Hallo Allerseits,
Nun ohne den Link zu lesen und ohne die dummen Kommentare eines Tillschneider ( Professoren erzählen trotz oder wegen des akademischen Titels oft viel Scheisse) kann man zu den Formalitäten und Organisation der Wahlen Folgendes sagen: Wer ein Wahllokal in einer etwas größeren Stadt betreten hat, darf nicht mal den Verdacht aufkommen lassen, dass irgendjemand irgendetwas manipuliert. Ich persönlich habe mit Wahlherfern gesprochen. Unregelmäßigkeiten- mal von groben Fehlern Fehlern in Berlin abgesehen- wird es aber immer geben. Noch ist der Mensch im Mittelpunkt beim Zählen, nicht der Computer. Also eine 100% perfekte Wahl wird es nicht geben, es sei denn man digitalisiert die Vorgänge und hat sichere Kontrollsofware. Ausserdem gibt es immer wieder Zufälle, es gibt einen Ort in Deutschland ( welcher?) , der es mindestens zweimal geschafft hat, ganz Deutschland nach einer Bundestagswahl prozentgenau abzubilden. Es ist auffällig, dass immer wieder rechte Parteien ( AfD, Tillschneider) die Wahlvorgänge infrage stellen. Am stärksten stänkert man gegen die Briefwahl. Dahinter steckt aus meiner Sicht Taktik und das sieht man in Sachsen- Anhalt, es lassen sich dadurch mehr Wählerinnen mobilisieren. ( als ziemlich politikfremder Nichtwähler gehe ich diesmal hin als Gegengewicht zur Briefwahl) Allerdings habe ich nähere Informationen zu den Wahlen in Ungarn für die " rumänischen Ungarn". Die waren alles andere als korrekt. Trotzdem war es wie ein Wunder, dass immerhin 10% für Tisza gestimmt haben, die jetzige Regierungspartei.
Wann ist ein Deutscher ein Deutscher?
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Die Staatsangehörigkeit ist eine politische Sache, die Nationalität hat mit soziokulturellen Aspekten zu tun. Die Begriffe "Staatsangehörigkeit" und "Nationalität" sind sehr genau definiert. Trotzdem werden sie oft vermischt bzw. verwechselt – bewusst oder unbewusst.
Aus einem Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung Nr. 38 vom 16. Februar 2010:
In der Frankfurter Allgemeine vom Samstag, 9. Oktober 2010 war zu lesen:
Aus einem Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung Nr. 38 vom 16. Februar 2010:
Nation und Nationalstaat gleichgesetzt
Gerade haben wir glücklich den Lissabonner Vertrag unter Dach und Fach und damit die einzelnen Nationen in Europa näher zueinander gebracht und schon wieder wird über die Frage der nationalen Identität in Frankreich diskutiert ("Was es heißt, Franzose zu sein", 9. Februar). Der Bericht [...] zeigt in erster Linie, dass nach wie vor Nation und Nationalstaat gleichgesetzt werden. Schade ist, dass die Nationalstaaten nach wie vor so tun, als würde auf ihrem Territorium nur eine einzige Nation leben, und dass sie nicht ausreichend bereit sind, an die in ihren Nationalstaaten lebenden nationalen Minderheiten Zugeständnisse zu machen.
In der Frankfurter Allgemeine vom Samstag, 9. Oktober 2010 war zu lesen:
[…] Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan […] aufgefordert, seine Visite zu einem "Integrationsaufruf an die Migranten" zu nutzen. "Wer den deutschen Pass will, kann nicht im Herzen Türke bleiben wollen", sagte er. Herrmann spielte damit auch auf die Rede an, die Erdogan vor zweieinhalb Jahren in der Köln-Arena gehalten hatte. Erdogan hatte damals die in Deutschland lebenden Türken zwar aufgefordert, Deutsch zu lernen, aber eine Assimilierung (uyum) als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bezeichnet. […] In der Türkei ist die Meinung noch immer weit verbreitet, auch die Deutschen türkischer Herkunft – selbst, wenn sie schon lange als gewählte Abgeordnete im Deutschen Bundestag oder in anderen Institutionen sitzen – seien nach wie vor Türken. Dahinter steht die unausgesprochene Auffassung, sie hätten demnach auch zunächst und vor allem türkischen Interessen zu dienen. Im Februar dieses Jahres hatte Erdogan deshalb aus der Türkei stammende Politiker Europas nach Istanbul eingeladen mit dem eindeutigen Ziel, sie "türkisch" zu konditionieren. Einige türkeistämmige deutsche Politiker lehnten dies ab. […]
Danke für die beiden Verweise. Gerade hier im Forum scheint die Zahl der Unwissenden besonders hoch zu sein. Sie nimmt zu je jünger die Schreiber sind, was eine Folge der neuzeitlich westlichen Schulbildung sein kann, aber wohl ebenso den staatlichen Medien geschuldet ist. Man soll aber nie die Hoffnung verlieren, der Stamm der Siebenbürger hat in den letzten achthundert Jahren schon ganz andere Schwierigkeiten gemeistert.
Schon gut,trotz kontroverser Debatten, auch heute noch oder heute schon wieder- ich davon aus, dass die Debatte nicht von den französischen Sozialisten angestrengt worden ist-dürfen wir nicht zulassen, dass ein Tiefflieger Roehl etwas definiert bzw. insinuiert, dass im Westen alles falsch gelehrt und gelernt wurde. Die EU hat aus ziemlich nachvollziehbaren Gründen, Staatsbürgerschaft und Nationalität gleichgesetzt. Debatten sind insofern unnötig, zumindest unter halbwegs gebildeten Menschen.
Gerade hier im Forum scheint die Zahl der Unwissenden besonders hoch zu sein.Was immer Ihnen so scheint.
was eine Folge der neuzeitlich westlichen Schulbildung sein kann, aber wohl ebenso den staatlichen Medien geschuldet istAber natürlich sind Leute, die rassistische Aussagen tätigen gegen jede Form von Fortschritt. Das ist ein schönes Beispiel dafür. Wir haben in Deutschland keinen staatlichen Rundfunk. Das ist eine der vielen Lügen der Rückwärtsgewandten aller Richtungen.
Debatten sind insofern unnötig, zumindest unter halbwegs gebildeten Menschen.Richtig. Das sind eigentlich bloß Aufforderungen zu der einen oder anderen Partie Taubenschach, wie die Siebenbürgerin Chris Kaiser hier gut erklärt: https://thecolumnists.org/2019/04/22/die-afd-und-pandoras-taubenschach/
Die EU hat aus ziemlich nachvollziehbaren Gründen, Staatsbürgerschaft und Nationalität gleichgesetzt.
Hat sie nicht!
Auszug aus "Practical Guide on Nationality – Concepts related to nationality and statelessness in the context of international protection"
Relevant terminology
Citizenship
A legal status and relation between an individual and a state or other territorial polity (such as the European Union, a federal province, or only partially recognised states) that entails specific legal rights and duties. Citizenship of a state is generally used as a synonym for nationality (…). Where citizenship is used in a meaning that is different from nationality it refers to the legal rights and duties of individuals attached to nationality under domestic law. […]
Nationality (in 'country of nationality')
Nationality denotes the legal bond between an individual and a state. A person can have single, dual or multiple nationality(ies). Nationality is generally synonymous with 'citizenship' (even though, in a few countries, there may be some minor differences between the two). Nationality, as defined here, is not to be confused with the much wider concept of nationality as a reason for persecution
Nationality (as a ground for persecution)
Nationality, as a reason for persecution, has a broader sociological meaning than nationality as understood in 'country of nationality'. Under reasons of persecution, the QD (recast) and the QR define that nationality is: not [to] be confined to citizenship or lack thereof but shall, in particular, include membership of a group determined by its cultural, ethnic, or linguistic identity, common geographical or political origins or its relationship with the population of another State
Nationality as a reason for persecution
The definition of refugee refers to five reasons for persecution: race, religion, nationality, membership of a particular social group and political opinion. When considered as a reason for persecution, nationality is understood in a broad sense, as the QR defines, in a nonexhaustive manner.
[…] the concept of nationality shall not be confined to citizenship or lack thereof but shall, in particular, include membership of a group determined by its cultural, ethnic, or linguistic identity, common geographical or political origins or its relationship with the population of another State;
Hence, 'nationality' as a reason for persecution has a much broader socio-political meaning than 'nationality' in the legal sense
The (non-exhaustive) components of 'nationality' as a reason for persecution
cultural identity, ethnic identity, linguistic identity, common geographical or political origins, relationship with the population of another state
In addition, nationality as a Refugee Convention ground comprises many other elements. It refers to a person's identification as a member of a culturally, ethnically, linguistically, geographically, distinct group, due to the group’s political origins, its relationship with the population of another state or an otherwise distinct 'national' group
https://commission.europa.eu/index_de
euaa.europa.eu > Sites > Default > Files > Publications > 2025 03 > Practical Guide Nationality
Auch wenn im US-Reisepass die "Nationality" angegeben ist (politisch/staatlich), unterscheiden die US-Behörden sehr wohl und sehr genau zwischen "Nationality" (im Sinne von Nationalität), "Citizenship/s" (Staatsangehörigkeit/en), "Citizen by birth" (Staatsbürgerschaft durch Geburt), "Naturalisation" (Einbürgerung) usw.
Was lehrt uns das? wer sich die Welt nicht selbst angesehen hat, der besitzt meist auch keine Weltanschaunung, sondern als Krücke nur eine vorgestanzte Ideologie. Tragisch komisch wird es dann, wenn die Realität zuschlägt.
Fazit: Ein Deutscher ist ein Deutscher, wenn er
a) Staatsangehöriger der Bundesrepublik Deutschland ist (mit allen Rechten und Pflichten)
b) deutscher Nationalität ist (wenn ohne dt. Staatsangehörigkeit, dann ohne die entsprechenden Rechte und Pflichten im Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland)
a) Staatsangehöriger der Bundesrepublik Deutschland ist (mit allen Rechten und Pflichten)
b) deutscher Nationalität ist (wenn ohne dt. Staatsangehörigkeit, dann ohne die entsprechenden Rechte und Pflichten im Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland)
Noch ein paar Zitate:
"As an EU citizen, you enjoy rights that are distinct from being a national of an EU Member State." – "If you are a national of one of the 27 EU Member States, then you are also automatically an EU citizen." – "EU citizens enjoy a range of rights that are additional to the rights they enjoy as citizens of their EU Member State."
Es lehrt uns gar nichts, höchstens dass Europa in Sachen Diskriminierung weiter ist als die USA.
Klassiker du hast auch ein paar graue Haare auf dem Kopf- es könnte sein, dass du sogar mit zwei Identitäten unterwegs bist, das wird sich noch herausstellen im Laufe der Zeit- wenn du etwas zitierst ist ok, du darfst aber nicht suggerieren , dass es in der EU sozusagen gelebte Praxis ist.
Das Pendant zu USA ist etwa Belgien, dort gibt es sogar, die vallonischen und die flämischen Sozialdemokraten. Intern macht man sehr wohl Unterschiede, weil die Flamen durch die Migration aus frankophonen Afrikanischen Staaten ins Hintertreffen geraten sind, in Brüssel sowieso!! Aber extern sind es alle Belgier. Ein Pionier seiner Zeit war der italienischstämmige Enzo Sciffo. ( Fussball) So sieht' s aus und nicht Blutlinienabstammung, weiss und blauäugig womöglich.
Klassiker du hast auch ein paar graue Haare auf dem Kopf- es könnte sein, dass du sogar mit zwei Identitäten unterwegs bist, das wird sich noch herausstellen im Laufe der Zeit- wenn du etwas zitierst ist ok, du darfst aber nicht suggerieren , dass es in der EU sozusagen gelebte Praxis ist.
Das Pendant zu USA ist etwa Belgien, dort gibt es sogar, die vallonischen und die flämischen Sozialdemokraten. Intern macht man sehr wohl Unterschiede, weil die Flamen durch die Migration aus frankophonen Afrikanischen Staaten ins Hintertreffen geraten sind, in Brüssel sowieso!! Aber extern sind es alle Belgier. Ein Pionier seiner Zeit war der italienischstämmige Enzo Sciffo. ( Fussball) So sieht' s aus und nicht Blutlinienabstammung, weiss und blauäugig womöglich.
Hallo lauch, der "Klassiker" ist sehr wahrscheinlich ein "echter Klassiker". Er ist ja schon seit 2007 (!) hier registriert und weil er in einem früheren thread, wo es um eine ähnliche Thematik ging (frei zusammengefasst: - Ist man als rumänischer Staatsbürger auch Rumäne) auch schon fleißig mitdiskutiert hat, kommt ihm jetzt der "Gedankenaustausch" hier nicht unbekannt vor. Schau dir mal den alten thread: off topic an. Der lief vom 15.12.2010 bis 7.03.2013. Da findest du Namen u.a. von Teilnehmern, die sich wie das "who is who" des historischen Forums lesen. Viel Spaß dabei !
Danke. Der andere ist jedoch nach eigener Aussage auch schon länger dabei,wenn ich das richtig im Blick habe, seit 2009.
Lieber lauch, wenn du das genau wissen willst, solltest du eine PN an die Administratoren hier im Forum senden und dort nachfragen, ob es möglich ist, gleichzeitig hier im Formum mit zwei Nicknamen aufzutreten. Das ein Wechsel möglich ist, mit dem einen zu beenden und dafür mit einer neuen Identität weiterzumachen kennst du ja :-)))
"du hast auch ein paar graue Haare auf dem Kopf"
Meine Haare haben mit dem Thema nichts zu tun und stehen nicht zur Debatte.
"dass Europa in Sachen Diskriminierung weiter ist als die USA."
Wie ist "weiter" gemeint, lauch? Gibt es, deiner Meinung nach, in Europa mehr oder weniger Diskriminierung als in den USA?
"Das Pendant zu USA ist etwa Belgien"
Belgien und die USA sind föderal organisierte Staaten. Belgien als "Pendant zu USA" zu bezeichnen, ist, neutral formuliert, sehr gewagt.
"Intern macht man sehr wohl Unterschiede [...] Aber extern sind es alle Belgier."
Einverstanden.
"der italienischstämmige Enzo Sciffo."
Ich gehe davon aus, dass der italienischstämmige Scifo (mindestens) belgischer Staatsangehöriger und somit (auch) Belgier ist. Ich gönne ihm das von ganzem Herzen!
lauch, ich verstehe nicht, was du mit deiner (aus meiner Sicht) etwas konfusen, unstimmigen Argumentation nachweisen möchtest. Deshalb eine klare Frage: Ist zwischen "Nationality/Nationalität" und "Nationality/Staatsangehörigkeit" zu unterscheiden? Ich bitte um eine kurze, klipp und klare Antwort ("Ja" oder "Nein"), damit wir evtl. einen gemeinsamen Nenner finden und einen Punkt setzen können. Danke.
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