppen stark gefühlt haben und Unfug getrieben haben, und dass diesmal tatsächlich die Neubürger afrikanischer Herkunft die Täter waren, steht ausser Frage.Bei entsprechender offenerÊKommunikation ( keine Vertuschung) hätten wir heute weniger Probleme.
Nimrod schrieb am 25.11.2025, 13:58 Uhr (am 25.11.2025, 14:08 Uhr geändert).
Hallo zusammen, das Argument „Rassismuss“, daß wir jetzt schon seit Tagen beackern, ist in unserer modernen Gesellschaft bei Streitfällen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe usw. schnell zur Hand. Meist ohne der eigendlichen Ursache der Auseinandersetzung auf den Grund zu gehen. Da ist die moralische Wirkung dieses Ausdrucks, wie bei der früheren, österreichischen Handgranate, eine „ungeheuerliche“. In meinem persönlichen Umfeld habe ich eigentlich mit diesem Wort wenig bis nichts zu diskutieren. Hier ist es im Moment der große Renner. Deshalb habe ich mich auch mal etwas damit befaßt weil es ja letztendlich von der „Rasse“ kommt.
Die moderne Wissenschaft sagt, so auch im Internet nachzulesen, daß es bei den Menschen keine „Rassen“ gibt. Da gibt es „nur noch den Homo sapiens!“. Da wir uns im Aussehen (Gesicht), der Hautfarbe, der Behaarung, der Medikamentenverträglichkeit usw, doch unterscheiden, wird das aber mit dem Wort „Vielfalt“ bezeichnet. So habe ich es jetzt in den Erklärungen im Internet herausgefunden und diese Erkenntnis war für mich neu und beeindruckend. Es gibt also doch Unterschiede bei dem „Homo sapiens“, die eine Verwechslung unmöglich machen und eine Zuordnung erlauben!
Bei meinem Beispiel mit Bayern und Preußen war das mit dem „nicht leiden können“ etwas verharmlosend ausgedrückt. Deshalb hat charlie es nicht unter „Rassismus“ fallen lassen. Ich hätte aber auch ein krasseres Beispiel nennen können. Im großen Indien sind die Hindus ethnisch übergreifend immer noch in Kasten eingeteilt, auch wenn diese mittlerweile verboten sind. Die unterste Gruppe in dieser „Hierarchie“ sind die „kastenlosen“ Dalits, die „Unberührbaren“. Obwohl sie normale, gesetzlich gleichberechtigte, indische Staatsbürger sind, werden sie, vor allem noch auf dem Land, stark diskriminiert und benachteiligt.Dieses Verhalten der übrigen Bevölkerung darf man dann auch, jedenfalls in unserer Gesellschaft, als „Rassismus“ bezeichnen.
Weil es nun bei den Hunden schon die unterschiedlichen „Rassen“ gibt, bei Bären z.B. aber nicht davon gesprochen wird, habe ich das auch mal nachgelesen. Unsere Gesellschaft bezeichnet also als „Rassen“ die unterschiedlichen Eigenschaften z.B. bei Hunden, Katzen, Rindern und Pferden, die sich durch „menschliche Zucht“ in ihrem Erscheinungsbild und ihren Merkmalen von anderen Populationen unterscheiden. Jetzt habe ich mich gefragt, was ist dann der Unterschied z.B. bei den Bären. Da gibt es ja auch große Unterschiede, schon alleine bei den verschiedenen Erdteilen. In den USA z.B. den Schwarzbär, den Grizzly-Bär und den Kodiakbär. In Europa den Braunbär. Nun, hier unterscheidet man aber nicht nach „Rasse“ sondern hier werden die unterschiedlichen Erscheinungsformen als „Arten“ bezeichnet. Wir haben es also bei den „unterschiedlichen Lebewesen“ mit „Vielfalt, Rasse und Arten“ zu tun. Wir müssen diese Begriffe jetzt nur noch richtig zuordnen !
Und lauch, mit der Ethnie, nach der früher mal das heutige Paprikaschnitzel benannt wurde, habe ich überhaupt keine Probleme, also da „triggert“ mich nichts !
lauch schrieb am 25.11.2025, 14:49 Uhr
Hallo Nimrod,
Nun du schriebst ja, dass du in deinen 30gern mit " dieser Ethnie" zu tun hattest. Okay Vorurteil meinerseits, gleich negativ konnotiert.
Rassismus kann man nicht leicht definieren, es kommt oft auch auf die Situation an. Nochmal: man muss versuchen sich in die Situation des (angeblich) Beleidigten zu versetzen. Das ist nicht einfach. Zwischen Vielfalt und Rasse sind die Grenzen mE. fließend.
Was mich ärgert, aber es kann sein, dass ich in 5 Jahren der Ewiggestrige sein werde, die Auffassung der Grünen, damit ich nicht gleich die Keule Ideologie benutze: in ihrer Denkweise gibt es keine Menschenrassen und das wollen sie auf die Haustiere übertragen. Nun ich muss ehrlich sagen ich habe Probleme mit den " Promenadenmischungen". Ich tue mich sehr schwer mit den langen Schwänzen ( Ruten)bei zB. Boxer und Dobermann. Warum? Weil ich es nur so kannte. Die " Weiterentwicklung " fällt mir äusserst schwer und als potenzieller Besitzer würde ich wahrscheinlich nach Möglichkeit die Gesetze umgehen.
Nimrod schrieb am 25.11.2025, 16:53 Uhr (am 25.11.2025, 16:58 Uhr geändert).
Hallo charlie, weil du so ein großer Merz-Fan bist, du hast recht, Merz haut öfter mal was raus, was es als Diplomat nicht sagen dürfte. Aber leider sind unsere Diplomaten meist im Ausland tätig. Da war die Baerbock aber auch nicht besser. Obwohl sie sogar Außenministerin und damit die Chefin der Diplomaten war. Ein Lieblingspunkt ist ja für dich die Aussage von Merz zum Stadtbild. Zufälligerweise habe ich da eine interessante Bemerkung in einem Taschenbuch mit dem Titel „Stadt, Land, Volk“ gefunden.
Und jetzt wird's für alle Leser interessant: Das Buch ist 2019 erschienen, also noch vor dem Ukraine-Krieg. Der Untertitel „Ein Streitgespräch über die Zukunft der Demokratie“. Inhaltlich geht es um Globalisierung, Digitalisierung, Migration und Klimawandel. Trotz des „martialischen“ Untertitels diskutieren ganz friedlich Michael Bröning, Leiter des Referats: „Internationale Politikanalyse“ der Friedrich-Ebert-Stiftung und Herausgeber der Zeitschrift „Internationale Politik und Gesellschaft“ und der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn.(Aber kein Sohn von unserem Wolff hier). Das Buch gibt es nur noch antiquarisch, konnte ich aber erst vor zwei Wochen bei Amazon für 1,50 € erstehen. Die Versandkosten war leider doppelt so hoch. Der Interviewer und Herausgeber des Buches ist Reinhard Bingener. Er ist Redakteur der FAZ und dort auch der Korrespondent in Hannover. Der Reiz dieses Buches besteht darin, daß keine Extrempositionen in einen kurzatmigen Schlagabtausch gehetzt werden. Wolffsohn und Bröning argumentieren zwar von grundverschiedenen Positionen aus, aber sie lassen sich nicht in die hergebrachten Schablonen von links und rechts, progressiv und konservativ pressen, sondern stehen an wichtigen Punkten quer zu den gewohnten Fronten. Für die heutigen,auch eigenen, politischen Ansichten eine gute Möglichkeit, diese mit den Aussagen der beiden Diskutanten zu vergleichen und dann auf einen Prüfstand zu stellen. Um nun wieder den Bogen zu Merz und „sein Stadtbild“ und charlie zu schlagen, war für mich folgende Beschreibung im Vorwort von Herausgeber Reinhard Bingener aus dem Januar 2019, also schon lange vor der Amtszeit und Aussage von Friedrich Merz, sehr interessant und bemerkenswert. Sinngemäß heißt es da: Der Buchtitel (Stadt, Land, Volk) will einen analytischen Blick auf das politische Geschehen werfen, welches sich auf mehreren Ebenen neu sortiert und mit Händen vor Ort zu greifen ist: Dörfer, ganze Landstriche veröden und verlieren massiv an Bevölkerung, während sich Städte zu kulturellen Schmelztiegeln wandeln. Auf die einen wirken sie dann bunt und dynamisch, auf die anderen hingegen konfliktreich und abstoßend. Ich möchte jetzt nochmals zu bedenken geben, daß diese Aussage schon von 2019 ist. Also hat uns Merz in diesem Jahr schon nichts mehr Neues gesagt.
Bei des „Kaisers neuen Kleidern“ (Märchen) hat auch ein Kind die Wahrheit gesagt. Vielleicht ist da bei Merz auch das „Kind im Manne“ durchgebrochen !
charlie schrieb am 25.11.2025, 17:27 Uhr (am 25.11.2025, 17:41 Uhr geändert).
Auf die einen wirken sie dann bunt und dynamisch, auf die anderen hingegen konfliktreich und abstoßend.
Nun, Merz hat das nicht erfunden und der Satz hier sagt nur, dass "andere" es so empfinden. Zum Beispiel Merz.
Zu den "Rassen": auch wenn es unlogisch erscheint, muss man verstehen, dass es Rassismus auch dann gibt, wenn es gar keine Rassen gibt. Antisemitismus geht ja auch nicht gegen Semiten, im Wort "Antiziganismus" kommt das "Zigeuner" vor, obwohl das Wort selbst verächtlich ist, "Homophobe" haben keine Furcht vor Homosexuellen, usw usf.
Das Wort "Rasse" ist streng genommen nur auf die absichtlich gezüchteten Unterschiede bei Tieren bezogen. Das kann es grundsätzlich auch bei Menschen geben, aber praktisch kommt das nicht vor. Daraus ergibt sich ein logisches Problem: was ist Rassismus, wenn es keine Rassen gibt? Paar Kriterien:
- er muss sich gegen eine Gruppe wenden, die eine ordentliche Größe hat. Hass auf die 12 Patriarchen der orthodoxen Kirchen wäre kein Rassismus.
- die Mitglieder der Gruppe haben sich nicht freiwillig und entschieden, dazu zu gehören. Hass auf SPD-Mitglieder ist kein Rassismus.
- es geht auch nicht eigentlich um Hass, sondern um die Überzeugung, dass die Mitglieder der Gruppe minderwertig sind und der Gesellschaft (der Menschheit) schaden. Deshalb ist Hass "nach oben" kein Rassismus.
- Rassisten bilden sich ein, die Zugehörigkeit zu der Gruppe zu erkennen. Deshalb ist "antimuslimischer Rassismus" möglich, denn die Rassisten richten sich nicht nach der Religion. Sie glauben zu wissen, wie Muslime aussehen.
Das alles können wir Sachsen gut auf unsere Vorstellungen von Roma anwenden.
Ja, klar, das indische Kastensystem hat ein rassistische Komponente.
lauch schrieb am 25.11.2025, 17:42 Uhr
Mensch NIMROD ich möchte dir nicht zu Nahe treten, weil du kräftig arbeitest und ich nur plaudere. Von den genannten Personen " kenne" ich den Wolfsohn recht gut, weil er seit Jahrzehnten regelmäßig im TV auftritt. Die FAZ lese ich oft, der Schirrmacher war mir bekannt, der Brestel ( Wirtschaft) aber im Rest schaue ich mir die Namen nicht an.
Ganz praktisch: glaubst du, dass ich keine Angst habe von Kohorten, egal ob Neonazis, besoffōene Fußballfans oder eben arabisch- moslemischen Gruppen. Persönlich zB. mein Problem:Besoffene kann ich erkennen, Kiffer nicht ergo halte ich diese für gefährlicher. Und Moslems trinken keinen Alkohol,zumindest theoretisch. Land ist in D im Moment eine Idylle, wenn man nicht alt und krank ist. Die Wahrnehmung kann aber sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land unterschiedlich sein.
Und wenn der Merz, geschwiegen hätte könnte man noch vielleicht etwas sanfter urteilen. Er legte aber nach, brachte " die Töchter" ins Spiel zielte eigentlich nur auf das Aussehen ( unter den vielen Andersartigen sind ja viele die ein normales Leben führen) und damit ist es schon eine rassistische Aussage. Ich kann zum Teil Leute verstehen, die sagen Deutschland soll deutsch bleiben. Wenn aber sich Realitäten ändern ( man stelle sich vor die Andersaussehenden, Leute mit Migrationshintergrund würden streiken) ist das heute dann doch rassistisch.
charlie schrieb am 26.11.2025, 10:31 Uhr
Es kann keinen Zweifel daran geben, dass Merzens Aussage rassistisch war. Eine andere Frage ist, wie schlimm war es denn? Man kann zu Recht sagen: nicht sehr schlimm, ja sogar harmlos. Ich aber finde (ab hier kommt meine Meinung), dass die Aussage aus folgenden Gründen doch schlimme Folgen hat:
1. sie stammt vom Bundeskanzler, das heisst, sie wirkt wie die Aussage des Staates "Deutschland". Was er sagt, ist in gewisser Weise nicht nur richtig sondern auch die Haltung des Staates und der Gesellschaft. Das bedeutet widerum, dass sich diejenigen, die gemeint sein könnten aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden oder sich umgekehrt ausgeschlossen fühlen. Das war zum Teil auch vor seiner Aussage so, die Aussage zementiert es aber.
2.in diesem Staat hat eine offen rassistische Partei, die AfD, zur Zeit starken Zulauf. Die Aussage von Merz bestätigt deren Haltung. Das heisst, die AfD und ihre Anhänger werden noch unverschämter, sie erlauben sich noch ekligere Auftritte und diejenigen, die rassistische Gewalt ausüben, sehen sich vom Bundeskanzler bestätigt.
3. die Probleme mit der Migration, die Merz ansprechen wollte, sind damit noch weniger lösbar geworden als vorher. Denn sie sprechen denen, die in der Aussage gemeint sind, die Chancen aus Integration ab. Zumindest werden viele es so verstehen. Denn wie und warum soll ich mich integrieren, wenn man es mir sowieso ansieht, dass ich unerwünscht bin?
lauch schrieb am 26.11.2025, 11:42 Uhr
Grundsätzlich nennt man das " Fischen im rechten Lager". Es ist der verzweifelte Versuch, die AfD irgendwie zu schwächen.
"Es soll Menschen geben, die nicht mehr in ein Flugzeug steigen, seit ein kranker Aussiedler, ein halber Sachse, ein Flugzeug ins Verderben gesteuert hat, weil er krank war... "
Weiß da jemand mehr/genaueres?
Nimrod schrieb am 10.12.2025, 17:53 Uhr
Lieber Horsti,
in wessen Beitrag hast du diese Aussage gelesen ? Also frag doch mal ganz "explizit" diesen "jemand!"
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